Verein hält seit 30 Jahren Türen für Hilfe und Freizeitspaß offen

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Als Arbeitslosentreff 1991 gegründet, feierte der heutige Verein Halt - Beratungszentrum für Soziales am Hohen Hain ein besonderes Jubiläum. Die Klientel hat sich zwar gewandelt, der Enthusiasmus ist gleich geblieben.

Limbach-Oberfrohna.

Die Geschichte des Vereins Halt - Beratungszentrum für Soziales am Hohen Hain reicht bis ins Jahr 1991 zurück. Als Arbeitslosentreff gegründet, feierte der heutige Verein Halt - Beratungszentrum für Soziales am Hohen Hain am Mittwoch seinen 30. Geburtstag. "Arbeitslose gibt es bei uns gar nicht mehr, sondern fast nur noch Rentner", sagte Harald Koch. Doch gerade für diese Menschen sei der Verein ein wichtiger Treffpunkt, nicht zuletzt um sozialer Isolation entgegenzuwirken.

Neben den wöchentlichen Treffs hat der Verein drei Angebotssäulen, auf denen er steht, wie Harald Koch erklärt. Die wichtigste sei die der Sozialberatung. Anfang der 1990er-Jahre seien vor allem Arbeitslose mit Fragen zu Anträgen für Sozialleistungen, Terminen beim Sozialgericht oder benötigter Hilfe für Widerspruchsschreiben in die Beratungsstelle gekommen. "Heute sind es Senioren, aber die Probleme sind nicht weniger geworden", so Koch. Gerade die aktuelle Krise werde dazu führen, dass sich die sozialen Probleme wieder häufen. "Und es zeichnet sich doch jetzt schon ab, dass es die Leute trifft, die ohnehin nichts haben", sagt der 75-Jährige.

Eine zweite Säule des Vereins Halt sind die Interessengruppen, die sich regelmäßig treffen. Da gibt es heute noch die Handarbeitsgruppe, die unter anderem dem Hobby Klöppeln frönt. Das jüngste Mitglied dieser Gemeinschaft ist die zehnjährige Jana Röhner, die bereits mit sieben Jahren begann. "Ich finde es total interessant, wie aus den Klöppeln kleine Kunstwerke entstehen", sagt die Viertklässlerin, während sie die Klöppel gekonnt übereinander schlägt und das Muster einer Orchidee anvisiert. Neben dem Handarbeitszirkel gibt es die Interessengruppe Stadtgeschichte. Früher gab es noch eine dritte Gruppe - die der Wanderfreunde. "Wir würden gern mehr anbieten, aber es fehlen die Mitglieder, die das alles stemmen", sagt Harald Koch. Zehn bis 20 Leute kämen täglich in die Außenstelle Limbach. Im Verein, der neben Limbach auch in Hohenstein-Ernstthal, Lichtenstein und Meerane vertreten ist, gibt es aktuell insgesamt 100 Mitglieder. "Uns fehlt der Nachwuchs, wie überall. In Limbach liegt das Durchschnittsalter bei 72", so Harald Koch.

Die dritte Säule, auf der der Halt-Verein steht, ist die der Veranstaltungen. "Wir gehören ganz klar zur kulturellen Infrastruktur der Stadt", sagt der Vereinsvorsitzende und zählt unter anderem Weihnachtsmärkte, Kinderfeste oder das Stadtparkfest auf, bei denen die Vereinsmitglieder seit vielen Jahren aktiv sind. Beim Tierparkfest am kommenden Sonntag ist der Halt-Verein zum Beispiel mit Kinderschminken und einer Tombola an Bord. Vor der Pandemie seien die Mitglieder zudem in der Adventszeit in Seniorenheimen gewesen, um selbst gebastelte Kleinigkeiten zu verkaufen - "für die Vereinskasse, bei uns läuft ja alles ehrenamtlich", so Koch.

Wenn er an die nächsten Monate denkt, wird ihm ganz unwohl. Der Verein habe vom Vermieter bereits eine Benachrichtigung über höhere Betriebskosten für die Räume am Hohen Hain bekommen. Wie er die begleichen soll, sei im Moment völlig unklar. Dennoch soll der Treff wie bisher montags bis mittwochs von 7 bis 15 Uhr geöffnet sein.

Die Leiterin der Außenstelle am Hohen Hain, seit 2005 dabei und somit eines der Urgesteine des Vereins Halts, ist Ramona Dreißig. Die 53-Jährige, die von Hartz IV lebt, ist die gute Seele des Hauses, so Harald Koch. Sie organisiert die Beratungsangebote, kümmert sich um Speis und Trank im Verein und hält die Räume sauber. "Ich bin froh, dass ich hier eine Aufgabe habe und mache das alles gern", sagt Ramona Dreißig. Bei Festen und Veranstaltungen wird sie von Tochter Janine Volkmann unterstützt.

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