Werbung/Ads
Menü
Katarina Witt, Stargast des Abends, freute sich besonders über das Wiedersehen mit ihrer früheren Trainerin Jutta Müller.

Foto: Kristin Schmidt Bild 1 / 2

Das Jubiläum einer sinnlichen Sportgala

Zum 20. Mal sind die Chemmys an die Chemnitzer Sportler des Jahres vergeben worden. Dabei erlebten nicht nur die Organisatoren eine Überraschung.

Von Mario Schmidt
erschienen am 13.03.2017

Sie wollten die Bühne nach ihrem Auftritt gleich wieder verlassen. Doch Moderator René Kindermann hielt das Organisatoren-Trio zurück. Aus gutem Grund: Zur 20. Auflage der Chemnitzer Sportgala am Samstagabend im Autohaus Schloz & Wöllenstein wurden Jens Carlowitz, Michael Hübner und Thomas Schönlebe mit dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt geehrt. Die drei ehemaligen Weltklasse-Leistungssportler haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine besondere Veranstaltung auf die Beine gestellt, meint Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig. "Chemnitz hat die schönste, sinnlichste und unterhaltsamste Sportlerehrung in Deutschland", sagte sie. Die Auszeichnung des Trios sollte eine Überraschung sein - und war es auch, wie man von den Gesichtern ablesen konnte. Bei der Vorbereitung der 20. Gala hatten alle Mitstreiter die Klappe gehalten, nichts durchsickern lassen. Diese oder jene Überraschung gab es aber auch bei den Ehrungen der Sportler des Jahres 2016.

Ehren-Chemmy: Der Preis wurde zum zweiten Mal als Vereins-Chemmy für besonderes ehrenamtliches Engagement verliehen - an Exoten der städtischen Sportszene: Der Wintersportverein Grüna räumte die Trophäe ab. Als Talentstützpunkt gelingt es den Chemnitzern auf ihren Schanzen im Gussgrund immer wieder, junge Sportler aus- zubilden und an die Eliteschulen zu schicken. Einen Wunsch äußerte Vereins-Chef Frank Albrecht am Samstagabend: "Der Bau einer größeren Schanze wäre schön. Aber dazu fehlt es zwischen Daumen und Zeigefinger", sagte Albrecht hinsichtlich der Finanzen.

Nachwuchssportler des Jahres: Damit hatte er nicht gerechnet. "Ich bin ein bisschen überrascht, weil ich gedacht hatte, dass man mich in die Erwachsenenkategorie einordnet", sagte Dreispringer Max Heß vom LAC Chemnitz. Seine großen Erfolge 2016 - Vizeweltmeister in der Halle und Europameister im Freien - hatte er schließlich bei den Männern erzielt. Gala-Mitorganisator Thomas Schönlebe sah das nicht so eng. "Max Heß gehört zur Altersklasse U 23 und ist auch zum Nachwuchssportler Europas gewählt worden", erklärte er.

Sportler des Herzens: Max Heß hatte kaum Platz genommen, als er schon wieder auf die Bühne gerufen wurde. Zum dritten Mal hatten die Leser der "Freien Presse" ihren Liebling der Chemnitzer Sportszene gewählt. Und der heißt Max Heß. "Er gilt als zurückhaltend, klopft keine großen Sprüche, macht nicht auf Star", nannte Laudator Torsten Kleditzsch, Chefredakteur der "Freien Presse", wesentliche Gründe für die Popularität des 20-Jährigen, der an der Chemnitzer Uni Wirtschaftsingenieurwesen studiert. "Er hat ein solides Studium aufgenommen - nicht Journalismus", bemerkte Kleditzsch.

Lebenswerk: Roland Kaiser - so heißt nicht nur einer der größten deutschen Schlagerstars, sondern auch ein Radsport-Funktionär der Extraklasse. "Ohne ihn hätten wir uns wohl nicht für die Ausrichtung der Deutschen Straßenradsport-Meisterschaft in diesem Jahr beworben. Denn dafür braucht man Geld und Experten, die sich auskennen", sagte OB Ludwig in ihrer Laudatio. Roland Kaiser vom Polizeisport- verein organisiert wieder die Erz- gebirgsrundfahrt und ist sportfachlicher Leiter der nationalen Titelkämpfe. "Mit 77 bin ich zwar in einem Alter, in dem man mal nein sagen sollte, aber in diesem Jahr noch nicht", so Kaiser.

Mannschaft des Jahres: In dieser Kategorie gab es eine faustdicke Überraschung. Basketball-Zweitligist Niners Chemnitz hatte die Nase vorn. Das Team traf erst kurz vor Mitternacht zur Sportgala ein, weil am Samstagabend das Punktspiel bei Tabellenführer Mitteldeutscher BC (74:88) auf dem Programm stand. Ein Spieler konnte den Preis trotzdem schon vorher entgegennehmen: Daniel Mixich, der wegen einer Fußverletzung auf Krücken durch das Autohaus humpelte. "Ich bin im Training stark umgeknickt. Mal gucken, ob ich bis zu den Playoffs wieder fit werde", sagte Mixich.

Sportlerin des Jahres: Sie hat 2016 Sportgeschichte geschrieben, als erste Turnerin der Stadt eine Medaille bei Olympia geholt. Sophie Scheder vom TuS Altendorf gewann in Rio de Janeiro Bronze am Stufenbarren und ist längst zur Chemmy-Seriensiegerin geworden. "Ich bin zum fünften Mal in Folge zur Sportlerin des Jahres gewählt worden, das ist eine große Ehre für mich", sagte Scheder gerührt. Ihr Ziel für 2017 sei es, im Oktober bei der WM zu starten. "Das ist aber in der Schwebe, weil ich am Knie operiert werden muss - eine langwierige Verletzung", erklärte die 20-Jährige.

Sportler des Jahres: Der Chemmy-Gewinner heißt wie im Vorjahr Joachim Eilers. 2016 war für den Bahnradsprinter mit einem Wechselbad der Gefühle verbunden: Riesen- freude über zwei Weltmeistertitel und große Enttäuschung nach denkbar knapp verpassten Medaillen bei Olympia. In vier Wochen steht die nächste WM ins Haus, doch ähnlich wie Sophie Scheder muss Eilers um seinen Start bangen. Er hat gerade das Pfeiffersche Drüsenfieber überwunden. "Heute habe ich zum ersten mal wieder auf dem Rad gesessen. Mal sehen, was bis zur WM noch geht", sagte Eilers.

 
Seite 1 von 2
Das Jubiläum einer sinnlichen Sportgala
Kommentar: Fast wieder Sportstadt
 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
0
Lesen Sie auch:
 
Kommentare
0
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)

 
 
 
 
 
 
am meisten ...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
|||||
mmmmm