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Carsten Rentzing kam nach Sosa.

Foto: Eberhard Mädler

Landesbischof: Austritte schaden

Carsten Rentzing predigte zum 400. Geburtstag der Dorfkirche in Sosa. Dort ging es auch um das Reizthema "Ehe für alle".

Eberhard Mädler
erschienen am 12.09.2017

Sosa. Der 400. Geburtstag der Evangelisch-lutherischen Dorfkirche in Sosa hat mit dem Besuch des sächsischen Landesbischofs einen Höhepunkt erlebt. Carsten Rentzing predigte am Sonntag zunächst zu knapp 300 Gläubigen und stellte sich danach in einem Gesprächsforum deren Fragen. Moderiert von Dorfpfarrer Jens Giese wurde er dabei auch auf die Ehe für alle angesprochen. Denn der Bundestag hat die Ehe auch für die Beziehungen gleichgeschlechtlicher Paare geöffnet. "Nicht wir als Menschen vermögen diesen Begriff zu definieren, sondern allein Gott, der dafür die Gemeinschaft von Mann und Frau gestiftet hat", bezog Rentzing dazu ganz persönlich Stellung. Damit besitze die herkömmliche Ehe ein ganz klares Mandat Gottes. Er schränkte allerdings ein, dass dies kein offizielles Statement der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsens sein. Traurig sei er dennoch über jeden, der die Landeskirche verlasse - auch im Streit über das Ehe-Thema. Mit Sorge beobachte er die Entwicklung, dass in Sachsen komplette Landeskirchliche Gemeinschaften (LKG) jenes gemeinsame Boot verlassen wollen. Jene LKGs hatten sich vor über einem Jahrhundert gerade in vielen Orten gegründet, um die sächsische Landeskirche zu reformieren.

Mit Gesprächsabenden zur Bibel und dem Einsatz von Laienpredigern sollte der Glaube den Mitmenschen verständlicher gemacht werden. Man blieb damit aber unter dem Dach der Landeskirche. "Mit solchen Austrittsbewegungen schaden wir uns alle", sagte der Theologe. "Wir sollten lieber das ständige Gespräch pflegen." Es sei schließlich auch der "Auftrag von Jesus Christus, den Weg der Einheit zu suchen." Rentzing ergänzte: "Allerdings nicht um jeden Preis!"

Einen breiten Raum nahm die laufende Strukturreform innerhalb der Landeskirche ein. Trotz Zuwanderung in den Städten und sinkender Einwohnerzahlen in den Dörfern werde die Mehrheit der Pfarrer weiterhin auf dem Lande tätig bleiben. "Subjektiv empfinden dies sicher viele Mitmenschen anders", räumte er ein, "weil sie eben keinen Pfarrer mehr vor Ort haben." Kirchgemeinde sei aber eben ein Organismus, "zu dem alle Gemeindeglieder gehören." Mutmachend fügte er hinzu: "Gottesdienst ist auch dann, wenn Ihr die Kirche aufsperrt, dort betet und singt - auch wenn kein Pfarrer mehr da ist!"

 
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