Info-Tafeln sollen Geschichte erlebbar machen

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In Erfenschlag bringt der Bürgerverein Schilder an historischen Orten an. Auch dort, wo es eine Zukunft geben soll.

Haben Sie gewusst, dass im Erfenschlager Freibad in früheren Zeiten im Winter Eishockeyspielen und Schlittschuhlaufen möglich war? Und dass der Eintritt nach Eröffnung des Bades mitten in der Weltwirtschaftskrise 1931 zehn Pfennige kostete? Selbst Alteingesessenen werden solche Details vermutlich nicht kennen. Um Informationen wie diese zu erfahren und Wissen aufzufrischen wurde am Donnerstag eine Tafel am Erfenschlager Bad angebracht: zur Information für Einheimische und Auswärtige, die zu Fuß oder mit dem Rad die Umgebung erkunden. Neben zahlreichen Fakten zur Geschichte der Anlage wurden auf die Tafel auch historische Fotos gedruckt. Sie zeigen den ursprünglichen Badeteich zur Eröffnung, Bauarbeiten im Gelände und den Zustand Ende der 1930er-Jahre.

In der Coronapandemie habe er zahlreiche Wanderer auf den Erfenschlager Pfaden gesehen, wenn er mit seinem Hund unterwegs war, sagt Achim Dresler, Vorsitzender des Bürgervereins Erfenschlag. Dabei kam ihm die Idee, an historischen Gebäuden wie etwa der früheren Spinnmühle Info-Tafeln anzubringen. Auch an Stellen, an denen von früheren Bauwerken nichts mehr zu sehen ist - wie etwa am Standort der ehemaligen Skisprungschanze. Die Idee der Tafeln an historischen Anlagen sei nicht neu, aber es sei dem Bürgerverein wichtig, Einwohner und Besucher auf alte Gebäude oder Einrichtungen hinzuweisen, vor allem auf jene, die es nicht mehr gibt. Zunächst sollen sieben solcher Tafeln in Erfenschlag angebracht werden, in einer zweiten Serie sind fünf weitere geplant, sagt Achim Dresler.

Um das Freibad selbst war es zuletzt ruhig geworden. Seit 2014 wegen Mängeln geschlossen, versuchten engagierte Bürger inzwischen mehrfach, das Bad zu retten - teils mit emotionalen Aktionen. Zuletzt war voriges Jahr ein Antrag der CDU-Fraktion im Stadtrat knapp fehlgeschlagen, im Haushalt Geld für den Erhalt des Bades einzustellen. Pläne, das Bad wieder zu eröffnen, habe man nicht ad acta gelegt, betonte am Donnerstag Bad-Aktivist Felix Kreißel. Zunächst wolle man sich aber darauf konzentrieren, dass auf einem Teil des Badgeländes eine Freizeitanlage errichtet wird. Denn Erfenschlag sei der einzige Stadtteil von Chemnitz, in dem es keinen öffentlichen Spielplatz gebe.

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