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Chemnitzer Küchwaldbühne feiert Premiere von "Die Konferenz der Tiere"

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250 Besucher waren bei der ersten Aufführung des neuen Open-Air-Theaterspektakels dabei. Einige von ihnen staunten über echte Tiere als Teil der Inszenierung.

Bei kühlem Wetter nach einem Regenschauer konnten Besucher am Samstagabend die Premiere des neuen Theaterstücks "Die Konferenz der Tiere" auf der Küchwaldbühne erleben. Etwa 250 Zuschauer waren laut Birgit Schulze-Thieme vom Verein Küchwaldbühne zur Inszenierung des gleichnamigen Romans vom Dresdner Autor Erich Kästner gekommen. Unter ihnen auch eine Besucherin, die extra aus Holland anreiste, um sich die Aufführung anzusehen.

Der 1949 erschienene Roman von Erich Kästner ist ein Appell für die Rechte der Kinder und gegen Krieg und Gewalt. "Noch während ich die letzten Zeilen meiner Theaterfassung schrieb, spürte ich die sich anbahnende Katastrophe in der Ukraine", schreibt Regisseur Werner Haas auf der Internetseite der Küchwaldbühne. Somit ist Geschichte erschreckend aktuell. Die Hauptrollen in "Die Konferenz der Tiere" spielen ein Elefant, eine Giraffe und ein Löwe. Sie erleben, wie die Menschen schlecht miteinander umgehen, Kriege führen und sich in Bürokratie verlieren. Die Tiere leiden da- runter, obwohl sie selbst keine Schuld tragen. Sie finden, dass sie unbedingt etwas tun müssen, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Dabei geht es ihnen vor allem um die Zukunft der Menschenkinder. Also ruft der Elefant alle Tierarten zu einer Konferenz zusammen. Gemeinsam versuchen sie, die Menschen zu überzeugen, ihre Staatsgrenzen aufzugeben. Ihr Ziel: mit den Staatsregierungen an einem Tisch zu sitzen und für Frieden zu sorgen.

Haas entwickelte für die Aufführung im Küchwald eine eigene Variante des Romans. Er begann im Januar, das Stück gemeinsam mit seiner Assistentin Nadin Arndt zu schreiben. "Das waren unzählige Stunden mit ganz viel Freude", sagte Haas. Bei den Proben seien die jungen Schauspieler sehr motiviert gewesen, so der Regisseur, und hätten nach viel Distanz wegen der Pandemie Sehnsucht gehabt, wieder zusammen singen und schauspielern zu können. Insgesamt arbeiteten in diesem Jahr 90 Personen am Schauspiel mit. Viele der Beteiligten, auch die Techniker, die für Ton und Licht im Freilichttheater sorgten, engagieren sich ehrenamtlich. Die Arrangements, bei denen beispielsweise Pinguine oder Mäuse über die Bühne tanzten, stammen von Choreograf Robin Martin.

Für Begeisterung während der Premiere sorgten lebende Tiere, die Teil des Theaterstücks waren. "Die Kuh hat mir am besten gefallen", sagte eine junge Zuschauerin nach der Aufführung. Für eine andere Familie waren die Tiere keine Überraschung, da die Tochter das echte Pferd auf der Bühne aus ihrem Reitverein kannte. Das Publikum war von der etwa 90-minütigen Inszenierung begeistert. Birgit Schulze-Thieme vom Verein fand die Premiere, trotz kleinerer technischer Pro- bleme, ebenfalls gelungen und verteilte zum Schluss Sonnenblumen unter den Beteiligten.

Wenige Stunden vor der Premiere waren einige der jungen Schauspieler ins Rathaus gegangen, um bei Oberbürgermeister Sven Schulze persönlich vorzusprechen. Mit Plakaten warben sie für ihre Anliegen, die im Theaterstück repräsentiert sind: Umwelt- und Klimaschutz, Frieden auf der Welt, weniger Bürokratie.

Weitere Vorstellungen finden noch bis 25. September statt. Tickets und Informationen sind im Internet zu finden unter:www.kuechwaldbuehne.info

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