Stadt der Moderne: Auch OB Ludwig stellt Chemnitzer Slogan in Frage

Die Amtsinhaberin unterstützt den Vorschlag ihres Parteifreundes und OB-Kandidaten Sven Schulze, künftig auf den städtischen Beinamen zu verzichten.

Chemnitz.

Die noch bis Ende Oktober amtierende Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) hat sich ebenfalls für einen neuen Slogan für Chemnitz ausgesprochen. Auf "Freie Presse"-Anfrage erklärte sie, sie teile die Auffassung ihres Parteifreundes Sven Schulze. "Aus meiner Sicht ist nach den vielen Jahren die Frage zu stellen, ob man sich auf die Suche nach einem neuen Slogan macht oder ob die Zeit der Slogans insgesamt vorbei ist", so Ludwig wörtlich.

Die Noch-Amtsinhaberin war es 2007 gewesen, die Chemnitz den Slogan "Stadt der Moderne" verordnet hatte. Schulze hatte angekündigt, im Falle seines Sieges bei der OB-Wahl am Sonntag künftig auf den Slogan "Stadt der Moderne" verzichten zu wollen. Zur Begründung sagte er, die Chemnitzer seien von dem städtischen Beinamen nie richtig überzeugt gewesen und hätten ihn "sehr oft nur im negativen Sinne verwendet". (su)

1818 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    Sonnenbergfreund
    11.10.2020

    Wie der Name sagt, handelt es sich hier um Kommentarspalten. Heißt ursprünglich, dass der Leser dem Autor und anderen Lesern seine Meinung zum Artikel kommentieren kann. Lese ich die Kommentare verschiedener Leser, dann erlebe ich Meinungsvielfalt. Die nützt mir auch bei meiner Meinungsbildung. Das ewige Kommentieren von Kommentaren ist damit nicht gemeint und nervt in der Regel irgendwann. Oder böse gesagt: Schnell ist der Platz auch von Endlos-Disskutanten zugetextet. Wie das aussieht, kann man ja bei Facebook besichtigen.

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    Zeitungss
    10.10.2020

    Es kommt nichts, was zu erwarten war. Im Land läuft ALLES zur "Zufriedenheit" der Bürger ab, deshalb ist diese Möglichkeit der Kommunikation überflüssig. Omas gelungener Kuchen ist bekanntlich nicht das Thema hier und die Schwangerschaft einiger wichtiger Personen auch nicht. Es war also vorhersehbar, dass es Einschränkungen geben wird, die Realität ist nun von Vorstellungen unserer Obrigkeit sehr oft weit entfernt und wer lässt sich schon gerne in die Suppe .......? In den neuen Regeln hat man das etwas anders verpackt, was ebenfalls zu erwarten war. Wer sich daran erinnern kann, wenn es eng wird unterbricht man zunächst die Kommunikation mit den möglichen Mitteln, was schon immer so war und auch in Zukunft so bleiben wird. Die Technik zur Ermittlung der Systemnähe ist bereits in Betrieb, wie den neuen Richtlinien zu entnehmen war.

  • 4
    2
    mops0106
    09.10.2020

    Ich opfere mal einen Kommentar;-).

    Antwort vom 07.10. auf meine Mail-Anfrage wegen Beschränkung der Kommentare:

    "...unsere neuen Kommentarrichtlinien gelten seit Mittwoch. Erlaubt sind demnach pro Nutzer bis zu fünf Kommentare pro Tag, die eine Länge von bis zu 1000 Zeichen haben dürfen. Diese Änderungen mussten wir beschließen, da das Kommentaraufkommen zuletzt deutlich angestiegen war und die Moderation dieser Kommentare entsprechend deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen hat.
    Eine Diskussion im Forum ist natürlich weiterhin erlaubt und auch gewünscht."

    Die Beschränkung auf 1000 Zeichen geht ja noch. Aber eine sinnvolle Diskussion ist so wirklich nicht mehr möglich.

