XXL-Umleitung in Meerane sorgt für langen Weg in den Kaninchenpark

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Eine wichtige Zufahrt nach Meerane bleibt bis August gesperrt. Der Versuch, den Verkehr mit einer Baustellenampel an den Engstellen vorbeizuführen, ist gescheitert.

Meerane.

22 Kilometer legt Ronald Grimm aus Meerane plötzlich für einen Abstecher in den Kaninchenpark zurück. Normalerweise stehen für Hin- und Rückfahrt nur sechs Kilometer auf dem Tacho. "Das ist nun fast das Vierfache, ein riesiger Umweg", ärgert sich der 79-jährige Rentner, der zwischen Bahnstrecke und Zwickauer Straße wohnt. Er muss jeden Tag im Kaninchenpark vorbeischauen, wo seine 15 grauen Kleinwidder-Hasen auf Futter und Wasser warten. Ähnlich geht es weiteren Vereinsmitgliedern. Sie werden durch die Vollsperrungen an Waldenburger Straße und Forststraße über eine XXL-Umleitung, die über Glauchau ausgeschildert ist, geschickt - wahrscheinlich bis August. "Die einfachste Lösung wäre sicherlich gewesen, den Verkehr mit einer Ampel am Baustellenbereich vorbeizuleiten", sagt Ronald Grimm.

Diese Variante hätten auch die Stadtwerke, die für den Ausbau des Glasfasernetzes sogenannte verkehrsrechtliche Anordnungen beantragen mussten, favorisiert. Sie beantragten beim Straßenverkehrsamt des Landkreises Zwickau eine halbseitige Sperrung von Waldenburger Straße und Forststraße. "Da uns bewusst war, welche Einschränkungen wir den Anwohnern über einen relativ langen Zeitraum zumuten, waren wir bereit, dafür auch die höheren Kosten zu tragen", sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Uwe Nötzold. Er berichtet, dass es zum Thema einen Vor-Ort-Termin gab. Danach ging der Daumen der Mitarbeiter aus dem Straßenverkehrsamt nach unten. Die Entscheidung sei, so die Stadtwerke, mit Blick auf eine Verordnung mit dem Titel "Technischen Regeln für Arbeitsstätten" gefallen. Darin werden unter anderem Sicherheitsabstände und Mindestfahrbahnbreiten, die bei Baustellen zu beachten sind, genannt. "Leider sind die Gegebenheiten in der Waldenburger Straße und der Forststraße so, dass diese gesetzlichen Anforderungen nicht zu jedem Zeitpunkt hundertprozentig erfüllt werden können", sagt Stadtwerke-Sprecherin Grit Bachmann. Die Pressestelle des Landkreises Zwickau hat eine am Dienstagnachmittag gestellte Anfrage der "Freien Presse" zu den Gründen, die zur Ablehnung der halbseitigen Sperrung führten, bisher unbeantwortet gelassen.

Die Folgen der Sperrung der einzigen Ost-Zufahrt spüren nicht nur die Kaninchenpark-Mitglieder. Auch in verschiedenen Facebook-Gruppen in Meerane wird heftig über das Thema diskutiert. Auch Antje Köhler, die ein Kosmetikstudio und ein Corona-Testzentrum am Schäferberg betreibt, beschreibt die Auswirkungen auf den Alltag. "Neben den Corona-Regeln verschicken wir nun auch noch Wegbeschreibungen", sagt sie und ergänzt mit Blick auf den angekündigten Zeitraum: "Es kann nicht sein, dass dieses Hindernis bis August bleiben soll. Stadtwerke und Firmen müssen dafür eine bessere Regelung finden."

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