Corona-Lage in Chemnitz: Angst um die Schwächsten der Gesellschaft und das soziale Netz

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Die Wohlfahrtspflege bangt darum, dass sich das soziale Netz in der Stadt halten lässt. Die aktuellen Entwicklungen in der Region im Überblick.

Chemnitz.

Corona-Zahlen: Binnen der vergangenen zwei Wochen hat sich die Zahl der Corona-Todesfälle in Chemnitz in der Altersgruppe 35 bis 59 von 7 auf 14 verdoppelt. Das geht aus einer Analyse des FOG-Instituts für Marktforschung und Sozialforschung Chemnitz hervor. Insgesamt sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts seit Pandemiebeginn 448 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

Die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt bei 290,7 und damit deutlich über dem Wert von 165, ab dem bestimmte Lockerungen möglich sind. In Krankenhäusern der Stadt werden laut Rathaus aktuell 252 Personen behandelt (-1 zum Vortag), davon 46 auf der Intensivstation (-5). Von Coronainfektionen und Quarantäne-Maßnahmen betroffen sind derzeit zwei Pflegeheime, 31 Schulen und Horte sowie 19 Kitas.

Gefährliche Körperverletzung gegen einen Polizisten: Die Polizei war am Montagabend bei mehreren Versammlungen in Chemnitz, Mittelsachsen und im Erzgebirge im Einsatz.

Theater Chemnitz: Kein Spielbetrieb bis Ende Mai: In Reaktion auf die geänderten Regelungen des Bundesinfektionsschutzgesetzes und die unverändert hohe Infektionsrate in Sachsen haben die Theater Chemnitz ihre Spielzeit bis einschließlich 31. Mai ausgesetzt. Das bedeutet, dass die Spielstätten bis dahin weiter geschlossen bleiben. Inwiefern der Vorstellungsbetrieb im Juni möglich wird, machen die Theater vom weiteren Verlauf des Infektionsgeschehens abhängig. Ungeachtet dieser Situation bereiten die Theater Veranstaltungen unter freiem Himmel vor. Der Fokus liege dabei auf Aufführungen auf der Küchwaldbühne, die derzeit für Mitte oder Ende Juni vorbereitet werden. Auch Veranstaltungen im Opernhaus und Schauspielhaus in kleinem Rahmen werden ins Auge gefast. Entsprechende Stücke seien vorhanden und könnten kurzfristig wieder aufgenommen werden. 

Stadtordnungsdienst:  Ihnen kam nicht zuletzt mit Beginn der Coronapandemie und der damit einhergehenden Regeln eine besondere Bedeutung zu: den Mitarbeitenden des Stadtordnungsdienstes. Ob Einhaltung der Maskenpflicht, des Alkoholverbots, der Kontakt- oder der Ausgangsbeschränkungen - kontrolliert wurde das alles oft von den Stadtpolizisten. Seit Pandemiebeginn haben sie laut Rathaus beispielsweise über 900 Bußgeldverfahren wegen Verstößen gegen die Coronaregeln eingeleitet. Weil die Aufgabenfülle und Einsatzzeiten in der Vergangenheit ständig wuchsen, hatte der Stadtrat zweimal für eine Aufstockung des Ordnungsdienstes gestimmt: 2016 war eine Anhebung von 15 auf 22 Stellen beschlossen worden. Ende 2018 votierte der Stadtrat für eine weitere Erhöhung der Anzahl der Mitarbeitenden auf 35. Erreicht wurde dieses Ziel bislang aber nicht.

Die Not der Schwächsten in Corona-Zeiten: Wer denkt in der Pandemie an die Ärmeren der Stadtgesellschaft? Wer kümmert sich um Wohnungslose? Ein Blick auf die Wohlfahrtspflege - die darum bangt, dass sich das soziale Netz in Chemnitz halten lässt.

Verbände befürchten Einschnitte im sozialen Netz: In einer Stellungnahme zum Chemnitzer Doppelhaushalt 2021/2022 hat sich die Liga der freien Wohlfahrtspflege mit den Beschlüssen für das laufende Jahr 2021 zufrieden gezeigt. Für 2022 aber sagen die Verbände bedrohliche Einschnitte voraus. Dabei gehen sie davon aus, dass die Pandemie heftige Nachwirkungen zeigt und den sozialen Zusammenhalt nachhaltig belastet.

Burgstädt: Bodo Martin ist Berufsmusiker. Angesichts geschlossener Veranstaltungstempel hat der Burgstädter temporär umgesattelt. Gegenwärtig fährt er als Dienstleister im Personenverkehr. Das habe sich für ihn zum Jahresende 2020 zwingend erforderlich gemacht. "Als Solo-Selbstständiger ohnehin an Förderprogrammen vorbeischlitternd, konnte ich von der Novemberhilfe nicht partizipieren", erläutert der Musiker. Deshalb habe er sich auf seine Stärken besonnen, zu denen das Autofahren zähle.

Limbach-Oberfrohna:  Liebeskummer, Mobbing, Streit in der Clique, Alkohol- oder Drogenprobleme, Ärger mit den Eltern oder Lehrern - das sind in der Regel die Themen, mit denen sich Schüler unter anderem auch an Sozialarbeiter in der Schule wenden. Claudia Klipphahn und Andrea Magnus sind zwei davon, die in Limbach-Oberfrohnaer Bildungseinrichtungen tätig sind. Ihr Arbeitgeber und Träger der Schulsozialarbeit ist die Stadtmission Zwickau. Beide Frauen sagen: Die Corona-Pandemie macht für ihre Arbeit ein Umdenken erforderlich

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