Kaffee, Kuchen, Speckfettbemmen

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Feuerwehrmann aus Neukirchen über den großen Zusammenhalt der Menschen

Neukirchen.

Uwe Grünzig kann sich an die Zeit, den Stress, die vielen Einsätze von vor 20 Jahren sehr gut erinnern. "Vor allem daran, wie groß der Zusammenhalt damals unter den Menschen gewesen ist", erzählt der gestandene Feuerwehrmann, der nun schon seit Mitte der 1980er-Jahre dabei ist - davon lange Zeit als Chef der Neukirchener Wehr.

Er erinnert sich etwa an unbürokratische Firmen und Behörden - vor allem aber an viele Menschen, die freiwillig Kaffee gegeben haben, leckeren Kuchen - oder die typischen Speckfettbemmen. Einfach so, einfach als Danke für die Einsatzkräfte. "Und das hat mein Herz auch erwärmt: In der schlimmen Zeit damals war auch eine Schulanfängerfeier einer Familie geplant, doch diese Feier ist leider regelrecht im Wortsinne ins Wasser gefallen. Das ganze Essen haben wir dann von den Leuten einfach geschenkt bekommen", erzählt Grünzig, als ob es erst gestern gewesen wäre.

Rückblick: Vor 20 Jahren schrieb die "Freie Presse" dies - ein Auszug: "In der Gemeinde Neukirchen musste die Feuerwehr am Marktplatz-Center Keller auspumpen. Zwei Häuser standen in der Mühlenstraße, in der Nähe, wo der Dorfbach in die Würschnitz fließt, unter Wasser. Auch hier gelangten die Wassermassen in die Keller', bemerkte Uwe Grünzig, Chef der Neukirchener Feuerwehr. Zudem erwies sich die Fläche zwischen Golfplatz und Wasserschloss Klaffenbach als Seenplatte."

Heute, zwei Jahrzehnte nach diesem Artikel, ist Grünzig immer noch dabei, zu helfen, zu retten, zu löschen. Er hat allerdings vor zwei Jahren den Chefposten der Freiwilligen Feuerwehr Neukirchen aufgegeben. Doch er wird weiterhin zu Einsätzen ausrücken - als Zugführer. Außerdem kümmert er sich verstärkt um die Historie der Feuerwehr, um mehr über die über 150-jährige Geschichte zu erfahren. Jüngst war er im Einsatz bei den verheerenden Bränden drüben in der Sächsischen Schweiz. "Das, was dort passiert, ist eine ganz andere Liga als unser Alltag hier", sagt Grünzig.

Die Flut vor 20 Jahren war genau dies auch. "Heute ist fast alles an Schäden behoben, soweit ich das beurteilen kann. Ich hoffe, dass die Generation, die die Flut erlebt hat, den Jüngeren mit auf den Weg gibt: Bestimmte Sachen sollte man einfach nicht tun. Zum Beispiel die scheinbar kleinen Dinge, etwa im Bach irgendwelche Sachen ablagern, an denen sich Wasser stauen kann. Bei einer Flut kann dies dann rasch zur Katastrophe werden." (joe)

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