Pressluftbehandlung für alle 2000 Orgelpfeifen

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Seit Monaten ist die Werdauer Marienkirche eine Baustelle. Mit der Reinigung der Orgel geht die Sanierung des Gotteshauses in die Endphase.

Werdau.

Andreas Kulitza sowie seine Mitstreiter Paul Schröer und Ali Essali haben sich nicht lange bei der Vorrede aufgehalten. Am Dienstag legten sie an der Jehmlich-Orgel in der Werdauer Marienkirche los. "Die Orgel steht noch sehr gut da, eventuelle Überraschungen in den einzelnen Pfeifen dürften sich in Grenzen halten", meint der 32-jährige Fachmann zum Zustand des erst Mitte der 1980er- Jahre eingebauten Instruments. Für die Reinigung der kleinen und großen Pfeifen, insgesamt müssen rund 2000 Stück ausgebaut werden, hat sich Kulitza im Treppenhaus des Kirchturmes eine provisorische Vorrichtung gebaut. "Hier kann ich die Halterungen vor allem mit den kleineren Pfeifen ohne große Probleme hinstellen", erklärt der Orgelbauer.

Die zur Reinigung benötigte Pressluft kommt über einen Kompressor, der am Kirchturmeingang seinen Platz gefunden hat. Die großen Orgelpfeifen genießen bei ihrer Reinigung übrigens eine Einzelbehandlung. "Im Grunde genommen unterziehen wir die Orgel einer großen Durchsicht, bei der wir alle Arbeiten vor Ort ausführen können", sagt Kulitza, nach dessen Einschätzung sich die Verschmutzung der Pfeifen bisher in Grenzen halte. Schließlich sei das Instrument in den vergangenen Monaten während der bisherigen Sanierungsarbeiten mit einer großen Plane abgedeckt gewesen. "Die Verschmutzung muss jedoch nicht ausschließlich von den ausgeführten Arbeiten im Bereich der Orgel kommen, schließlich ist sie in keinem luftleeren Raum", erklärt der Experte aus Dresden.

Derweil arbeitete Paul Schröer an den Registern im Inneren der Orgel. "Bisher waren die alle mechanisch gesteuert, was bei Konzerten oft einen Helfer erforderlich machte. Wenn wir in drei Wochen fertig sind, können die Register der Orgel auch elektrisch angesteuert werden", erklärt Schröer. Dank einer sogenannten Setzer-Anlage könne der Orgelspieler die benötigten Grundeinstellung wie bei einem Computer abspeichern. "Diese Möglichkeit gab es an dieser Orgel bisher noch nicht", so der 31-Jährige weiter. Nun seien 10.000 Spezialeinstellungen an der Jehmlich-Orgel möglich.

Die Reinigung des Instrumentes ist zugleich eine der letzten großen Maßnahmen im Zuge der Sanierung des Gotteshauses im Zentrum von Werdau. Im Sommer sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

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