Zum Wochenende: Warum so geheim?

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Die Ankündigung, dass die Stadt Oelsnitz den Bereich am Markt verkehrsberuhigt gestalten möchte, hat einen Bürger in dieser Woche in die Stadtratssitzung gelockt. Dort erfuhr er: Nichts. Zwar haben die Stadträte schon mehrfach zu dem Thema beraten - aber stets hinter verschlossenen Türen. Und was dann öffentlich über die Bühne ging, war lediglich der Beschluss, in verkehrsberuhigende Maßnahmen investieren zu wollen. Keine Diskussion, kein Vorstellen eventueller Varianten.

Ganz am Ende, in der Bürgerfragestunde, fragte der Oelsnitzer, ob er nicht etwas mehr dazu erfahren könne. Er habe nämlich Bedenken, dass man da einfach ein Spielstraßenschild hinstellen könnte. Das fände er nicht so gut, weil er es für nicht praktikabel halte, dort in Schrittgeschwindigkeit fahren zu müssen.

Man habe sich noch für keine Lösung entschieden, aber es müsse niemand befürchten, dass der Markt am Ende gar nicht mehr befahren werden darf, war sinngemäß die Antwort. Und: Die Räte werden sich intensiv mit den verschiedenen Varianten beschäftigen, und wenn dann klar sei, in welche Richtung es gehen wird, werde diese in einer der nächsten Sitzungen vorgestellt.

Dem Mann wird es wahrscheinlich wie mir gegangen sein: Er war enttäuscht. Das Ergebnis der Verkehrsberuhigung betrifft letztlich viele: Kraftfahrer, Anwohner, die Nutzer des Marktes. Sollten sie nicht wenigstens erfahren, welche Möglichkeiten erwogen werden und gegebenenfalls ihre Gedanken einbringen können?

Aber mich hat noch etwas enttäuscht: Es gab Räte, die sich beim Beschluss der Stimme enthielten. Warum? Auch hier hätten es die Bürger verdient, mehr zu erfahren. Zumal eine Enthaltung kein "Nein" ist und bei mir immer, wenn ich die Gründe nicht erfahre, der fade Beigeschmack bleibt, dass sich um eine klare Aussage herumgemogelt wird.

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