Corona spielt bei ihm kaum eine Rolle

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Aus der Querdenker-Bewegung hervorgegangene Partei stellt einen der 13 Direktkandidaten zur Bundestagswahl

Ginge es allein nach der Anzahl der Wahlplakate an den Chemnitzer Ausfallstraßen, die noch junge Partei "Die Basis" dürfte sich zur Bundestagswahl am Sonntag wohl Chancen auf allerlei Stimmen ausrechnen. Darüber hinaus aber ist die vor allem von Gegnern der Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronapandemie getragene Gruppierung in der Öffentlichkeit eher wenig präsent. Der letzte Eintrag auf ihrer Internetseite zu Aktivitäten in Chemnitz verweist auf ein Kinderfest Anfang Juli dieses Jahres am Brühl. Anwohner und Gewerbetreibende des Viertels reagierten damals mit Gegenaktionen und warnten Passanten vor der aus ihrer Sicht nicht ungefährlichen Bewegung.

Mit Norman Lienow (Jahrgang 1975) stellt "die Basis" nun einen Bewerber um das Chemnitzer Wahlkreismandat. Früher bei den Piraten organisiert, gründete er nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr die neue Gruppierung in Westsachsen mit. "Wir sind keine Querdenkerpartei!", betont der gelernte Datenverarbeitungskaufmann - während der auch intern nicht unumstrittene Mitbegründer der sogenannten "Querdenker"-Bewegung, Rechtsanwalt Reiner Fuellmich, sich erst vergangene Woche zu ihrem "Kanzlerkandidaten" ernennen ließ.

In der Selbstdarstellung des Chemnitzer Bewerbers im Netz spielt Corona in der Tat kaum eine Rolle. Norman Lienow plädiert dort stattdessen recht allgemein unter anderem für freien Diskurs und mehr Basisdemokratie in der Politik. "Alle vier bis fünf Jahre ein Kreuzchen setzen", so Lienow, "ist nicht genug".

Zur Bundestagswahl am Sonntag treten in Chemnitz insgesamt 13 Direktkandidaten an, vier mehr als zur letzten Wahl 2017. Wie schon damals ist unter den Bewerbern nur eine einzige Frau und diese wird - auch das eine Parallele zu damals - erneut von den Grünen ins Rennen geschickt. Wahlberechtigt sind rund 189.000 Chemnitzerinnen und Chemnitzer. Die Wahllokale in den insgesamt 143 Wahlbezirken sind am Wahlsonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Nach Angaben des Rathauses hatten bis Mitte vergangener Woche bereits mehr als 50.000 Wählerinnen und Wähler Briefwahl beantragt. (micm)

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