Aufräumen mit Pfandflaschen-Rico: Wie viel Geld sich am Ankerberg einsammeln lässt

Was verdient ein Pfandflaschensammler nach einer großen Party wie am Sachsenring?

Oberlungwitz.

Ankerberg-Geschichten gibt es viele. In den meisten geht es um Partys, Rennmotorräder und jede Menge Spaß. Matthias Selbmann und Rico Große erzählen andere Geschichten. "Vor ein paar Jahren ist hier mal eine komplette Schrankwand stehen geblieben", erinnert sich Große. "Und da war dieser Lkw-Dieselmotor", setzt Selbmann noch einen drauf. Oder wie war das noch mal mit dem Fliesentisch?

Der gestrige Montag bot keinen Stoff für neue Ankerberg-Legenden. Selbmann und Große haben sich ihrem unspektakulären Tagesgeschäft gewidmet: Pfandflaschensammeln. Davon haben die Camper jede Menge zurückgelassen. Wobei - auch da war die Ausbeute alles andere als legendär. "In den vergangenen Jahren vor Corona war mehr zu holen", schätzt Selbmann ein. 300 bis 400 Euro haben beide am Montag zusammenbekommen. Vielleicht waren es sogar 500 - da sind sich beide nicht ganz einig. Für einen Tag Arbeit ist das nicht ganz schlecht. Aber von herausragend kann halt auch keine Rede sein.

Große trägt mit Stolz den Spitznamen Pfandflaschen-Rico. Streng genommen stimmt der gar nicht. Viel lieber als Flaschen findet er Dosen. "Für die gibt es immerhin 25 Cent", sagt er. Da kann keine Flasche mithalten. Selbst die mit Bügelverschluss bringen lediglich 15 Cent, die 0815-Bierflasche sogar nur schlappe acht Cent. Reich kann man davon nicht werden. Aber der Ankerberg hat für Schatzsucher noch mehr auf Lager. Beide können gefundene originalverpackte Würste auf den ebenfalls gefundenen Holzkohlengrill legen und ihr Mittagessen mit dem, natürlich gefundenen Bier vom Fass herunterspülen. Campingstühle sind ebenfalls genügend zurückgeblieben. Als das Wetter am Nachmittag immer ungemütlicher wird, hüllt sich Pfandflaschen-Rico in eine Decke. Die hat er natürlich ebenfalls gefunden.

Selbmann hat außer Pfandflaschen, Würstchen und dem Grill ebenfalls seinen persönlichen Schatz gehoben: etliche Meter rotes und oranges Baustellenkabel. "Das könnte eine ganze Kabeltrommel sein", peilt er über den Daumen. Gerade das orange Kabel sei teuer. Verkaufen will er es aber nicht. "Ich bin Elektriker, das kann ich selbst gut gebrauchen", sagt er. Zu einer richtig großen Ankerberg-Geschichte reicht das natürlich trotzdem nicht. Aber vielleicht ja für eine kleine.

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