Chemnitz
Tausende Besucher bei Hutfestival in Chemnitz: Lachen, Lust und Lebensfreude

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Menschentrauben vor den Bühnen, Schlangen an den Buden - das Hutfest hat Fahrt aufgenommen. Klein und groß, jung und älter: Die Besucher genießen das Fest in der Chemnitzer City.

Chemnitz.

Schon zur Premiere des Hutfestes 2018 strömten 50.000 Besucher in die Innenstadt. Auch in diesem Jahr setzen sich Zehntausende aus der Stadt und dem Umland ihren Hut auf und pilgerten in die City. Was macht das Hutfestival so besonders?

Die Künstler: Mit Messern auf ihrem Einrad jonglierend, sorgte Janna Wohlfahrt für viele "Aaahs" und "Oooohs" bei den sie auf der Inneren Klosterstraße umringenden Zuschauern. Die Einradakrobatin aus Nordrhein-Westfalen ist das erste Mal beim Hutfestival dabei. "Ich habe schon viel darüber gehört und mich dann beworben", erzählte sie. Dass es geklappt hat und sie in Chemnitz auftreten konnte, freute sie. "Ich bin beeindruckt - von der tollen Organisation, den vielen Bühnen, so vielen Hüten und dass die Leute bereit für tolle Shows sind." Mitja Averhoff vom Duo "Elabö" ließ nach dem Auftritt auf der Sombrero-Bühne den Hut herumgehen. Schnell sammelten sich Scheine und Münzen darin. Er tritt mit seiner Partnerin Anne Holdik bei Festen in ganz Deutschland auf. "Dass die Leute hier Hut tragen, ist besonders. Das habe ich sonst noch nie erlebt. Die Atmosphäre ist wirklich schön", sagte er.

Die Händler: An der Tür des Handbrot-Standes auf dem Markt stand Lasse Rad und schaute sich die Radshow auf der Zylinder-Bühne an. "Es gefällt mir hier super. Ich genieße es sehr, vor allem die Artistik auf der Bühne", sagte der Leipziger. Normalerweise müsse er arbeiten, aber ab und an könne er Pause machen. Da Akrobatik sein Steckenpferd sei, sei er auf dem Markt genau an der richtigen Stelle, freute er sich. Auch die Geschäfte im Zentrum versuchen mit dem verkaufsoffenen Sonntag von der Popularität des Hutfestivals zu profitieren. Dass so viele Besucher zum Fest in die City strömen, hat laut Jörg Knöfel zum einen mit dem guten Timing zu tun. "Es ist nach dem Winterhalbjahr das erste große wirklich große Event in der Stadt." Und es sei mehr als Essen und Trinken. "Hier geht es auch um Kultur, um Kleinkunst." Das ziehe andere Besuchergruppen in die Stadt, darunter auch ein anspruchsvolleres Publikum.

Die Besucher: Schick gemacht mit Anzug, Hemd, Krawatte und Hüten hatten sich Thomas und Steffen Hanika. "Das Besondere am Hutfestival? Natürlich die Hüte. Und die Kleinkunst", sagte Thomas Hanika. Es gefallen ihnen, so viele Künstler auf einem Fest zu erleben. Feuershow, Artistik, Clownerie und Comedy mag Steffen Hanika besonders. Erkennen die beiden Freiberger Chemnitz zum Hutfestival wieder, wenn alle feiern und gute Laune haben? "Ja, das kann man den Chemnitzern zutrauen", sagten sie. Stammgäste sind Claudia Männel und Beate Dietrich. Ebenfalls gut behütet verfolgten die Einheimischen auf dem Neumarkt die Trampolin-Show von TNT-Shows. "Die ist echt super", sagte Claudia Männel. Das Besondere am Hutfestival sei für sie die Vielfalt der Künstler. Überall sei was los, und die Akrobaten richtig gut. Ein Programm für ihren Ausflug hatten sie nicht. "Immer der Nase nach", sagten sie und lachten.

Der Organisator: Ralf Schulze, Geschäftsführer der Chemnitzer Veranstaltungszentren, erklärt sich die Beliebtheit des Hutfestes zum einen damit, dass es Künstler zum Anfassen sind, die sich auf den Plätzen und Straßen präsentieren. "Straßenkunst ist sehr offen und bietet für die Besucher schnell einen Zugang." Zum anderen sei das Hutfestival generationenübergreifend beliebt. "Natürlich kommen Kinder und Familien, aber auch die Senioren machen sich mit Rollator und Hut auf zum Fest." Für ihn stimme einfach die Grundatmosphäre: "Es gibt eine Wertschätzung aller, und man darf lächeln." (hfn)

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