"Firmenfeier" vor dem Werkstor - Protest gegen Unternehmens-Aus

Das Aus scheint besiegelt, dennoch haben am Samstag rund 100 Mitarbeiter des Werkzeugmaschinenbauers Union auf das 167-jährige Bestehen der Firma zurückgeblickt und gegen die Schließungspläne der Eigentümer protestiert. Vor den Werktoren fanden sich die Beschäftigten ein und verhinderten nach eigenen Angaben die Abholung von Messtechnik. Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig besuchte die Mitarbeiter und brachte einen Korb voller Backwaren mit. Als Schülerin absolvierte sie selbst einst in der Firma ihren polytechnischen Unterricht.

Union ist der älteste existierende Werkzeugmaschinenbauer Europas. Die Geschäftsführung der Union-Werkzeugmaschinenfabrik hatte im Sommer überraschend angekündigt, das Werk zum 30. November zu schließen. Die Union Werkzeugmaschinen GmbH Chemnitz gehört seit 2011 zur Herkules-Gruppe mit Sitz im nordrhein-westfälischen Siegen. (fhh/jdf)

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4Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    4
    Lesemuffel
    15.09.2019

    Der" Dank" für die Schließung der Traditiionsfabrik gilt der Merkelregierung, die stur an den Sanktionen gegen Russland festhält und damit vor allem den Ostdeutschen Maschinenbau arg schädigt. Als kürzlich Trump vorschlug, Putin wieder zum G7 einzuladen gab es zwei Proteste dagegen! Von wem wohl? Merkel und Maas. Da fehlen zumindest den Antibürgern die Worte.

  • 3
    1
    ChWtr
    15.09.2019

    Sorry, richtig muss es lauten: PH = Philipp Holzmann AG (nicht PM), insolvent in 2002.

    Muss man sich mal vorstellen: PH Aktien sind auch im Jahre 2019 börsennotiert (...).

    Wo findet man denn hierzulande ein börsennotiertes Unternehmen?
    Wenn man sucht, findet man zwar einige wenige, dass war es aber auch schon und sowieso nicht im DAX. Unabhängig davon, was man von börsennotierten Unternehmen bzw. der Börse hält.

    Arndtbremen: die Macht der Mächtigen, du sagst es! Da könnten wir jetzt weiter philosophieren. Über "die Zukunft verschlafen" zu diskutieren wäre jedoch ein abendfüllendes Programm. Gorbatschow, der Michael Sergejewitsch hat es bereits in den 80-zigern richtig erkannt und öffentlich (!!!) gesagt. Für mich eine bahnbrechende Aussage mit Symbolcharakter. Damals wie heute.

  • 6
    2
    ArndtBremen
    15.09.2019

    @ChWtr: Ja, man kann es Aktionismus nennen. Auch eine Frau Ludwig ist gegen die Macht der Mächtigen machtlos. Aber vielleicht wollte sie sich auf ihre letzten Tage nochmal präsentieren. Ich hatte es schonmal geschrieben: Wer die Zukunft verschläft, schnarcht teuer. Das hat eben auch mein ehemaliger Arbeitgeber (fischer Hydroforming) spüren müssen. Dort gehen am 31.10.2019 endgülig die Lichter aus.

  • 6
    1
    ChWtr
    15.09.2019

    Man schreibt "droht" und Mitarbeiter verhindern (nach eigener Angabe) die Abholung von Messtechnik.

    Wie soll das bei "Union" weitergehen?

    Die Chemnitzer OBM macht es ähnlich wie damals BK Schröder in Frankfurt/Main bei PM - für mich Aktionismus. Weiter nichts.

    Geholfen hat es nix.

    Es wäre sehr schade, wenn so ein traditionsreiches Unternehmen aufgrund wegbrechender Wirtschaftsräume, aber ganz sicher auch durch schlechtes Management, die Segel streichen muss.

    Man reiht sich ein in die lange Kette der Unternehmen, die einst führend in Europa und der Welt waren und später "klammheimlich" verschwinden.

    Leider ist das gelebte und nicht wiedergutmachende Realität.

    Möglicherweise entsteht aber was anderes, was Neues (...)



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