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Chemnitzer Rapper macht mit Chips die Zwickauer heiß

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Tomy Weber hat in der Muldestadt einen neuen Kiosk aufgemacht. Wer nicht aufpasst, den haut es dort um. Pläne hat der Musiker jetzt auch für seine Heimatstadt.

Dieser Laden macht die Gäste heißer als die "Violetta", das berühmt-berüchtigte Etablissement an der Reichenbacher Straße in Zwickau. Wir befinden uns nur ein paar Kilometer von dem Erotik-Klub entfernt, in der Leipziger Straße, die ebenfalls nicht besonders viel Glamour ausstrahlt. Aber es stimmt: In gewisser Weise befindet sich hier die schärfste Ecke von Zwickau. Zu verdanken hat die Stadt an der Mulde das einem 30-jährigen Rapper aus Chemnitz. Tomy Weber ist ein gemütlicher Kerl, Basecap, legerer Pullover, der vor ein paar Wochen an der Leipziger Straße einen Laden aufgemacht hat. Das Geschäft heißt "Einfach Kiosk". Einfacher geht's wirklich nicht.

In erster Linie gibt es hier amerikanische Süßigkeiten, fast jede Woche frisch aus den Staaten eingeflogen. Ihre Namen lauten: Twinkies, Lucky Charms, Cupcakes oder Sourpatch. Aber heiß her geht's hier aus einem anderen Grund. Tomy Weber hat auch die heißesten Chips im Angebot. Wer da mal einen probiert, der wird so schnell nicht wieder.

Eine Packung "Hot Chip" kostet zwar stolze 9,90 Euro, und zudem befindet sich nur ein einziger dieser angsteinflößenden Chili-Chips in der Packung. Aber man hat wahnsinnig viel von dem Ding, es wirkt länger nach, als einem im Normalfall lieb ist. Aus Sicherheitsgründen liegt der Packung auch ein Handschuh bei. "Wer den nicht anzieht, dann den Chip berührt und sich gleich darauf vielleicht ins Gesicht fasst oder in den Augen reibt - der hat dann ein ganz großes Problem", prophezeit Tomy Weber. Mit Problem meint er schlimmen Hautausschlag und böses Jucken. Das ist auch kein Wunder. Wir reden von einer Schärfe von sage und schreibe zwei Millionen Scoville. Bei normalem Tabasco, von dem man gern mal schnell ein paar Tropfen an einen Salat spritzt, liegt der Wert höchstens bei 5000. Peperoni haben gerade mal 500.

Hinter dem Tresen in Tomy Webers einfachem Kiosk steht Helmut, auch ein cooler Junge. Er hat einen dieser feurigen Chips aus Amerika schon einmal ausprobiert: "Mich hat's umgehauen. Ich war stundenlang außer Gefecht." In Europa gibt es keine gesetzliche Scoville-Obergrenze. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält es aber für fraglich, ob Lebensmittel mit einem Scoville-Wert ab 100.000 noch als sicher einzustufen sind.

Wer macht denn so etwas? Gibt es wirklich Leute, die sich so einen Chip kaufen? Im Internet kann man Videos von Leuten sehen, die nach dem Verzehr des Chips kaum noch Luft kriegen und nicht mehr reden können. "Es gibt eine weltweite Challenge, an der man teilnehmen kann. Und das reizt schon viele", sagt Tomy Weber. Selber hat er noch nicht getestet - und wird es vermutlich auch nie tun. Zu heiß!

Die Idee für seinen Laden hatte der Chemnitzer Rapper auf der Heimfahrt vom diesjährigen "Splash"-Festival. "Mein Bruder und ich, wir waren ziemlich betrunken und suchten nach einem zweiten Standbein", sagt Weber. Ende des Jahres will er auch ein Chemnitz so einen Kiosk aufmachen.

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