Die Gewerkschaft Verdi hat für Montag zum bundesweiten Warnstreik im Nahverkehr aufgerufen. In Chemnitz ist die CVAG betroffen. Das Unternehmen rechnet aber damit, dass noch einige Linien bedient werden können.
Weil die Verhandlungspositionen von Gewerkschaft und Arbeitgebern zu weit auseinander liegen, hat die Gewerkschaft Verdi für Montag zu einem bundesweiten Streik aufgerufen – den ganzen Tag. In Chemnitz wird davon die Chemnitzer Verkehrs-AG (CVAG) betroffen sein. Das Unternehmen spricht von „erheblichen Einschränkungen und Ausfällen im gesamten Liniennetz“. Das Service-Center bleibt geschlossen. Doch einige Busse und Bahnen fahren in Chemnitz trotzdem.
Diese Busse und Bahnen fahren noch
Laut CVAG sollen die Linien 26, 39, 42, 46, 49, 56, 79, 89, 96 unverändert fahren. Auf den Linien 41, 43, 53, 63, 69, 73 und 82 soll es teilweise Busverkehr geben. Bahnverkehr gibt es am Montag voraussichtlich nur auf den Linien der City-Bahn, die nicht vom Streik betroffen ist. Die Regio-Busse zwischen Chemnitz und Penig fahren nach Angaben des Betreibers unverändert.
Darüber streiten sich Verdi und die CVAG
Der Warnstreik sei nötig, weil die sächsischen Arbeitgeber keinen lösungsorientierten Vorschlag vorgelegt hätten, so Verdi. Am 21. Januar hatten sich beide Seiten zum Verhandlungsauftakt getroffen. Am kommenden Mittwoch sollen die Gespräche fortgesetzt werden. Die Gewerkschaft fordert eine Reduzierung der Arbeitszeit auf 35 Wochenstunden bei voller Bezahlung sowie eine Erhöhung von Zuschlägen und mehr Ruhezeiten zwischen den Schichten.
Die Arbeitgeber schlugen ihrerseits vor, die Wochenarbeitszeit, die derzeit bei 38 Stunden liegt, auf 40 Stunden zu erhöhen, den 31. Urlaubstag abzuschaffen und Zuschläge für einzelne Feiertage sowie beim Krankengeld zu streichen. Kompromissbereitschaft signalisierten die Arbeitgeber bei einer Neugestaltung des Zuschlags für Nachtarbeit und bei der Erhöhung der Zulagen für Kombifahrer.
„Dieses Verhalten der Arbeitgeber ist mehr als eine Provokation: Es ist ein Frontalangriff auf die eigenen Beschäftigten“, sagt Verdi-Verhandlungsführer Paul Schmidt. Der Vorschlag bedeute deutliche Mehrbelastungen, obwohl Beschäftigte bundesweit ihre Überlastung anzeigen würden. Die Arbeitgeber verweisen auf die schwierige wirtschaftliche Situation. Es gebe für „produktivitätsbeeinträchtigende Forderungen“ der Gewerkschaft keinen Spielraum. (eran)





