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Aus Überzeugung freiwillig engagiert für die Kulturhauptstadt

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Schon jetzt arbeiten viele Chemnitzer ehrenamtlich bei Veranstaltungen der Kulturhauptstadt mit. Die Art des Einsatzes ist differenziert, übereinstimmend aber die Motivation.

Chemnitz.

Der Andrang zur Eröffnung der Hartmannfabrik am 3. Mai ist groß. Mehr als 200 Besucher dürfen nicht gleichzeitig drin sein, darum bildet sich eine Schlange. Leonore Cebulla steht an der Tür und weist die Interessenten freundlich darauf hin, dass sie etwas warten müssen. Sie hat ein blaues T-Shirt an mit dem Aufdruck, der sie als Freiwillige der Kulturhauptstadt kennzeichnet.

Man sei bei den auch als Volunteers bezeichneten Helfern unterschwellig herangegangen, sagt Dirk Zinner, in der Kulturhauptstadt gGmbH für diesen Bereich zuständig. „Wir haben bei Stadtteilfesten oder Einwohnerversammlungen die Menschen direkt angesprochen“, sagt er. Im August 2023 wurde eine Datenbank aufgebaut. Mit einem Basisteam wurden die Einsätze erprobt. „Es gibt keine Schablone.“ In jeder Kulturhauptstadt laufe die Arbeit mit Freiwilligen etwas anders. In Chemnitz wird eine Liste mit Projekten und Themen erstellt. Jeder Volunteer sucht sich aus, was ihm passt.

Ende 2023 waren rund 100 Namen in der Datenbank, jetzt sind es über 300. Geschäftsführer Stefan Schmidtke wünsche sich 1501, weil es 2017 im dänischen Aarhus 1500 waren.

Die Rentnerin

Leonore Cebulla hat im Ruhestand viel Zeit, um häufig bei Einsätzen dabei zu sein. Schon seit einem Jahr ist sie nach einem einführenden Training im Einsatz. Das heißt Flyer verteilen, Gäste befragen, Auskünfte geben ... „In Timisoara war ich im Dezember beim Abschlussfest dabei“, erzählt sie. „Die Herzlichkeit war überwältigend.“ Doch sie und die anderen Teilnehmer der Dienstreise konnten auch Erfahrungen mitnehmen, sowohl von den rumänischen Gastgebern als auch von Gästen aus früheren Kulturhauptstädten wie dem italienischen Matera. Die optische Sichtbarkeit des Ereignisses sei sehr wichtig, hat sie gelernt.

Vom Gedanken der Kulturhauptstadt ist sie schon seit der Bewerbung begeistert. Durch ihre Aktivität im Freundeskreis Kultur hat sie Menschen kennengelernt und Kontakte geknüpft. Jetzt gehört sie zu den Freiwilligen mit einer besonders hohen Zahl an Einsätzen.

Der IT-Experte

Bei Gesprächen im Freundeskreis habe man bemerkt, ziemlich wenig über das kommende Großvorhaben zu wissen, erinnert sich Jan Holzapfel. Er habe ins Internet gesehen und festgestellt, dass das Büro an der Hartmannstraße geöffnet sein müsse. „Ich habe an der Tür geklingelt und gesagt, dass ich Interesse habe.“ Es folgte ein halbstündiges Gespräch mit Mareike Holfeld, der Pressesprecherin. Seit Oktober ist er nun aktiv als Freiwilliger.

Beruflich organisiert er IT-Projekte rund um die Welt. Wieso gibt sich solch ein Fachmann mit unbezahlten Hilfstätigkeiten ab? „Ich stehe genug im Rampenlicht“, sagt er. Aber wegen der beruflichen Tätigkeit muss er genau auswählen, bei welchen Veranstaltungen ein Einsatz machbar ist. Das sind etwa 10 Stunden pro Monat.

Jan Holzapfel trifft unter Bekannten auf viele Vorbehalte. „Die Chemnitzer Bürger müssen begreifen, dass es eine ganz große Sache ist.“ Darum erzählt er so oft wie möglich nicht nur von seiner eigenen Tätigkeit, sondern auch was bevorsteht.

Der Student

Nicolas Sammler schreibt an seiner Masterarbeit in Mikro- und Nanoelektronik, möchte dann promovieren. Vor fünf Jahren ist er wegen des Studiums aus dem Vogtland nach Chemnitz gekommen.

Seit September ist er Freiwilliger und ungefähr zwei bis drei Mal im Monat aktiv. Er nahm als Hobbyradfahrer an der European Peace Ride auf der letzten Etappe von Annaberg aus teil. „Bei der Ankunft auf dem Theaterplatz gab es einen Stand, wo ich einen Flyer der Kulturhauptstadt bekam“, erzählt er.

Es gibt Einsätze, wo er Getränke bereitstellt, aber auch solche, wo er als Botschafter der Kulturhauptstadt auftritt wie Ende Mai in Berlin.

Anfang des Jahres war er in Tartu zum dortigen Start des Festjahres zusammen mit 12 Volunteers aus anderen europäischen Städten. Solche neuen Kontakte sind für ihn eine wichtige Motivation des Freiwilligendienstes.

Unter seinen Bekannten gibt es selten Skepsis wegen der Aktivität. Er konnte sogar schon Freunde zum Mitmachen gewinnen. (kas)

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