Wasser im Limbomar ab Montag um bis zu zwei Grad kühler

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Limbach-Oberfrohna bereitet sich auf einen Energiemangel vor. Doch das kurzfristige Einspar- potenzial ist überschaubar.

Limbach-Oberfrohna.

Wie lässt sich kurzfristig und auf lange Sicht Energie einsparen? Diese Frage treibt in der aktuellen Krise auch die Stadtverwaltung von Limbach-Oberfrohna um. Regelmäßig trifft sich eine interne Arbeitsgruppe, um Antworten zu finden. So wie der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD) die Einwohner seiner Stadt in der vergangenen Woche bereits darauf eingeschworen hat, dass es künftig nicht ohne Alltagseinschränkungen und Verzicht gehen werde, so machte auch Limbach-Oberfrohnas Bürgermeister Robert Volkmann in der jüngsten Stadtratssitzung klar: Es muss etwas getan werden.

Der Knackpunkt: Die Optionen zur raschen Verbrauchssenkung sind nicht allzu groß. "Der Deutsche Städtetag schätzt das mögliche kurzfristige Einsparpotenzial auf maximal 10 bis 15 Prozent. Das ist ein realistischer Ansatz", sagt Robert Volkmann. Für signifikante Effekte seien größere energetische Investitionen und Sanierungsmaßnahmen in der städtischen Infrastruktur, insbesondere in den rund 70 kommunal bewirtschafteten Objekten von Limbach-Oberfrohna, erforderlich. In Vorbereitung sei da zurzeit der kurzfristige Anbau einer leistungsfähigen Fotovoltaikanlage am Turnhallenneubau am Gymnasium.

Es gibt aber auch kleinere Maßnahmen, die sofort greifen und Energie sparen sollen. Wortwörtlich am eigenen Leib spüren werden das künftig die Besucher des städtischen Hallenbades. Wenn das Limbomar am Montag nach der dreiwöchigen Schließzeit wieder öffnet, wird die Wassertemperatur in allen Becken niedriger sein. Im Schwimmerbecken wird das Wasser statt auf 28 Grad nur noch auf 27 Grad erwärmt, im Nichtschwimmerbecken auf 30 anstatt der bisherigen 32 Grad, und der Whirlpool soll demnächst statt mit den üblichen 36 Grad nur noch mit 34 Grad sprudeln. Außerdem werden die Öffnungszeiten der Sauna eingeschränkt auf Dienstag und Freitag sowie Feiertage. An allen anderen Tagen bleibt sie künftig geschlossen.

Zur städtischen Energie-Arbeitsgruppe, die sich regelmäßig trifft, gehören neben Oberbürgermeister Gerd Härtig und Bürgermeister Robert Volkmann auch das Energiemanagement des Fachbereichs Stadtentwicklung, das für die 70 städtischen Objekte zuständig ist, sowie die Leiter der Schwimmhalle, Dirk Schuler, und der Stadthalle, Wolfgang Dorn. Wie Volkmann auf Nachfrage erklärt, sei die Arbeitsgruppe ins Leben gerufen worden, um unangenehme Optionen für den Fall einer tatsächlichen physischen Energiemangellage durchzuspielen. "Im Ernstfall wollen wir handlungsfähig bleiben - und nicht böse überrascht werden", sagt er. Dabei stelle die Gruppe schon jetzt fest, dass einfache Lösungen wie das Abschalten beispielsweise von Heizungsanlagen oder Straßenlaternen in der Regel technisch nicht funktionieren. Denn bei den städtischen Einrichtungen müsste dafür zum Teil in hochkomplexe Regelsysteme eingegriffen werden. Hinzu komme der Schutz der Bausubstanz bei niedrigen Temperaturen. "Und auch rechtlich existieren große Hürden für so ein Vorgehen. Hier geht es dann um berechtigte Fragen des Gesundheitsschutzes", erläutert Robert Volkmann.

Dennoch wolle es sich die Stadt nicht zu einfach machen, betont der Bürgermeister. Für den Fall einer echten Energiemangellage prüft der Bauhof bis Ende September, inwieweit die Beleuchtung in Gewerbegebieten sowie an Straßen und Wegen in freier Lage für längere Zeit vollständig abgeschaltet werden könnte. Grundsätzlich sei es zwar auch möglich, weitere Teile der Straßenbeleuchtung komplett oder zeitweise vom Netz zu nehmen. Diese Ein- beziehungsweise Umstellungen müssten allerdings an 65 einzelnen technischen Anlagen vorgenommen werden. Da die meisten Anlagen mit einem Dämmerungsschalter funktionieren, wären zahlreiche Zeitschaltuhren nachzurüsten. Das lasse sich kurzfristig mit den vorhandenen Personalressourcen nicht machen, so der Bürgermeister. Außerdem sei nicht sichergestellt, dass die benötigten Bauteile zeitnah und in ausreichender Menge lieferbar sind.

Limbach-Oberfrohna hatte im vergangenen Jahr einen Gas- und Heizölbedarf von 6.658.701 Kilowattstunden (kWh). Größte Verbraucher waren die Schulen mit 3.092.404 kWh und die Kindergärten mit 1.271.903 kWh.

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