Liveticker: Nach dem Neonazi-Eklat - Pressekonferenz beim CFC

12:21 Uhr: Damit geht eine außergewöhnliche Pressekonferenz zu Ende. Zusammenfassung: Vorstandmitglied Thomas Uhlig war allein für die Durchführung der Trauerminute für Thomas H. veranwortlich - und nicht der Verein. Und: Die Mannschaft, aktueller Spitzenreiter der Regionalliga, leide sehr unter der aktuellen Situation. Konkretere Infos zur angeblichen Erpressung und zu den Kündigungen der Zusammenarbeit mit drei Mitarbeitern des Vereins gab es nicht. Neu war, dass der komplette Ablauf der Trauerminute wohl von einer "Gruppierung" vorgegeben wurde - so sagt es Insolvenzverwalter Siemon.

12.14 Uhr: Sportchef Thomas Sobotzik sagt, dass alle Vertragsgespräche mit den Spielern derzeit auf Eis gelegt sind. "Ich habe derzeit keine Argumente", sagt er. "Die Jungs hören, dass sie bei einem Nazi-Verein spielen." Sobotzik kritisiert dabei vor allem die mediale Berichterstattung über den Samstag und auch schon davor. Zur Personalie Thomas Uhlig sagt Siemon, dass dieser lediglich als Veranstalungsleiter nicht mehr im Amt sei. Alle weiteren Funktionen übe er noch aus. Damit wäre der Vorstand des CFC weiterhin arbeitsfähig. "Ich bitte darum abzuwarten, was in dieser Sache noch herauskommt. Ich möchte nicht, dass Herr Uhlig vorverurteilt wird." Vorstandsvorsitzender Andreas Georgi ist derzeit im Urlaub, auch von ihm erwartet sich Siemon aber Antworten zu den Geschehnissen am Samstag. "Er kann sicherlich auch aus der Ferne etwas zu dem sagen, was in der Fanszene passiert." Sobotzik sagt, dass er während des Spiels mitbekommen habe, dass es eine Gedenkminute für Thomas H. gibt. "Um wen es sich dort handelt, habe ich erst nachlesen müssen. Ich wusste es zunächst nicht."

12.04 Uhr: Zur ersten Pressemitteilung des CFC am Sonntag, in der die Trauerminute noch verteidigt wurde, sagt Klaus Siemon, dass man zunächst davon ausgegangen war, dass alle handelnden Personen korrekt gehandelt habe. "Wir brauchten dann einige Zeit, die Geschehnisse aufzuarbeiten. Am Montag haben wir dann reagiert und Strafanzeige gestellt." Klaus Siemon wird gefragt, wie es nun weitergehen soll. "Wir haben hier ein Problem, welches nicht nur ein CFC-Problem ist", sagt Siemon. "Wir müssen wieder dazu kommen, dass Familien mit Kindern gern ins CFC-Stadion kommen."

11:52 Uhr: Siemon wird nun gefragt, warum auch Leinwand, Musik und Stadionsprecher-Ansage bei der Trauerminute eingebaut wurden. "Dem Veranstaltungsleiter ist von einer Gruppierung mitgeteilt worden, wie das zu laufen hat", sagt Siemon. Jetzt wird nach dem Trikot gefragt, das Daniel Frahn hochgehalten hat. "Support your local Hools" stand darauf. Frahn wurde daraufhin vorläufig für vier Spiele gesperrt. Thomas Sobotzik dazu: "Daniel hat das T-Shirt schon ein Jahr lang bei sich zuhause gehabt. Er wusste nicht, was es für eine Bedeutung hat. Er hat einen großen Fehler gemacht und sich auch entschuldigt. Daniel ist ein liebevoller Familienvater und immer ein Vorbild gewesen. Ich bitte alle, den Jungen jetzt nicht kaputtzumachen."

11:46 Uhr: Klaus Siemon sagt, dass allein Thomas Uhlig als Veranstaltungsleiter die Entscheidung für das Abhalten der Trauerminute allein getroffen habe. Dass auch drei weitere Mitarbeiter entlassen wurden, begründet Siemon damit, dass diese nicht im Sinne des Vereins gearbeitet hätte. Siemon betont, dass Uhlig im Vorfeld des Spiels am Samstag erpresst worden sei. "Die Choreografie am Samstag ist im Vorfeld organisiert worden. Ich sehe hier ein Erpressungsszenario." Er werde auch zivilrechtliche Schritte prüfen. Von wem Uhlig erpresst worden sei, sagt Siemon nicht. "Es gibt konkrete Anhaltspunkte", sagt er nur. Siemon betont mehrmals, dass nicht der CFC sondern Veranstaltungsleiter Uhlig die Entscheidung pro Trauerminute getroffen habe.

