Wechsel an Polizeispitze in Zwickau steht fest

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Nachfolge für scheidenden Präsidenten ist noch ungeklärt

Zwickau.

Statistisch ist der Abschied des Zwickauer Polizeipräsidenten Lutz Rodig alles andere als eine Überraschung. 18 Monate war Rodig Chef der Polizeidirektion Zwickau, die neben dem gleichnamigen Landkreis auch den Vogtlandkreis umfasst. Seit 2013 hat durchschnittlich alle 19 Monate ein Wechsel auf diesem Posten stattgefunden.

Der Abgang des 58-Jährigen, der Mitte des Monats Polizeipräsident in der Landeshauptstadt wird, bedeutet für die Zwickauer Polizeidirektion den siebten Wechsel in neun Jahren. Rodigs Nachfolger steht noch nicht fest. Das Innenministerium will über die Neubesetzung "zu gegebener Zeit" informieren. Intern werden zwei Namen gehandelt, die früher schon in verantwortlicher Position in Zwickau tätig waren.

In der Politik wird der erneute Personalwechsel kritisiert, zugleich aber Rodigs Arbeit gelobt. "Die Region dient nicht als Sprungbrett für Blitzkarrieren in Dresden", bemängelt der Glauchauer Bundestagsabgeordnete Nico Tippelt (FDP). Rodig habe in Zwickau aber gute Arbeit geleistet. Ähnlich äußert sich die Zwickauer Oberbürgermeisterin Constance Arndt (BfZ), die Rodigs Abgang bedauert. "Die Zusammenarbeit mit ihm gestaltete sich stets offen, auf Augenhöhe und zielgerichtet. Er hatte ein offenes Ohr für kommunale Belange." Die Gewerkschaft der Polizei, die bereits beim Wechsel von Rodigs Vorgänger René Demmler auf den Chefsessel der Polizei in Leipzig geschimpft hatte, Zwickau dürfe kein Verschiebebahnhof für Spitzenpolizisten werden, erneuert ihre Kritik an der Personalpolitik des Innenministeriums. Bezirksgruppenchef Bernd Rudolph bezeichnet den neuerlichen Wechsel als bedauerlich.

Fragt man, wo Rodigs Prioritäten lagen, kommt man in Polizeikreisen schnell auf eine Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit zu sprechen. Unter seiner Leitung gingen die Beamten häufiger mit Ermittlungserfolgen an die Öffentlichkeit. Sie machten auch Ermittlungen gegen den Leiter des Zwickauer Reviers publik, der im Verdacht steht, Dienstinterna an Dritte weitergegeben zu haben. Der Fall ist noch nicht abgeschlossen. Vor allem aber war Rodigs Amtszeit vom Umgang der Polizei mit den im Winter 2021/22 noch verbotenen Corona-Protestumzügen geprägt. Gegenüber der "Freien Presse" äußerte Rodig einmal, die Polizei dürfe nicht den Eindruck erwecken, als würde sie bei offenkundigen Verstößen nur danebenstehen und könne sich nicht durchsetzen.

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