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Mit vereinter Kraft ist gestern die erste Schranke auf dem Bahndamm der ehemaligen Kleinbahn zwischen Naundorf und Colmnitz offiziell entfernt worden. Der Klingenberger Bürgermeister Torsten Schreckenbach (von links nach rechts) und sein Bobritzsch-Hilbersdorfer Amtskollege Volker Haupt sowie der Naundorfer Gemeindearbeiter Henry Hammer und Arndt Appler, Vorsitzender des Naundorfer Touristikvereins, hatten dabei wenig Mühe, da Unbekannte bereits "vorgearbeitet" hatten.

Foto: Steffen Jankowski

Bahntrasse bleibt Wanderweg: Bürgermeister reißen Sperren ab

Die Kleinbahnstrecke von Naundorf nach Colmnitz ist den beiden Kommunen übertragen worden. Aber: Eigentum verpflichtet.

Von Steffen Jankowski
erschienen am 15.09.2017

Naundorf. Die Gemeinde Bobritzsch-Hilbersdorf ist um fast zwei Hektar gewachsen: Gestern erhielt Bürgermeister Volker Haupt (CDU) einen Bescheid des Bundesamtes für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen. Die Behörde aus Cottbus teilte darin mit, dass das Flurstück 456 Blatt 1385 der Gemarkung Grillenburg je zur Hälfte an seine und die Nachbargemeinde Klingenberg übertragen werde. Das exakt 37.000 Quadratmeter große Grundstück hat eine besondere Bedeutung für beide Kommunen: Es ist die ehemalige Kleinbahntrasse zwischen Naundorf und Colmnitz.

Zur Begründung heißt es, dass der Bahndamm seit 1971 als Wanderweg diene und die Ortsteile der beiden Gemeinden verbinde. Genau diese Verbindung aber war vor zwei Monaten unterbrochen worden. Die Deutsche Bahn hatte den etwa vier Kilometer langen Weg mit massiven Holzbarrieren abgesperrt. Begründung: "Weil die unter dem Streckenband befindlichen Brücken desolat sind und dadurch die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben ist", so ein Sprecher des Konzerns.

Der drastische Schritt hatte bei vielen Bürgern großes Unverständnis und Protest hervorgerufen. Allerdings hatte der Bahnsprecher auch anklingen lassen, dass die Bahn daran interessiert sei, die Trasse loszuwerden, auf der schon seit Jahrzehnten keine Schienen mehr liegen. Das sei auch die Grundlage dafür gewesen, so Bürgermeister Haupt, dass binnen weniger Wochen eine Lösung gefunden wurde: "Im Normalfall kann so etwas Jahre dauern."

Der Bahndamm sei aber auch deshalb ein spezieller Fall, so der Rathauschef weiter, weil er über Grillenburger Flur verlaufe und damit im westlichsten Zipfel von Tharandt liege. Die Stadt habe aber auf eine Rückübertragung verzichtet. Dank gebühre auch dem Sachsenforst, der sich als Nachbar links und rechts der Strecke ebenso für eine weitere Nutzung des Weges eingesetzt habe: "Alle haben mitgezogen."

Die erste Amtshandlung, die Haupt und sein Klingenberger Gegenüber Torsten Schreckenbach gestern Nachmittag vorgenommen haben, war der feierliche Abbau der ersten Sperre am Ortsausgang von Naundorf. In den nächsten Tagen sollen die fünf weiteren Barrieren entlang des Weges folgen. Viel zu tun gab es für die beiden Rathauschefs gestern aber nicht: Unbekannte hatten die Pfosten bereits aus der Verankerung gerissen.

Nun wollen sich die beiden Amtskollegen mit dem Sachsenforst abstimmen, wie der Weg unterhalten werden kann. Der Touristikverein Naundorf werde dabei nach Kräften helfen, sicherte dessen Vorsitzender Arndt Appler gestern zu: "Immerhin ist das ja auch der Weg zum Mittelpunkt Sachsens." Klingenbergs Bürgermeister Schreckenbach freute sich, dass neben dem Weidegut in Colmnitz nun auch Pretzschendorf und Frauenstein wieder besser erreichbar seien: "Und die Behörden haben bewiesen, dass sie zügig arbeiten können."

 
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Kommentare
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Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 15.09.2017
    10:15 Uhr

    verein146: Das Holz der Barrieren kann ja gleich für die Reparatur der zwei Holzbrücken auf der Strecke sinnvoller verwendet werden, regt der Kreiswanderwegewart für den Tharandter Wald, André Kaiser, an, welcher leider nicht zum Pressetermin dabei sein konnte.

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