Weltweite Razzia: Nach Bräunsdorf nun auch Callenberg im Visier der Ermittler

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Nachdem im Sommer kiloweise Drogen in Bräunsdorf und Chemnitz gefunden wurden, schlug die Polizei jetzt erneut zu.

Bräunsdorf/Callenberg.

Polizei und Staatsanwaltschaft sind im Kampf gegen den organisierten Drogenhandel in der Region offenbar einen Schritt weitergekommen. Nach einer großen Razzia im Sommer in Bräunsdorf und Chemnitz, die Teil einer weltweit koordinierten Aktion war, an der auch das US-amerikanische FBI beteiligt gewesen ist, haben die Ermittler hierzulande erneut zugeschlagen. Wie die Staatsanwaltschaft Zwickau auf Nachfrage der "Freien Presse" mitteilte, rückten die Beamten vor wenigen Tagen nach Callenberg aus.

Nach Informationen des stellvertretenden Pressesprechers der Staatsanwaltschaft, Jürgen Pfeiffer, fanden Ende September Durchsuchungen in dem Dorf statt. "Ich bitte um Verständnis, dass ich hierzu keine Einzelheiten nenne", so der Staatsanwalt. Details, wie viele Gebäude durchsucht wurden und ob man etwas fand, gab er daher nicht bekannt. Denn die Ermittlungen würden nach wie vor andauern.

Bei der Razzia in einem Bauernhof in Bräunsdorf Anfang Juni war Polizei und Staatsanwaltschaft ein Schlag gegen den Drogenhandel gelungen. Fünf Kilogramm Marihuana, ein Kilogramm Methamphetamine sowie eine große Menge Bargeld und ein besonders verschlüsseltes Handy waren in dem Bauernhof beschlagnahmt worden. Der Einsatz hing laut Staatsanwaltschaft mit zwölf weiteren Einsätzen in Chemnitz zusammen, die am gleichen Tag erfolgt waren. Laut Oberstaatsanwalt Holger Illing wurden in der Großstadt weiteres Bargeld, zwei Autos und noch vier sogenannte Krypto-Handys sichergestellt.

Die fünf Festgenommenen waren damals zwischen 19 und 25 Jahren alt. Nach Informationen des sächsischen Landeskriminalamtes wurde in Bräunsdorf ein Deutscher verhaftet. Bei den anderen mutmaßlichen Bandenmitgliedern, die in Chemnitz festgenommen wurden, handelt es sich um einen Türken, einen Russen, einen Moldawier und noch einen Deutschen.

Vier der fünf Männer sind nach Informationen der Staatsanwaltschaft Zwickau inzwischen nicht mehr im Gefängnis. "Zweck der Untersuchungshaft ist, sicherzustellen, dass das Strafverfahren ordnungsgemäß stattfinden kann. Der Ermittlungsrichter hat entschieden, dass dieser Zweck auch dadurch erreicht werden kann, dass den Beschuldigten Auflagen erteilt werden, zum Beispiels regelmäßige Meldung bei der Polizei", so Staatsanwalt Pfeiffer.

Die Einsätze waren Teil einer weltweiten Groß-Razzia gegen das Organisierte Verbrechen. Die Aktion am 7. Juni dieses Jahres, bei der es um die Aufklärung von Drogen- und Waffendelikten ging, trug die Bezeichnung "Trojan Shield". Sie stand unter Leitung der amerikanischen Bundespolizei FBI, der US-Drogenbehörde FDA, der Polizei von Schweden und der Niederlande und war von Europol, der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und dem Bundeskriminalamt koordiniert worden. Den Krypto-Handys kommt eine Schlüsselrolle zu. Dabei handelt es sich um präparierte Telefone, die es ermöglicht haben, abhörsicher zu kommunizieren.

Das könnte Sie auch interessieren

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.