Ludwig tritt nicht wieder bei Chemnitzer OB-Wahl an

Chemnitz.

Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) wird bei den OB-Wahlen im kommenden Jahr nicht wieder antreten. Nach 14 Jahren an der Spitze der Stadt sagte die 57-Jährige am Dienstagmittag: "Zu einer starken Demokratie gehören Kontinuität, aber auch Veränderung." Nach mehr als 20 Jahren  in öffentlichen Ämtern wolle sie mit Ablauf ihrer Amtszeit im September 2020 anderen Dingen in ihrem Leben mehr Platz geben. "Bis zu diesem Zeitpunkt werde ich weiterhin all meine Kraft und mein Tun meiner Heimatstadt widmen." 

Während einer am Mittag anberaumten Pressekonferenz erklärte Barbara Ludwig, sie habe bereits 2013 für sich die Entscheidung getroffen, im Jahr 2020 nicht wieder zu kandidieren. Auslöser sei das knappe Wahlergebnis gewesen. Zu ihrer Zukunft befragt sagte Ludwig, sie könne sich vorstellen, wieder in ihrem eigentlichen Beruf als Grundschullehrerin zu arbeiten. Dafür aber sei sicher eine Qualifizierung nötig, fügte sie hinzu. "Es ist ein wunderbarer Beruf, und diese Leute werden gesucht", sagte sie.


«Barbara Ludwig ist eine prägende Persönlichkeit Sachsens und der Stadt Chemnitz. Ihre Verdienste gehen weit über Chemnitz hinaus», betonte SPD-Chef Martin Dulig. Ludwig habe «die parlamentarische Demokratie in Sachsen mit aufgebaut, Wissenschaft und Kunst vorangebracht und die Stadt Chemnitz in die Zukunft geführt». Dulig lobte Tugenden Ludwigs wie Führungsstärke, einen den Menschen zugewandten Politikstil und Mut, große Herausforderungen anzupacken. Sie habe Chemnitz in guten, aber vor allem in schwierigen Zeiten mit einer menschlichen Größe geführt.

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) würdigte die SPD-Politikerin: «Mit Barbara Ludwig verbindet mich ein starkes Vertrauensverhältnis. Die Oberbürgermeisterin streitet couragiert für die Interessen ihrer Heimatstadt.» Viele wichtige Projekte seien gelungen: «Mir sind viele schöne Momente und Begegnungen in Erinnerung und kritische Situationen, die zu großem Zusammenhalt geführt haben.» Kretschmer hatte nach ausländerfeindlichen Übergriffen in Chemnitz im Spätsommer 2018 eine Reihe von Terminen gemeinsam mit Ludwig bestritten.

Ludwig ist seit 2006 Oberbürgermeisterin in Chemnitz. Zuvor war sie von 2004 bis 2006 Ministerin für Wissenschaft und Kunst in Sachsen. Bei ihrer letzten Wahl zum Chemnitzer Stadtoberhaupt hatte Ludwig 63,8 Prozent der Stimmen erhalten. (su/fp/dpa)

Bewertung des Artikels: Ø 3.4 Sterne bei 10 Bewertungen
33Kommentare
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  • 1
    2
    acals
    15.09.2019

    Also es darf zusammenfassend festgestellt werden, dass viele hier viel wissen, aber keinen kennen der könnte. (Nico und Martin halte ich für Null- und Lachnummern.)

    Das ist bezeichnend - denn wem damit das Feld überlassen wird ist auch klar, also in dieser Kommune. Feiern ja, am besten jedes WE - aber nachhaltig angelegt arbeiten: Fehlanzeige. Traurig. Chemnitz.

  • 4
    2
    Mike1969
    12.09.2019

    Gut so ! Hätte sie eh nicht mehr gewählt !

  • 3
    6
    gelöschter Nutzer
    11.09.2019

    Distel...: Das gleiche kann ich natürlich umgekehrt genauso behaupten.

  • 5
    4
    MuellerF
    11.09.2019

    @Hinterfragt: Ich stimme Ihnen ja grundsätzlich in Ihrer Forderung zu, jedoch behaupten eben alle Parteien, immer das Wohl Aller im Blick zu haben.
    Uneinigkeit besteht darüber, WIE das jeweils zu erreichen ist- darum gibt es ja Parteien. Wenn man als Amtsträger immer neutral ist, kann man keine Entscheidungen treffen & folglich nichts bewirken.

