Zum Luftballon ein Bergmannsdiplom

Rund 250 Kinder aus Brand-Erbisdorf haben gestern den Weltkindertag gefeiert. Neben Spiel und Spaß wurde die Bergbaugeschichte erforscht.

Brand-Erbisdorf.

Mit lautem Jubeln und Johlen sind gestern 250bunte Luftballons in den Himmel über Brand-Erbisdorf gestiegen. Das Kinder- und Jugendfreizeitzentrum (Jufz) des Vereins Kinderland Sachsen hatte zum Weltkindertag eingeladen. Rund 250 Mädchen und Jungen aus der Bergstadt waren zur großen Feier gekommen. Staunend verfolgten die Kinder den Flug der Ballons, an deren Schnur sie ihre Wünsche geheftet hatten.

"Das war schön", sagte Josi (7). "Ich habe mir ein Spielzeugpony gewünscht". "Und ich mir einen Spielzeuglöwen", fügte ihre Freundin Mia (6) hinzu. Der Luftballonstart gefiel auch der sechsjährigen Elena: "Am schönsten ist aber die Hüpfburg." Diese wurde von den Kindern nach der offiziellen Eröffnung gleich erobert. Eine lange Schlange bildete sich auch am Zuckerwatte-Stand. "Die schmeckt gut. Schön, dass wir hier viel machen können", sagte Emilian.

Hinter dem Jufz konnten die Kinder Knüppelteig am offenen Feuer backen und vor dem Gebäude am Glücksrad drehen. Neben Spiel und Spaß stellten die Grundschüler auch ihr Wissen über die Bergbaugeschichte unter Beweis. Im Rahmen des Projektes "Von Schacht zu Schacht - auf Spurensuche in Brand-Erbisdorf", in dem das Jufz den Bergbau der Region erkundet, hat Heike Lorenz einzelne Stationen für den Weltkindertag vorbereitet. "Neben dem Spaß möchten wir den Kindern nahebringen, sich mit der Heimat näher zu beschäftigen und wir wollen sie für die Geschichte sensibilisieren", sagte die Leiterin des Jufz. So konnten die Kinder ein Bergmannsquiz lösen, sich im Saal bei Thomas Maruschke, Leiter vom Museum "Huthaus Einigkeit", einen Film über die Schächte ansehen und ihre Kräfte im Bergmannsparcour auf dem Schulhof testen.

"Der Slalomlauf war super, da konnte ich schön die Kurven üben", sagte der achtjährige Anton. Noel zeigte stolz sein erworbenes Bergmannsdiplom. "Ich freue mich. Das Hämmern fand ich am schwersten", sagte der Neunjährige.

Hoch konzentriert waren die Mädchen und Jungen auch an der Station des Zinngießens. Wolfram Grundmann erklärte ihnen die Materialbeschaffenheit von Zinn: "Der Vorteil ist, dass man es immer wieder einschmelzen kann. Gefährlich wird es, wenn Zinn sehr kalt ist. Ab -25 Grad zerfällt er zu Pulver." Bei dem Hobbyzinngießer erlebten die Grundschüler, wie Zinn geschmolzen wird und wie Figuren entstehen. "Ich habe einen Elefanten bekommen", freute sich Tim. "Interessant finde ich die verschiedenen Figuren, man sieht nur die Formen von außen, was rauskommt ist eine Überraschung", fügte der Zehnjährige hinzu. Rafael erhielt einen Ritter auf einem Pferd. "Interessant, wie Zinn geschmolzen wird", sagte der Siebenjährige. Thomas Eichhorn war vom Programm begeistert. "Fantastisch. Ein Fest mit der Tradition aus dem Ort bietet den Kindern eine andere Perspektive. Für uns, die wir eng mit dem Jufz kooperieren, war heute der Höhepunkt des Jahres", lobte der Leiter des DRK-Hortes.

Auch Frank Brendler und Gundula Lehmann von der Stadtverwaltung sahen sich auf dem Fest um. "Die Stimmung ist enorm. Die Kinder sind begeistert dabei. Der Mix von Spaß und Wissen ist sehr gut, damit die Kinder auch gefördert werden. Gut finde ich auch, dass sich das Jugendparlament mit einbringt", lobte Gundula Lehmann.

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