Bürgermeisterin von Bernsdorf: "Wir müssen endlich vorwärts kommen"

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Bernsdorfs Bürgermeisterin Roswitha Müller über das neue Feuerwehrgerätehaus und andere Sorgen im Ort und der Verwaltungsgemeinschaft

Bernsdorf.

Das geplante Feuerwehrgerätehaus ist derzeit ein wichtiges Thema in Bernsdorf. Mit Bürgermeisterin Roswitha Müller (63, FDP) hat Markus Pfeifer über gesprochen.

"Freie Presse": Im Gemeinderat ging es zuletzt wieder um den Standort des neuen Gerätehauses. Wurde schon weiter über die neuen Vorschläge gesprochen?

Roswitha Müller: Gemeinsam mit den Fraktionsvorsitzenden muss ich da beim Flächeneigentümer nachhaken. Das wird demnächst passieren. Es ist mittlerweile ein wirklich schwieriges Thema. Wir brauchen ein neues Gerätehaus, weil die Unfallkasse Druck macht. Es gab ja eigentlich auch schon eine Fläche für den Neubau. Wir müssen nun endlich mal vorwärts kommen.

Sie würden also auf dem Sportplatz bauen ?

Der bleibt eine Option. Mit anderen Eigentümern müsste man ja erst unter einen Hut kommen. Für das Gerätehaus würden wir nur einen Teil des Sportplatzes brauchen. Für den Unterricht der Grundschule wäre noch genug Platz. Wie schon gesagt, es muss nun mal losgehen. Wenn es brennt oder etwas anderes passiert, wollen ja auch alle, dass die Feuerwehr kommt. Sie hat Priorität. Brandschutz und Feuerwehr sind Pflichtaufgaben. Dass wir etwas tun müssen, ist seit vier oder fünf Jahren bekannt. Aber die Befindlichkeiten sind sehr unterschiedlich, da habe ich nicht immer Verständnis.

Welche anderen größeren Vorhaben gibt es derzeit im Ort?

Bei den Straßen gibt es nur ein paar kleine Reparaturen, perspektivisch kommt noch die Sanierung der Hauptstraße im oberen Ortsteil. An der Grundschule wird die energetische Sanierung fortgesetzt. Die Digitalisierung ist dort auch ein Thema, aber im Vergleich zu größeren Schulen ist das bei uns recht überschaubar. Der Breitbandausbau macht ebenfalls Fortschritte. Ich denke, der kann 2022 abgeschlossen werden. Das wäre fünf Jahre nach der Übergabe des Förderbescheides 2017.

Wo sehen sie Bernsdorf in zehn Jahren ?

Es wird natürlich einen Bevölkerungsrückgang geben. Man muss nach neuen Möglichkeiten auf dem Land suchen. Das geht nicht ohne das Internet. Es wird ja auch schon von der älteren Generation genutzt und das wird zunehmen. Da wird mehr bestellt werden oder man kann Betreuungsleistungen organisieren. Das Thema Lieferung wird viel mehr zunehmen. Deshalb wird es, denke ich, auch für viele Geschäfte in Kleinstädten wie Hohenstein-Ernstthal und Lichtenstein schwierig. Bei uns im Dorf sind ja schon die Läden weg. Diese Entwicklung ist bedauerlich, aber man muss sie akzeptieren.

Gibt es noch freie Grundstücke, wenn Familien in Bernsdorf bauen wollen?

Die Wohngebiete sind voll und es wird da auch in naher Zukunft keine Neuerschließungen geben. Hier und da gibt es noch ein paar kleine Flächen von Privatleuten, dort versuchen wir mit der Anpassung von Satzungen zu unterstützen. Zunehmend werden aber auch die Altobjekte interessant, die verkauft und saniert werden. Das ist wichtig für einen Ort.

In Sachen Veranstaltungen ist es in diesem Jahr sehr ruhig. Gibt es da noch Pläne ?

Corona hat natürlich viele vorsichtig gemacht. Wir als Verwaltung würden uns wünschen, dass es noch die eine oder andere Initiative, zum Beispiel aus Reihen der Vereine, gibt. Selbst haben wir keine Möglichkeiten, etwas zu organisieren.

Wie schätzen Sie die Arbeit in der Verwaltungsgemeinschaft ein?

Irgendwie hakt es nach wie vor. Die Aufgaben sind klar verteilt, aber es steht und fällt mit dem Engagement der verantwortlichen Mitarbeiter. Sie müssen erkennen, dass die Mitglieder der Verwaltungsgemeinschaft dazu gehören. Von den Stadträten wünsche ich mir auch mehr Verständnis für die Dörfer. Wir zahlen in der Verwaltungsgemeinschaft mehr als anderswo. Da darf man auch Leistung erwarten. mpf


Doppelt so viele Sterbefälle wie Geburten

Die Gemeinde Bernsdorf besteht aus den Ortsteilen Bernsdorf, Hermsdorf und Rüsdorf. Sie gehört mit Lichtenstein und St. Egidien zur Verwaltungsgemeinschaft "Am Auersberg" und hat knapp 2180 Einwohner. Zur Jahrtausendwende waren es noch 2650. Der Rückgang wird sich fortsetzen, weil die Anzahl der Sterbefälle derzeit doppelt so hoch ist wie die der Geburten. Die drei Ortsteile, die sich am Bernsbach sowie am Lungwitzbach erstrecken, sind dörflich geprägt. Die größten Unternehmen in der Gemeinde sind die Tröger Surface Group, die Agrargenossenschaft Lungwitztal, Grünland Baum- und Landschaftspflege sowie das Autohaus Schmidt am Sachsenring. Neben dem Sportverein TSV Hermsdorf/ Bernsdorf sind das Jugendblasorchester Bernsdorf und der Faschingsklub Hermsdorfia die bekanntesten Vereine im Ort. (mpf)

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