  • 5
    9
    Hinterfragt
    11.09.2019

    Nun, @Distelblüte; Sie sollten mal in sich gehen ...

  • 6
    5
    Distelblüte
    11.09.2019

    @th: Im Fall von Pegida und Co gilt wohl eher "wie es in den Wald hineinruft, so schallt es zurück".

  • 8
    3
    Hinterfragt
    11.09.2019

    @MuellerF; "...dass Sie ohne Parteibindung nur schwer einen Wahlkampf finanzieren können..."
    Und, wo ist das Problem?
    Die/ der OB kann doch einer Partei angehören, in der Ausübung seines Amtes sollte er sich aber, ähnlich dem Bundespräsidenten, parteipolitisch neutral verhalten.

  • 7
    9
    gelöschter Nutzer
    11.09.2019

    Blacky: Wissen Sie was sich Menschen von pro Chemnitz, Pegida oder der AfD so für Beleidigungen anhören müssen ?

  • 3
    4
    Hinterfragt
    11.09.2019

    "...Kritik gerne, aber es muss in einem anständigen Rahmen bleiben und den vermisse ist derzeit vielmals...."
    @Blackadder, höre ich da etwa Selbstkritik?

  • 7
    5
    Blackadder
    11.09.2019

    Wenn ich mir so die Kommentare in den (a)sozialen Netzwerken ansehe, braucht ein Bewerber auf den Posten vor allem eins: ein dickes Fell, denn die Beleidigungen und Beschimpfungen der besorgten Bürger prallen sicher nicht an jedem einfach so ab. Kritik gerne, aber es muss in einem anständigen Rahmen bleiben und den vermisse ist derzeit vielmals. Gestern sagte auch ein Bekannter zu mir: kann ich verstehen, dass die OB nicht wieder antritt, was die sich immer so anhören muss auch im Stadtrat, gerade von ProChemnitz und Co. , da musste ich ihm leider zustimmen. Wenn man bei Facebook so liest, was ein Lars Franke erst letzte Woche auf Facebook (unter einem Freie Presse Artikel) über eine grüne Landtagsabgeordnete schreibt, da ist man schon erschüttert über den Niedergang der politischen Kultur.

  • 5
    8
    cn3boj00
    10.09.2019

    @Blacksheep, warum geben Sie Blackadder nur ungern recht?

  • 3
    6
    gelöschter Nutzer
    10.09.2019

    BlackSh....: Ich habe bisher niemanden vorgeschlagen! Wen meinen sie?

  • 4
    11
    franzudo2013
    10.09.2019

    Eine weise Entscheidung. Die Niederlage 2020 kann sie sich ersparen. Vielleicht findet sie jetzt zu kommunaler Gelassenheit zurück und lässt sich nicht mehr von den grünen und dunkelroten Kameraden vor sich her treiben.

  • 11
    1
    BlackSheep
    10.09.2019

    @thomboy, da gebe ich Blackadder ungern recht, einer der 5, Prozent kriegt, kann wirklich kein ernsthafter Vorschlag sein.

  • 8
    2
    MuellerF
    10.09.2019

    @Hinterfragt: Das Problem ist nur, dass Sie ohne Parteibindung nur schwer einen Wahlkampf finanzieren können, es sei denn, Sie haben das nötige Kleingeld privat auf Tasche. Das gilt auch für viele "parteilose" Kandidaten, die ja trotzdem dieser oder jener Fraktion angehören.

  • 4
    14
    gelöschter Nutzer
    10.09.2019

    "da bin ich aber traurig" war natürlich nur Ironie!

  • 9
    8
    Blackadder
    10.09.2019

    @hinterfragt: Fände ich gut. Hätten Sie da jemanden im Auge?

  • 20
    5
    Hinterfragt
    10.09.2019

    Ein/e OB sollte nur den Bürgern der Stadt und keinerlei Parteien gegenüber verpflichtet sein.

  • 6
    13
    BlackSheep
    10.09.2019

    @osgar, ist ja bloss halb Ironie, der Martin war schon ironisch, das was ich über Frau Ludwig geäußert habe war ernstgemeint.

  • 22
    9
    Blackadder
    10.09.2019

    @blacksheep: Kohlmann holte bei der letzten OB Wahl 5,6 % . Ob er sich nochmal so blamieren will?

