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Not an der Frau: Partnersuche ist im Erzgebirge eher schwierig
Jeder Topf hat seinen Deckel - Aber was, wenn es mehr Töpfe als Deckel gibt?
Annaberg-Buchholz. In Heidersdorf ist es besonders schlimm mit der Partnersuche. In dem kleinen Ort gibt es genau 38 Frauen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren. Demgegenüber stehen laut jüngster Statistik ganze 73 Männer - beinahe doppelt so viele. Und das in einer Altersgruppe, in der sonst Partner gesucht, Familien gegründet werden.
"Auf jeden Fall ist es zu merken, dass weibliche Partner hier wenig vertreten sind", bestätigt ein junger Mann aus dem Ort im Osterzgebirge. Seine bisherigen Freundinnen seien aus Marienberg oder Zschopau gekommen - nicht gerade der nächste Weg. Und die letzte sei jetzt nach Dresden gezogen, "ausbildungsbedingt".
Was der Heidersdorfer beschreibt, ist kein Einzelfall. Immerhin beherrschen im gesamten Erzgebirgskreis die Männer das Bild der "heiratsfreudigen" Altersgruppe. Gerade mal 45,6 Prozent beträgt der Frauenanteil bei fast 50.000 jungen Erzgebirgern.
Zu spüren ist das vor allem in Kultureinrichtungen im Landkreis - den klassischen "Partnervermittlungsstellen". So auch in der "Alten Brauerei" in Annaberg-Buchholz. Das Thema Männerüberschuss sei an der Tagesordnung, bestätigt ein Mitarbeiter. Bei Veranstaltungen käme man laut eigener Statistik im günstigsten Fall auf ein Verhältnis 60 Männer auf 40 Frauen. Wenn das überhandnehme, sei zu befürchten, dass es insgesamt im Kulturzentrum etwas ruppiger zugehe - Männer "unter sich" eben. Und es finden sich keine Paare genau dort, wo die Liebe eigentlich hinfallen sollte.
"Das ist gerade in ländlichen Regionen ein verbreitetes Phänomen", erklärt Steffen Kröhnert, Mitarbeiter beim Berliner Institut für Bevölkerung und Entwicklung. Der Wissenschaftler beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit dem Problem des Männerüberschusses in Deutschland. Vor allem aus dem Osten sind viele junge Frauen in den vergangenen 20 Jahren abgewandert - ungewöhnlich, urteilt der Forscher. "Bei klassischen Wanderungsbewegungen ist es eigentlich der Mann, der vorprescht und später die Partnerin oder Familie nachholt", beschreibt Kröhnert.
Doch in den 1990er-Jahren sei das in punkto Ost-West-Wanderung anders gewesen: "Die Frauen-Arbeitslosigkeit war im Osten höher, der Arbeitswille aber genauso hoch wie bei Männern. Also sind die Frauen weggezogen", erklärt er.