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Kommunalwahl Erzgebirge: So haben die Menschen im mittleren Erzgebirge abgestimmt

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Im Landkreis sind am Sonntag mehr als 276.000 Menschen aufgerufen gewesen, ihre Stimme abzugeben. Neben Europaparlament und Kreistag wurden auch Stadt- und Gemeinderäte gewählt. Ein erster Überblick.

Marienberg/Zschopau.

In 58 Kommunen im Erzgebirgskreis haben die Bürger am Sonntag neue Stadt- und Gemeinderäte gewählt. Außerdem wurde über die Zusammensetzung des Kreistags und des Europaparlaments abgestimmt. Von den 327.739 Einwohnern des Landkreises waren 272.505 zur Kommunalwahl aufgerufen. Bei der Europawahl durften erstmals auch Jugendliche ab 16 Jahren zur Wahlurne schreiten, weshalb die Anzahl der Wahlberechtigten bei 276.729 lag. Doch wer macht nun das Rennen in den Kommunen? „Freie Presse“ gibt einen ersten Überblick.

Deutschneudorf zählt am schnellsten

In Marienberg hat die AfD die Wahl mit 25,5 Prozent knapp gewonnen. Die Bürger für Marienberg belegen mit 23,6 Prozent nur noch Platz zwei. Die Freie Wählergemeinschaft verliert leicht und kommt auf 19,7 Prozent, gefolgt von der CDU mit 15,2 Prozent und der Vereinigung Zukunft für Marienberg mit 12,8 Prozent. Abgeschlagen liegt Die Linke mit 3,2 Prozent.

In Grünhainichen
hat sich die Freie Bürgerinitiative (FBI) als stärkste Kraft mit 33,4 Prozent behaupten können. Die Freie Wählervereinigung Borstendorf (FWB) und die Wählervereinigung Kultur und Sport folgen mit 29,3 und 22,9 Prozent. Die AFD erreicht 14,4 Prozent.

In Olbernhau ist die AfD mit 26,7 Prozent der Gewinner der Stadtratswahl. Zugewinne gegenüber der Kommunalwahl 2019 konnten die SPD (18,6) und die FDP verzeichnen (18,4). Als Verlierer geht die CDU mit 21,3 Prozent aus der Wahl hervor. Auch die BI Freie Bürger Olbernhau verzeichnete leichte Verluste und kam auf 14,9 Prozent. Die Linke ist nicht mehr zur Stadtratswahl angetreten.

In Wolkenstein gewinnt die CDU mit 37,4 Prozent und löst die Demokratische Wählervereinigung Wolkenstein (30,0 Prozent) als stärkste Kraft im Stadtrat ab. Die AFD tritt zum ersten Mal an und gewinnt aus dem Stand 22,7 Prozent der Stimmen. SPD kommt auf 8,2 Prozent, Grüne auf 1,7 Prozent. Großer Verlierer ist die Wählervereinigung, die im Vergleich zu 2019 25,6 Prozent einbüßte.

In Gornau zeichnet sich ein ähnliches Bild wie vor fünf Jahren ab, nur ohne Grüne. Mit 55,6 Prozent legte die CDU zu. Bund Freier Wähler Gornau (37,8 Prozent) und SPD (6,6 Prozent) können im Vergleich zu 2019 ein nahezu konstantes Ergebnis vorweisen.

In Drebach konnte sich die CDU auf 53,7 Prozent verbessern. BI Drebach (43,3 Prozent) und Grüne (3,0 Prozent) mussten im Vergleich zu den Kommunalwahlen 2019 Stimmen abgeben.

In Zschopau ist der Bund Freier Wähler mit 33,6 Prozent stärkste Kraft im Stadtrat geworden und hat damit Wir – die Vereine abgelöst, die auf Platz zwei mit 27,2 Prozent folgen. Die CDU kam auf 14,3 Prozent, Die Linke auf 11,2 Prozent. Die FDP legte im Vergleich zur Kommunalwahl 2019 leicht zu (7,2 Prozent), und die Grünen ließen Federn (6,7 Prozent).

In Deutschneudorf wurde am schnellsten gezählt. Als erste Gemeinde im Erzgebirgskreis überhaupt meldete sie 20.45 Uhr das Ergebnis der Kommunalwahl. In der einstigen FDP-Hochburg dominierte wie schon 2019 die Wählergemeinschaft „Wir für Deutschneudorf“, wenn auch knapp. Sie erhielt 51,4 Prozent der Stimmen. Dementsprechend verlieben bei den Liberalen 48,6 Prozent.