11:40 Uhr: Thomas Sobotzik deutet an, dass es aktuell schwer sei, die Spieler beim CFC zu halten. "Ich möchte mich bei den Jungs bedanken für das, was sie bisher geleistet haben", sagt der Sportchef. Er bezieht sich vor allem auf das mediale Interesse am Verein, bei dem es aus seiner Sicht zu wenig um das Sportliche geht. "Wir fühlen uns im Stich gelassen. Alle erzählen uns, was wir tun sollen. Aber allein können wir das nicht schaffen. Wir sind alle keine Chemnitzer, wir kommen alle von woanders her. Wir brauchen Hilfe der Politik, der Sponsoren und der Fans." Man bekäme von allen Seiten nur Schuldzuweisungen. Die Spieler würden alle auch im privaten Umfeld ständig gefragt, wo sie denn da gelandet seien. "Ich weiß momentan nicht, wie ich das lösen soll", sagt Sobotzik. Jetzt können die Journalisten fragen stellen.

11:36 Uhr: Siemon spricht von einer "massiven Beeinflussung des freien Willens" der handelnden Personen beim CFC. "Es gibt bestimmte Sicherheitskonzepte und Bestimmungen. Es gibt einen Veranstaltungsleiter, der am Ende die Entscheidungen trifft." Damit meint er Thomas Uhlig, der am Sonntag aus dem Vorstand zurückgetreten ist. Der Insolvenzverwalter betont, dass die Entscheidung vom Samstag keine des Vereins gewesen sei. Thomas Uhlig hätte den Posten des Veranstaltungsleiters nur übernommen, um als Ehrenamtler zu helfen. Jetzt spricht Sportchef Sobotzik. "Die Jungs sind am Boden", sagt er über die Stimmung in der Mannschaft. Das Team bekäme seit dem ersten Tag trotz starker Leistungen null Anerkennung. "Ich habe bisher immer versucht, die Nebengeräusche von der Mannschaft fernzuhalten. Das funktioniert jetzt nicht mehr." Man sei an einem Punkt angekommen, an dem er (Sobotzik) den Jungs nichts mehr erzählen könne und wie er sie für das Fußballspielen in Chemnitz begeistern könne.

11:30 Uhr: Die Pressekonferenz beginnt. Zunächst spricht Insolvenzverwalter Klaus Siemon. Die Ereignisse der vergangenen Tage seien auf den Verein eingeprasselt. Die Journalisten sollen nun die Chance bekommen, ihre Fragen zu stellen. "Wenn die Pressekonferenz vorbei ist, wollen wir uns wieder auf das Sportliche konzentrieren", sagt Siemon.

11:23 Uhr: Fragen, auf die sich die anwesenden Journalisten heute Antworten erhoffen, sind unter anderem: Wer hat die Trauerminute im Stadion genehmigt? Wieso hat Sportchef Sobotzik, der im Stadion war, nicht reagiert? Wurde tatsächlich Druck auf die Vereinsführung ausgeübt, damit die Trauerminute stattfindet? Noch immer warten die Pressevertreter auf den Insolvenzverwalter und den Sportchef. Letzterer ist nach dem Rücktritt von Thomas Uhlig übrigens neben dem Vostandsvorsitzenden Andreas Georgi einzig verbliebenes Mitglied im Vorstand des Chemnitzer FC e.V. Der Vorstand ist dadurch handlungsunfähig - wie es hier weitergehen soll, ist also auch noch offen.

11.03 Uhr: Das Medieninteresse hält sich trotz der bundesweiten Aufmerksamkeit für die Vorfälle am Samstag in Grenzen. Die lokalen Medien sind vertreten, dazu Kamerateams des Mitteldeutschen Rundfunks. Wie Pressesprecher Wunderlich soeben mitteilt, werden sich Siemon und Sobotzik allerdings verspäten. Die Pressekonferenz beginnt erst gegen 11.30 Uhr.

10.45 Uhr: Fünf Tage nach dem Eklat im Chemnitzer Fußballstadion will sich die Führung des Chemnitzer FC heute zu den Vorfällen äußern. Zur Pressekonferenz ab 11 Uhr werden Insolvenzverwalter Klaus Siemon, Sportvorstand Thomas Sobotzik und CFC-Pressesprecher Steffen Wunderlich erwartet. Wir berichten in einem Liveticker darüber, was die Vereinsleitung zu den Vorfällen und den Ereignissen danach sagen wird.

Vor dem Spiel am Samstag wurde des am Freitag zuvor verstorbenen Neo-Nazis Thomas H. öffentlich gedacht. Nach der anschließenden Empörung darüber trennte sich der Verein unter anderem vom Stadionsprecher, einem Mitarbeiter der Kommunikationsabteilung sowie der Fanbeauftragten. Zudem war Vorstandsmitglied Thomas Uhlig zurückgetreten.

Bewertung des Artikels: Ø 3.3 Sterne bei 3 Bewertungen
2Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

  • 15
    4
    diaz78
    14.03.2019

    Ist wirklich traurig, wenn er Erwachsener Mensch und Familienvater sich der Bedeutung eines T-Shirt nicht bewusst ist. Lächerlicher geht es kaum.

  • 5
    4
    sunhiller
    14.03.2019

    Viel geredet aber nichts gesagt...
    Das hätte man sich sparen können !



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...