Ein neues Auto für Familie Liebsch, angepasst an die Bedürfnisse von Tochter Sophia, konnte dank der Spenden von Leserinnen und Lesern der "Freien Presse" in der Aktion "Leser helfen" mitfinanziert werden. Damit geht es nun in den Urlaub - zum ersten Mal seit vielen Jahren.
Ein neues Auto für Familie Liebsch, angepasst an die Bedürfnisse von Tochter Sophia, konnte dank der Spenden von Leserinnen und Lesern der "Freien Presse" in der Aktion "Leser helfen" mitfinanziert werden. Damit geht es nun in den Urlaub - zum ersten Mal seit vielen Jahren. Bild: Andreas Seidel
Chemnitz
"Leser helfen": Familie Liebsch startet mit neuem Auto in den Urlaub

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Der Wagen ist an die Bedürfnisse von Sophia Liebsch angepasst worden. Möglich haben das Spenden der "Leser helfen"-Aktion gemacht.

Sophia sitzt in ihrer Schaukel und genießt. Mutter Susann und Vater Stephan schubsen sie abwechselnd an. Ab und zu gibt das Mädchen einen fröhlichen Laut von sich. Die frische Luft tut der Neunjährigen gut und in ein paar Tagen kann sie sogar Bergluft schnuppern. Zum ersten Mal seit vielen Jahren geht es für die Liebschs in den Urlaub, in das österreichische Pinzgau.

Möglich wird diese Reise, verbunden mit einer stundenlangen Fahrt, auch durch das neue Auto der Familie. Ein VW Multivan mit herausnehmbaren Sitzen, behindertengerecht ausgebaut mit einer Rampe für Sophias Rollstuhl und mitfinanziert durch die "Freie Presse"-Aktion "Leser helfen".

Fast 40.000 Euro sind seit November 2020 auf Sophias Spendenkonto eingegangen. "Es waren genau 39.581 Euro", rechnet Stephan Liebsch nach. Die Spendenbereitschaft und Solidarität der "Freie Presse"-Leser begeistere ihn nach wie vor. Doch auch privat haben Personen Geld übermittelt: "Um die Adventszeit und zu Heiligabend haben wir Umschläge und Briefe bekommen, aber nicht nur von Freunden und Familie, auch von Leuten aus dem Ort. Zwei Schreiben kamen anonym. Da kamen teils beträchtliche Summen zusammen. Wir waren geschockt, positiv", erzählt Susann Liebsch gerührt.

Durch die Spenden konnte ein Großteil der Kosten für den Transporter und dessen Umbau gestemmt werden. Eine Rollstuhlrampe musste angebaut und ein spezielles Gurtsystem installiert werden. Ursprünglich sollte der Van über einen Hubschwenksitz verfügen, der sich nach außen klappen und herunterfahren lässt. In diesen hätten ihre Eltern Sophia allerdings hinein heben müssen. Eine Aufgabe, die sich mit zunehmendem Alter und Gewicht des Mädchens schwieriger gestaltet hätte. Stattdessen nun also mehr Platz im Heck des Wagens, auch für Sophias Therapierad.

Ein seltener Gendefekt führt bei der Neunjährigen zu einer schweren Stoffwechselstörung. Sie leidet unter starken epileptischen Anfällen, kann weder sprechen noch stehen oder gehen und ist auf den Rollstuhl angewiesen. Damit sich ihre Muskulatur trotzdem weiter entwickelt, bekommt sie regelmäßig Physiotherapie. Das Therapierad hilft zudem dabei, die Beine des Mädchens zu trainieren. Auch deshalb soll es unbedingt mit in den Urlaub.

Alle seien schon gespannt auf die Reise, versichert Stephan Liebsch. "Wir haben eine behindertenfreundliche Unterkunft gefunden. Was genau wir dann vor Ort alles machen können, wird sich zeigen. Wir hoffen, dass die Berggondeln groß genug für Sophias Rolli sind. Wir würden gerne mit ihr auf wenigstens einen der Berge", fügt er hinzu.

Susann Liebsch überlegt unterdessen, wie sie das Gepäck für ihre fünfköpfige Familie im neuen Auto verstauen soll: "Es ist ein bisschen wie Tetris spielen. Ich kann keine Koffer nehmen, muss alles in Beutel packen." Doch sie ist zuversichtlich, dass die Reise, samt langer Strecke, im neuen Multivan gelingt.

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