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    1
    Zeitungss
    09.10.2020

    @Bubo: Eine ausführliche Begründung für diese merkwürdige aber zu erwartende Maßnahme werden wir morgen sicherlich auf der ersten Seite lesen. Man arbeitet sicherlich fieberhaft an einer Erklärung um die Einschränkungen verständlich an die Nutzer zu bringen. Eine technische Ursache dürfte der Grund nicht sein, eher die Themen, welche hier so "behandelt" werden.
    Also, liebe FP, klärt eure Nutzer auf, unter diesen Umständen ist es keine vertrauensbildende Maßnahme und so soll es wohl auch sein.

  • 0
    2
    Interessierte
    09.10.2020

    - die Chemnitzer seien von dem städtischen Beinamen nie richtig überzeugt gewesen und hätten ihn "sehr oft nur im negativen Sinne verwendet"

    Weil der Beiname nie richtig erklärt wurde und die Menschen immer an eine ´moderne` Stadt gedacht haben - seit nach der Wende .....
    "Stadt der Moderne der 30er" wäre richtig gewesen .

    Aber "Hauptstadt der Kultur" klingt sicherlich auch gut !

  • 7
    1
    BuboBubo
    09.10.2020

    @DeLuxe: Ich fand die Nacht- und Nebel-Aktion zur Änderung der Kommentarrichtlinien auch sehr merkwürdig. Mindestens hätte man diese gravierende Einschränkung deutlich sichtbar auf der Kommentarseite platzieren können, anstatt sie im Kleingedruckten zu verstecken. Eine Begründung fehlt nach wie vor, so dass nun jedermann seine eigenen Vermutungen anstellen kann, welcher Zweck damit verfolgt werden soll.

    Aber vielleicht ist das auch nur eine Ausprägung des neuen, absolut genialen Slogans, mit dem Chemnitz sich nun um den Status einer Kulturhauptstadt bewirbt:

    "C THE UNSEEN"

    Keine weiteren Fragen.

  • 7
    3
    Zeitungss
    09.10.2020

    @Deluxe: Die Beschränkung war eine Frage der Zeit, es huldigen eben nicht alle Bürger die gegenwärtige Zeit. Warten wir auf den nächsten Schritt und per Mail will man es nun einmal nicht erklären.

  • 9
    1
    Hinterfragt
    09.10.2020

    Genau @Deluxe;
    5 Kommentare am Tag, damit ist keine sinnvolle Diskussion mehr möglich.
    Man muss sich überlegen, ob man antwortet oder lieber einen anderen Artikel kommentiert...
    Bei den 1000 Zeichen kann man zur Not noch mitgehen.

  • 12
    1
    Deluxe
    09.10.2020

    Der alte Slogan war viel besser:

    Chemnitz - Stadt mit Köpfchen.

    Das war geistreich und witzig, außerdem mit Mehrfachbedeutung. Ich habe nie verstanden, welcher Vorteil in diesem trockenen, einfallslosen Slogan "Stadt der Moderne" gelegen haben soll. Offenbar wollte man das Chemnitzer Image mit diesem Slogan mehr in Richtung Kunststadt transportieren, was ich nach wie vor für unsinnig halte.

    Stadt mit Köpfchen spricht viel mehr Leute an, der Marx-Kopf ist und bleibt nunmal DAS Symbol für die Stadt. Mehr als ein paar Bauhaus-Reste wie das Schocken oder die Gunzenhauser-Sparkasse.

    P.S.:
    Ich finde es beachtlich, wie am 7.10. ganz leise die Kommentarrichtlinien geändert wurden, die Zeichenzahl plötzlich auf 1000 beschränkt wurde und man pro Tag nur noch maximal 5 Kommentare abgeben darf. Da hätte man sich über eine Information per Mail doch gefreut, als treuer Online-Abonnent.

