Nach Unwetter in Glauchau und Meerane: Verein "Leser helfen" unterstützt zwei Familien beim Neustart

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Die Betroffenen freuen sich über eine schnelle und unkomplizierte Hilfe. Es gibt bereits konkrete Ideen, was mit den Spenden repariert und angeschafft werden soll.

Glauchau/Meerane.

An eine Rückkehr zur Normalität ist für die vom Unwetter besonders stark betroffenen Familien aus Glauchau und Meerane noch nicht zu denken. Schlamm- und Wassermassen haben das Haus der Familie von Benjamin Gottschling in Meerane unbewohnbar gemacht. Er zog - gemeinsam mit Partnerin und fünfjährigem Sohn - vorübergehend wieder bei seinen Eltern ein. Mandy und René Thiel können einen Teil der durchnässten Räume im Untergeschoss ihres Hauses auf dem Hof am Bachweg im Glauchauer Ortsteil Gesau nicht nutzen.

Trotzdem gibt es Lichtblicke. Dafür sorgt unter anderem der Verein "Leser helfen", der den Betroffenen unter die Arme greifen wird. Der Hilfsverein der "Freien Presse" bezahlt Handwerkerleistungen in Höhe von 10.000 Euro für Benjamin Gottschling sowie in Höhe von 5000 Euro für Mandy und René Thiel. "Wenn Menschen unverschuldet durch Hochwasser in Not geraten sind, hat der Hilfsverein der "Freien Presse" in den zurückliegenden Jahren schon oft in der Region geholfen. Die Hochwasserkatastrophen von 2002 und 2013 sind ja vielen noch in Erinnerung - aber auch bei lokalen Überschwemmungen in Chemnitz oder im Vogtland konnten wir Betroffenen mit Spendengeldern schnell und unkompliziert helfen", sagt Udo Lindner, Vorsitzender des Vereins "Leser helfen". Aus freiverfügbaren Spendengeldern, über die der Verein verfügt, können nun die Unwetter-Opfer in Westsachsen unterstützt werden.

Einen konkreten Verwendungszweck gibt es bereits bei Benjamin Gottschling. Mit der Unterstützung könne ein Teil der Kosten für die Erneuerung der beschädigten Fußbodenheizung finanziert werden. "Das ist aktuell eine unserer größten Baustelle, da sprechen wir über Ausgaben von 18.000 bis 20.000 Euro", sagt der Meeraner, der für das bereits in der Vergangenheit vom Unwetter betroffene Gebäude keine Elementarversicherung abschließen konnte. Umso wichtiger sei in diesen Tagen die Unterstützung, die es bei Arbeitseinsätzen von Freunden und Nachbarn oder nun durch den Verein "Leser helfen" gibt. "Es ist erstaunlich, wie schnell und unkompliziert die Abstimmungen erfolgt sind", sagt Benjamin Gottschling, der zudem - mit Blick zu den Thiels nach Glauchau-Gesau - sagt: "Wir freuen uns, dass noch eine weitere Familie aus der Region vom Verein unterstützt wird."

Mandy und René Thiel bereiten - auch durch die Unterstützung von "Leser helfen" - die Renovierung des Untergeschosses vor. Dort müssen Türen und Türzargen für die Zugänge vom Flur in Küche, Bad und Kinderzimmer erneuert werden. Dazu muss man Schadstellen am Putz wahrscheinlich durch eine Firma ausbessern lassen. Weitere unerwartete Ausgaben: Eine Waschmaschine wurde bereits gekauft, ein Geschirrspüler für die Küche bestellt. Zuvor gab die Technik, vermutlich durch Schlammreste, den Geist auf. Die Thiels stellten eine Prioritätenliste auf, müssen auch Dinge zurückstellen. "Eine neue Küche ist leider nicht so schnell realisierbar, daher werden wir vorerst mit den Schäden leben. Es gibt Schlimmeres", sagt Mandy Thiel. Die Schäden, die nicht durch eine Versicherung reguliert werden, belaufen sich auf schätzungsweise 50.000 bis 70.000 Euro. Sie ist für die Unterstützung vom bei der "Freien Presse" angesiedelten Verein "sehr, sehr dankbar" und lobt die vielfältige Hilfe - von Familien, Freunden und Nachbarn. Mandy Thiel: "Wir wünschen allen Menschen, die in so eine ähnliche Situation geraten, dass es wiederum Menschen gibt, die für andere da sind."

Zweimal innerhalb von sechs Tagen kam es nach den extrem starken Regenfällen am 5. und 10. Juni territorial zu Überschwemmungen in Glauchau und in Meerane.

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