Marcel Klose hat es geschafft. Der Sehbehinderte hat einen Job als Telefonist am Chemnitzer Landgericht.
Marcel Klose hat es geschafft. Der Sehbehinderte hat einen Job als Telefonist am Chemnitzer Landgericht. Bild: Christian Mathea
Chemnitz
Chemnitzer Firmen umgehen Pflicht zur Einstellung von Menschen mit Behinderungen

Über 700 schwerbehinderte Menschen sind in der Stadt arbeitslos gemeldet. Sie haben es hier schwerer, einen Job zu finden. Für Arbeitgeber gibt es finanzielle Unterstützung.

Chemnitz.

Ab 20 Arbeitsplätzen haben Betriebe in Deutschland die Pflicht, auf mindestens fünf Prozent der Stellen Menschen mit Behinderungen zu beschäftigen. In Chemnitz wird die Quote unterdurchschnittlich erfüllt. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Agentur für Arbeit. Unternehmen, die die Vorgabe nicht schaffen, müssen eine Ausgleichsabgabe zahlen. Die Beschäftigungsdaten für das Jahr 2025 müssen bis zum 31. März gemeldet werden.

„Viele Arbeitgeber haben immer noch große Hemmschwellen gegenüber Menschen mit Behinderung. Wir haben einige Fälle erlebt, in denen bei Probearbeiten die Person ohne Einschränkung bevorzugt wurde – selbst bei gleicher Eignung für die Tätigkeit“, erklärt Jeannine Konrad, Teamleiterin für die Betreuung von Rehabilitanden und Schwerbehinderten. Sollten zu hohe Kosten bezüglich besonderer Ausstattungen der Arbeitsplätze eine Hürde darstellen, gebe es verschiedene Programme zur finanziellen Unterstützung.

In Chemnitz waren 2025 im Schnitt 738 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet. Die Zahl ist seit 2019 steigend. Damals lag sie noch im Schnitt bei 602. Die meisten von ihnen suchen Jobs in der Unternehmensführung- und Organisation sowie im Sicherheitsgewerbe und in der Logistik. (cma)

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