  • 5
    3
    acals
    09.10.2020

    Die Chemnitzer wurden gefragt, ob KMS nach Chemnitz umbenannt werden soll - gut so! Zum Nischel gab es eine Abstimmung - gut so!

    Zu "Stadt der Moderne" - tja, Fehlanzeige. Wenn man will das die Einwohner dahinterstehen sollte frau erstmal dafür werben, und dann um Zustimmung bitten. Nun ist es ja so, das frau eh wenig eigene Ideen gehabt hat -

    https://www.tu-chemnitz.de/tu/pressestelle/aktuell/2611

    - aber das sie heute von mit Amtsgewalt durchgesetzten Entscheidungen Abstand nehmen will, ist bezeichnend für die ganze Legislatur.

    Als Chemnitzer haben wir Platz und zur Kenntnis zu nehmen. Ein Slogan mehr oder weniger, eine 30 Mio Fehlinvestition mehr oder weniger, nicht besuchte (Kunst)museen mehr oder weniger - Hauptsache "wir" hatten Spass.

    Wenn man irgendwann fragen wird warum es galoppierende Politikverdrossenheit gibt, mag man uU auch auf obiges zurückkommen.

    Der Unterschied zu Schaumschlägern geht gegen Null ...

  • 7
    6
    BuboBubo
    08.10.2020

    Interessant, wie sich Chemnitz gerade demokratisch aus der Moderne in die Belanglosigkeit zurückbombt.

  • 14
    6
    Maschinenbauer
    08.10.2020

    @DS91: Aha, die Menschen sind nicht in der Lage den Slogan zu verstehen? Soll der Slogan für eine besonders sphärische Elite sein? Nein!
    So ein Slogan muss funktionieren, ohne dass er der Allgemeinheit erklärt werden muss. Die Menschen müssen ihn sofort verstehen können und sich mit ihm identifizieren. Schade dass sich Frau Ludwig jetzt noch einschaltet und für Sven Schulze Schützenhilfe leistet. Das könnte ein Bärendienst sein. Zumal eine OB-Wahl keine Parteienwahl, sondern eine Personenwahl ist. Dieses Statement von Frau Ludwig für Herrn Schulze könnte ihn die Wahl kosten. Frau Ludwig ist meiner Meinung nach mit Chemnitz vor 14 Jahren falsch abgebogen und hat damit dieser Stadt massiv geschadet. Es gibt viel nach- und aufzuholen, für den oder die OB.

  • 15
    1
    hilbcity
    08.10.2020

    Wir haben mit unserem Versteinerten Wald eine Jahrmillionen alte Vergangenheit die nicht jeder hat. Am Rande des Zeisigwaldes geben sich seit langem die Archäologen viel Mühe dieses Erbe zu erhalten - vieleicht wäre es ein Ansatz unsere Heimat der Welt zu Veranschauligen.

  • 13
    28
    BunteRepublikTäuschland
    08.10.2020

    Mein neuer Slogan für diese Stadt lautet:

    Chemnitz - die Stadt für Senioren

  • 21
    3
    gelöschter Nutzer
    08.10.2020

    Monatelang hört man nichts und spürt keine Unterstützung für den Parteigenossen von Frau Ludwig. Ausgerechnet bei diesem Thema gibt es dann Rueckenwind?
    Wenn Peter Seifert seine Nachfolge so lausig organisiert hätte, wäre Frau Ludwig niemals OB geworden.

  • 17
    21
    Windhose
    08.10.2020

    Endlich hat SIE es begriffen. Lange genug hat es gedauert.

  • 14
    14
    AliceAndreas
    08.10.2020

    Regel Nr. 1 : Schuld ist immer der Bürger!

  • 23
    16
    DS91
    08.10.2020

    Außerhalb von Chemnitz wird der Slogan durchaus wahrgenommen und trägt durchaus zum Image der Stadt bei. Nur weil einige Personen diesen Slogan nicht verstehen, sollte man nich alles gleich infrage stellen.

    Ich lebe gerne in der Stadt der Moderne!