In Großolbersdorf erhielt die Liste „Handels- und Gewerbeverband“ die meisten Stimmen (43,1 Prozent). Auf den Plätzen folgen CDU (30,4), Sportgemeinschaft Hohndorf (13,9), Feuerwehr Hohndorf (6,8) und SPD (5,9).

In Heidersdorf sichert sich die „Parteilose Bürgerinitiative Heidersdorf“ mit 44,8 Prozent der Stimmen die Mehrheit im Rat. Schon 2019 war sie stärkste Kraft. Die Wählergemeinschaft „Zukunft für Heidersdorf“ kommt auf 30,5 Prozent, der Regionalbauernverband Erzgebirge auf 20,9 Prozent. Die FDP erhält nur 3,7 Prozent.

In Börnichen hat es bei der Kommunalwahl einen klaren Sieger gegeben. Das ist die „Freie Wählervereinigung Börnichen“, die sich mit 85,7 Prozent durchsetzte. Die freiwillige Feuerwehr des Ortes kam auf 14,3 Prozent.

In Amtsberg hat sich die CDU mit 49,4 Prozent relativ klar vor der AfD behauptet, die 23,8 Prozent der Stimmen für sich einheimste. Die SPD kam auf 14,6 Prozent, die Bürgerinitiative auf 9,3. Die Grünen kamen nicht über 2,9 Prozent hinaus.

In Seiffen kann die CDU mit 42,7 Prozent den Sieg bei der Kommunalwahl für sich verbuchen. Die „Handwerkervereinigung“ kommt auf 34,4 Prozent. Es folgen die „Wählervereinigung Feuerwehr“ (16,9) und die FDP (6,0).

In Großrückerswalde gab es einen verhältnismäßig engen Wahlausgang. Die „Freie Wählervereinigung Pro Großrückerswalde“ kann 41,4 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, während sich die CDU mit 38,3 Prozent dahinter einreiht. Mit etwas Abstand folgt die AfD (20,3).

In Pockau-Lengefeld entschied die CDU mit 30,7 Prozent das Rennen deutlich für sich. Die „Freien Wähler Pockau-Lengefeld“ kommen wie die AfD auf 21,1 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht holt aus dem Stand 18, 6 Prozent. Bürger für Pockau-Lengefeld landen bei 4,8 Prozent vor den Grünen (1,9) und der SPD (1,7).

In Gelenau setzt sich auch die CDU mit 35,2 Prozent durch. „Vereine für Gelenau“ kommen auf 24,4 Prozent, die „Liste für Gelenau auf 22,3, das Bündnis Sahra Wagenknecht auf 9,3 und die „Wählervereinigung Gelenau“ auf 8,7 Prozent. (tw/mik)

Wahlbeteiligung relativ hoch

In den meisten Gemeinden, die bis Mitternacht ein Ergebnis zur Kommunalwahl gemeldet haben, lag die Wahlbeteiligung um einiges höher als noch 2019. In Heidersdorf etwa ging sie um fast zehn Prozentpunkte nach oben. Auch die Briefwahl hat vielerorts neue Beteiligungsrekorde aufgestellt. In Marienberg beispielsweise lag ihr Anteil bei circa 20 Prozent, erklärte Stadtwahlleiter Bert Meyer. 2019 seien es noch 13,5 Prozent gewesen. In Zschopau sah es ähnlich aus, sagte Andreas Bludau vom Gemeindewahlausschuss.

Das erste Mal eine Wahl aktiv mitgemacht hat Leni Popp. Die Olbernhauerin gab ihre Stimme zur Europawahl ab. Gern hätte sie auch für den Stadt- und Kreistag gestimmt. Mit erst 16 Jahren durfte sie das allerdings nicht, was sie nicht so ganz nachvollziehen konnte. Schon mehrere Wahlen mitgemacht haben Sabine Liebl und Thomas Schwarz. „Wir gehen wählen, um mit unserer Stimme etwas zu verändern“, sagten die Zöblitzer. Wegen der gefühlten Spaltung der Gesellschaft waren die beiden überzeugt, dass die Wahlbeteiligung insgesamt sehr hoch sein wird. (tw)

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