Leipzig-Bahn: Betreiber reagiert auf Kritik

Zug nach Ticketkontrolle für 86 Minuten gestoppt - Männer hatten Fahrschein

Nachdem Fahrgäste in einem Zug nach Leipzig festsaßen und den Betreiber deswegen kritisiert hatten, hat der nun reagiert. Die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) teilte auf Nachfrage mit, dass man den Vorfall nochmals mit den beteiligten Mitarbeitern auswerten werde. Weitere Konsequenzen für die Angestellten seien ihm nicht bekannt, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Man werde aber Maßnahmen ergreifen, damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederhole, ergänzte der Sprecher.

Am 28. Dezember war ein Zug von Chemnitz nach Leipzig in Geithain für 86 Minuten gestoppt worden - mit entsprechender Verspätung. Einige Fahrgäste stiegen daraufhin in den Folgezug um. Über den Grund für den Stopp gibt es widersprüchliche Aussagen. Fahrgäste berichteten, es habe einen Streit zwischen zwei Reisenden und einer Zugbegleiterin gegeben, die die Männer - Asylbewerber aus dem Irak - des Zuges verweisen wollte. Gegenüber der Polizei gab die Zugbegleiterin an, die Männer hätten kein Ticket gehabt und sie beleidigt. Zudem soll es zu einer tätlichen Auseinandersetzung gekommen sein.

Die MRB nannte zunächst keine Details des Vorfalls. Auf mehrfache Nachfrage teilt das Unternehmen nun mit, dass die beiden Männer ein für die Zweite Klasse gültiges Ticket besaßen. Sie seien allerdings in der Ersten Klasse angetroffen worden. Dann habe man sie des Abteils verwiesen, wenig später seien sie dort aber wieder gesehen worden. Die Erste Klasse ist anhand der Farbe der Sitzbezüge und Ziffern an der Eingangstür erkennbar. Sollte ein Fahrgast in der falschen Klasse angetroffen werden, seien die Mitarbeiter "stets kulant" und würden den Fahrgast um einen Wechsel in die dem Fahrschein entsprechende Klasse bitten, ergänzt er.

Anlass für den Stopp der Bahn in Geithain und für die Alarmierung der Polizei sei gewesen, dass sich die Zugbegleiterin bedroht gefühlt habe, so der MRB-Sprecher. Von einer tätlichen Auseinandersetzung ist in der neuerlichen Antwort des Streckenbetreibers keine Rede mehr. Zeugen hatten ebenfalls kein Handgemenge beobachtet, dafür das Verhalten der Zugbegleiterin als unverhältnismäßig kritisiert.

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