Überfall auf Busfahrer: Tätern droht lange Haft

Polizei nimmt Verdächtige auf dem Sonnenberg fest - Dritter stellte sich selbst

Die Nachricht verbreitete sich binnen Minuten wie ein Lauffeuer unter den Mitarbeitern der Chemnitzer Verkehrs AG: Die drei Männer, die für den brutalen Raubüberfall auf einen ihrer Kollegen verantwortlich gemacht werden, sind gefasst. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstagmittag mitteilten, handelt es sich bei ihnen um drei Chemnitzer deutscher Staatsangehörigkeit im Alter von 25, 28 und 32 Jahren. Sie sind Polizei und Justiz bereits wegen früherer Straftaten bekannt und sitzen nun in Untersuchungshaft.

Zwei der Tatverdächtigen wurden am Vormittag - auch dank viel versprechender Hinweise von Zeugen, wie es heißt - von Polizeibeamten festgenommen; dem Vernehmen nach auf dem Sonnenberg. Der Jüngste aus dem Trio hatte sich den Angaben zufolge bereits am Sonntagabend in Begleitung eines Anwalts bei der Polizei gemeldet. Zwei Tage zuvor hatten die Behörden Aufnahmen einer Überwachungskamera aus dem Bus veröffentlicht, auf der alle drei Täter gut zu erkennen waren.
Die Männer hatten Ostersonntag spät abends an der Endstelle der Linie 32 an der Dresdner Straße einen Busfahrer überfallen und zusammengeschlagen, als er gerade von der Toilette kam. Sie zwangen den 37-Jährigen, eine Brieftasche und das Wechselgeld aus der Kasse herauszugeben. Bei dem Angriff wurde der Busfahrer so schwer verletzt, dass er später operiert werden musste und knapp eine Woche im Krankenhaus lag. Der Vorfall hatte bei vielen Kollegen des Opfers für erhebliche Beunruhigung gesorgt.


"Wir sind absolut positiv überrascht von diesem schnellen Fahndungserfolg", hieß es vom Betriebsrat der CVAG. "Es hat sich offenbar ausgezahlt, dass die Justiz die Videoaufnahmen so rasch zur Veröffentlichung freigegeben hat."

Dies und auch die Anordnung der Untersuchungshaft dürfte auf die Schwere der Straftat zurückzuführen sein, die den drei Männern vorgeworfen wird. Unabhängig von der allem Anschein nach offenbar vergleichsweise überschaubaren Summe, die sie erbeuteten, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen schwerer räuberischer Erpressung. Das Strafgesetzbuch sieht dafür fünf Jahre Haft vor - mindestens.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...