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Untersuchungen des Trinkwassers in der Stadt haben offenbar eine Verunreinigung ergeben. Was der Versorger rät.
Eigentlich gilt das Trinkwasser in Chemnitz als einwandfrei. Doch jetzt warnt der Versorger Eins: Personen mit besonderem allgemeinen Infektionsrisiko durch ein geschwächtes, nicht intaktes Immunsystem sollen es abkochen. Das heißt, diese Personen sollten zum Trinken, zum Waschen von Obst und Gemüse und zum Zähneputzen lieber abgekochtes oder industriell abgepacktes Wasser verwenden. Laut Auskunft des Gesundheitsamtes riskieren sie bakterielle Infektionen wie zum Beispiel Harnwegsinfekte. Für die Allgemeinheit bestehe aber keine zu erwartende Gesundheitsgefährdung, heißt es in der Mitteilung von Eins.
Auffälligkeiten im Westen der Stadt
Im Zuge von turnusmäßigen Trinkwasseruntersuchungen vor zwei Wochen durch das Gesundheitsamt der Stadt Chemnitz, eigene Untersuchungen sowie interne Untersuchungen eines Kunden sei der Verdacht festgestellt worden, dass die mikrobiologische Qualität des Trinkwassers in Einzelfällen nicht völlig einwandfrei sei, heißt es weiter. Auf Nachfrage der „Freien Presse“ konkretisiert Eins, dass es an mehreren Stellen im westlichen Stadtgebiet zu Auffälligkeiten gekommen sei. Es seien keine flächendeckenden Auffälligkeiten festgestellt worden. Eine Abgrenzung in einzelne Stadtteile sei auf Grund des untereinander verbundenen Trinkwassernetzes nicht möglich. „Die Fälle konzentrieren sich nach derzeitigem Stand aber eher im Westen der Stadt“, heißt es von Eins.
Nun lägen Ergebnisse der Laboruntersuchungen vor. Sie zeigen, dass es sich bei den Verunreinigung um coliforme Bakterien handele, wie sie auch in der Umwelt vorkämen. Gemäß den Veröffentlichungen des Umweltbundesamtes sei bei diesen Bakterien in der Regel „keine Gesundheitsgefährdung für die Allgemeinbevölkerung zu erwarten“.
Behebung wird einige Tage in Anspruch nehmen
Das Gesundheitsamt hatte bereits Ende Juni für einige wenige Einrichtungen ein Abkochgebot erlassen. Es werde intensiv an der Eingrenzung und Behebung der Ursache gearbeitet. Das werde aber „einige Tage“ in Anspruch nehmen, heißt es von Eins.
Dass die Öffentlichkeit erst jetzt informiert wird, liege daran, dass ein auffälliges Einzelfallergebnis immer erst durch eine Gegenprobe bestätigt werden müsse. Das erfordere einige Zeit im Labor. Mit mehreren Nachproben sei der Anfangsverdacht bestätigt worden. Erst jetzt lägen alle Ergebnisse vor. (jpe)