  • 21
    5
    osgar
    10.09.2019

    @BlackSheep, Ironie sollten Sie als solche bezeichnen.

  • 13
    41
    BlackSheep
    10.09.2019

    Ich würde Martin Kohlmann vorschlagen. Der bezeichnet wenigstens nicht jeden Chemnitzer der demonstriert als Nazi. Bei dem Thema ist Frau Ludwig ja den Bürgern der Stadt die Sie vertritt, hemmungslos in den Rücken gefallen.

  • 24
    2
    Steuerzahler
    10.09.2019

    Ideal wäre ein Kandidat (in) mit der Fähigkeit, Chemnitz nach außen offensiv zu vertreten und der Stadt in Sachsen den Stellenwert zu verschaffen, der Ihr gebührt.

  • 16
    9
    cn3boj00
    10.09.2019

    Na einige hier würden sich bestimmt schon auf den Nico freuen. Der Mann mit Sachverstand und guten Ideen, mit Kompetenz für diesen Posten.
    Wo der nun seine sicher geglaubten Landtagsdiäten abschreiben musste.

  • 12
    12
    acals
    10.09.2019

    @blacky: Der Vorschlag mit Kati ist halb ernst, halb augenzwinkernd gemeint - so bitte auch den Rest lesen.

    Eine Person mit ihren/m Erfahrungen und Bekanntheitsgrad, dieser Weitsicht und internationalen Verbindungen bietet die Kommune Chemnitz ansonsten nicht.

    Wuerde sie antreten haette sie meine Stimme - ein schoenes Gesicht hinter dem sich durch mit viel Schweiss grosse errungene Erfolge verbergen. Stuende Chemnitz aktuell gut zu Gesicht.

    Gegenvorschlag?

  • 2
    15
    Hinterfragt
    10.09.2019

    @Blackadder; nicht wundern ein Grüner :-)

  • 16
    9
    Blackadder
    10.09.2019

    @acals: Seit wie vielen Jahren wohnt Frau Witt jetzt nicht mehr in Chemnitz? Dürften schon bald 30 sein, oder?

  • 12
    27
    Interessierte
    10.09.2019

    Wo , wann hat sie denn das Herz eingesetzt ?

  • 13
    22
    acals
    10.09.2019

    Also, Kandidatin mit Herz fuer Chemnitz, beruflich flexibel erfolgreich, weltweit anerkannte und geschaetzte Persoenlichkeit, soziales Engagement dazu schillernd als Persoenlichkeit, parteiuebergreifend vermittelbar - da fiele mir Kati Witt ein.

    Vielleicht fragt ja mal jemand nach ...?

  • 10
    43
    gelöschter Nutzer
    10.09.2019

    Da bin ich aber Traurig!!! ;-))

  • 27
    18
    872889
    10.09.2019

    Liebe/r Interessierte: Ein Blick in die Gemeindeordnung verrät, welche Aufgaben ein/e (Ober-)Bürgermeister/in hat. Und ich denke, da hat sie grundsätzlich einen guten Job gemacht. Verständlicher Schritt, aber schade. Man kann nur hoffen, dass man eine/n würdige/n Nachfolger/in findet mit einem solchen Sachverstand und Herz für die Stadt findet. Zeit für die Kandidatensuche ist ja nun da.

  • 20
    7
    Blackadder
    10.09.2019

    Ich hatte das erwartet, jetzt wird es aber erst so richtig spannend: Das Rennen ist offiziell eröffnet! Gibt es gute Chemnitzer Kandidaten, gerne auch überparteilich?

  • 19
    37
    Interessierte
    10.09.2019

    Das ist eine gute Idee und eine gute Begründung ...
    Ich hätte sie eh´nicht gewählt , sondern wieder so wie letztens ...
    Wer sich nicht für seine ( ihre ) Stadt einsetzt und auch kein Jahrhundertfeier zustande bringt , wo man sich schon ewig drauf gefreut hat , und sich somit auch nicht durchsetzen kann gegenüber irgendwelchen aufgetauchten Ganoven und zuläßt , was in dieser Stadt so alles passiert , der sollte diesen Job dann auch sein lassen .....
    Nur für das gestrichene SchmutzRegenAbwasserÜberlaufBecken muß man sich bei ihr bedanken ….



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