Veröffentlichter Haftbefehl im Fall Chemnitz: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Chemnitz.

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat Anklage gegen Daniel Z. erhoben, der im August den Haftbefehl gegen einen ursprünglich Tatverdächtigen im Falle der tödlichen Messerattacke von Chemnitz veröffentlicht haben soll. Dies teilte die Staatsanwaltschaft am Montagmorgen mit. Z wird demnach "Verletzung des Dienstgeheimnisses in Tateinheit mit verbotenen Mitteilungen über Gerichtsverhandlungen" zur Last gelegt. Ihm wird vorgeworfen, am 28. August Lichtbilder des Haftbefehls, die er mit seinem Mobiltelefon gefertigt hatte, an Dritte weitergeleitet zu haben. Er habe damit die unkontrollierte Veröffentlichung des Haftbefehls ermöglicht. Z arbeitete zum Tatzeitpunkt als Justizbediensteter in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Dresden. Mittlerweile ist er suspendiert.

Die Ermittlungsverfahren gegen 17 weitere Bedienstete der JVA Dresden wurden eingestellt. "In fünf Fällen erfolgte die Einstellung wegen erwiesener Unschuld. In zwölf Fällen war der Tatnachweis nicht zu führen", heißt es in der Pressemitteilung.

Die Ermittlungen gegen Daniel Z. sowie fünf weitere Männer in einem anderen Fall dauern laut Staatsanwaltschaft an. Ihnen wird vorgeworfen, ausländische Gefangene misshandelt zu haben. (kok)

 

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