Sportschütze muss nach Urteil länger ins Gefängnis

Ein Mann soll im Sommer 2018 seiner Ex-Freundin nachgestellt und sie bedroht haben. Der Richter fand für den Angeklagten klare Worte.

Chemnitz.

Im Berufungsprozess gegen einen 31-jährigen Sportschützen aus dem Raum Chemnitz, der seine ehemalige Freundin im vergangenen Jahr mit einer Schusswaffe bedroht haben soll, ist am Freitag am Landgericht Zwickau das Urteil gefallen: Der Mann wurde zu dreieinhalb Jahren Haft und damit zu einer höheren Strafe als in erster Instanz verurteilt. Das Amtsgericht Zwickau hatte ihn zuvor für drei Jahre ins Gefängnis schicken wollen. Dagegen hatten sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt worden.

Das Landgericht sah die Vorwürfe als erwiesen an und verurteilten den 31-Jährigen unter anderem wegen Bedrohung, Nachstellung, Wohnungseinbruchdiebstahl mit Waffen, Vorbereitung der Ausspähung und Verstoß gegen das Gewaltschutzgesetz. Der Fall hatte im Juni 2018 im Raum Chemnitz und Limbach-Oberfrohna zu einem Großeinsatz der Polizei geführt, nachdem der Mann in Verdacht stand, mit einem Gewehr in der Region unterwegs zu sein. Mit seinem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte lediglich neun Monate Haft gefordert. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Der Angeklagte hat bereits am Freitag angekündigt, in Revision gehen zu wollen.

Der vorsitzende Richter am Landgericht, Torsten Sommer, fand in seiner Urteilsbegründung klare Worte für den Angeklagten. "Sie haben eine ganze Familie über Monate hinweg in Angst und Schrecken versetzt, und Sie wollten die absolute Kontrolle über die junge Frau haben", sagte er an den 31-Jährigen gewandt. Der Mann soll seiner Ex-Freundin nicht nur nachgestellt haben, er soll auch ein Gewehr aus dem Waffenschrank seines Vaters gestohlen haben, um damit die Familie des Opfers zu bedrohen. Die Waffe ist bis heute verschwunden. Er habe keine Zweifel daran, dass der Angeklagte selbst die Waffe entwendet habe, erklärte der Richter und fügte hinzu: "Ich halte Sie nach wie vor für gefährlich." (su)

1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    1
    MuellerF
    23.11.2019

    Offenbar zeigt der Angeklagte weder Einsicht noch Reue sondern fühlt sich vielmehr noch als Opfer, daher trifft die Einschätzung des Richters wohl leider zu.



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