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Stadtgeflüster: Chemnitz mit neuen Freunden erleben

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Unkomplizierte Hilfe bei der Ankunft, ausdauernde Unterstützung für die Kunst und kulinarische Grüße aus Wien.

Thomas Höppner (Foto), Geschäftsführer des Unternehmens Videovision, engagiert sich in seiner Freizeit dafür, dass Neu-Chemnitzer in seiner Heimatstadt ein schönes, neues Zuhause finden. Höppner hat die Chemnitzer "Niederlassung" des bundesweit aktiven Netzwerkes "Start with a Friend" gegründet. Der englische Name steht dafür, mit einem Freund durchzustarten. Angesprochen sind vor allem Menschen aus dem Ausland, die in Chemnitz zugezogen sind - sei es als Einwanderer, Studenten auf Zeit oder mit Fluchtgeschichte. "Unser Ziel ist es, eine Art Tandem zu finden", so Thomas Höppner. "Jedem neu Angekommenen möchten wir einen Chemnitzer Paten zur Seite stellen. Bestenfalls lernen die beiden dann die Stadt und die Umgebung gemeinsam kennen." Hin und wieder gibt es gemeinsame Abende mehrerer Tandems. So wie jetzt an der Bowlingbahn des Feel-good-Clubs am Stadtpark. "Dort haben wir ein unkompliziertes Treffen gehabt und uns ausgetauscht", so Thomas Höppner. Er hofft nun, dass sich möglichst viele Chemnitzer finden, die mit den Angekommenen Zeit verbringen möchten. "Natürlich helfen wir dabei, dass nur seriöse Partner zueinander finden. Gleichberechtigtes Miteinander ist das A und O." Die Bowlingbahn durften die Chemnitzer mit ihren neuen Freunden übrigens kostenfrei nutzen. "Wir finden es super, dass der Club am Stadtpark unser Vorhaben unterstützt", so Thomas Höppner.

Sven Naumann (Foto), Verkaufsleiter für Pkw im Autohaus Schloz und Wöllenstein, ist stolz auf sein Team. Denn das konnte jetzt eine besondere Auszeichnung einheimsen. Im Rahmen der europaweiten Geschäftsführertagung der Mercedes-Benz-Group AG weilte Naumanns Chef Andreas Wöllenstein in der portugiesischen Stadt Porto. Jedes Jahr wird die Veranstaltung in einer anderen europäischen Stadt durchgeführt. Und diesmal begeisterte eben nicht nur die außergewöhnliche Location, ein Eventzentrum über den Dächern der Stadt an der Atlantikküste. Diesmal machten vor allem die Ergebnisse der Chemnitzer Automobil-Unternehmensgruppe richtig gute Laune. Denn sie kam mit ihrer Sparte Gebrauchtwagenhandel auf den zweiten Platz bei der Kundenzufriedenheit bei Mercedes-Benz. Es gab eine weitere Studie, bei der die globale Loyalität der Kundinnen und Kunden bewertet wurde. Und da landete das Chemnitzer Team europaweit sogar auf Platz eins. "Unser Dank geht an die gesamte Abteilung, beginnend bei den Verkäufern, über die Dispo, bis hin zu den technischen Bewertern. Es ist eine echte Mannschaftsleistung", freute sich Sven Naumann über die Auszeichnungen.

Dr. Stephan Scholz, langjähriger Inhaber eines medizinischen Labors, hat einen privaten Meilenstein erreicht. Seit genau 30 Jahren steht er dem Förderverein der Freunde der Kunstsammlungen vor. Gemeinsam mit einstigen Vertretern des Chemnitzer Museums hatte er den Interessensverband 1992 gegründet und seitdem lückenlos geführt. "Meine ganze Familie ist von jeher sehr kunstinteressiert", so Stephan Scholz. "Deshalb liegt mir die Förderung unseres Museums besonders am Herzen." Mehr als 1000 Mitglieder gehören heute zu den Freunden der Kunstsammlungen. Der Verein ist damit einer der mitgliederstärksten Fördervereine eines Museums für bildende Kunst in Sachsen. Im Mittelpunkt aller Aktivitäten steht die direkte und indirekte, vor allem die ideelle Unterstützung der Arbeit der Kunstsammlungen Chemnitz sowie die Finanzierung von Ankäufen, Ausstellungen und Projekten. So wurden in den vergangenen 30 Jahren viele Kunstwerke bezahlt beziehungsweise co-finanziert, darunter allein im Jahr 2001 sieben Plastiken von Richard Scheibe, 2004 die Grafikmappe "30 Jahre Galerie oben" und im Jahr 2006 die komplette Plakat- und Flugblattsammlung von Klaus Staeck. Es gibt zudem regelmäßige Sonderführungen, Kunstseminare und Kunstexkursionen. So waren die Freunde in den vergangenen Jahren in den großen Museen von London, Rom, Paris, Kopenhagen, Madrid und Barcelona unterwegs. Atelierbesuche bei Künstlern fanden statt - unvergessen die Privatführung von Georg Baselitz durch dessen Schloss und Atelierneubau. 2018 besuchten die Kunstfreunde in Venedig die Biennale und erst in diesem Jahr das neu eröffneten Munch-Museum, das National-Museum und die Oper in Oslo. "Auch in den zwei Jahren der Pandemie haben die Mitglieder dem Museum und Verein die Treue gehalten", freut sich Stephan Scholz. Zur Seite steht ihm bei der Arbeit Kulturmanagerin Kerstin Seliger - übrigens auch schon seit 22 Jahren dabei. Am Samstag wurde das 30-jährige Bestehen des Netzwerkvereins groß gefeiert. Wo? Natürlich in den Kunstsammlungen.

Bernd Küpperbusch (Foto), Autor aus Halle, hat Chemnitz und Wien vernetzt. Der Mann ist eigentlich Ingenieur und reist um die ganze Welt. In seiner Freizeit schreibt er aber Bücher. Verbindung zu Chemnitz hält er über seine Frau, die in der Stadt geboren wurde. Vor der Coronazeit war Küpperbusch zu einer Lesung ins Miramar eingeladen. Diese musste zunächst ausfallen und wurde in der vergangenen Woche nun endlich nachgeholt. Bernd Küpperbusch hatte zwischenzeitlich ein neues Buch geschrieben - inspiriert von einer Reise in Österreichs Hauptstadt Wien. Sein Buch dreht sich um eine Krimigeschichte rund um Sigmund Freud und das traditionsreiche Hotel "Regina". Als die Inhaber dieses herrschaftlichen Gästehauses von Küpperbuschs Leseauftritt in Chemnitz hörten, schlugen sie vor: "Kredenzt doch zu dem Termin ein österreichisches Menü im Miramar. Wir helfen Euch dabei!" Und so kam es, dass die Küchenchefin aus Wien mit dem Chemnitzer Küchenchef fachsimpelte und sie zur Lesung ein gemeinsames Essen mit Schnitzel, Strudel und Erdäpfelsuppe auftischten. "Es hat fantastisch geschmeckt", schwärmte Bernd Küpperbusch danach. "Für die künftige Kulturhauptstadt werde ich nun noch intensiver werben."

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