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Recht kühl und wenig Sonne: So war der September

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Die zweite Monatshälfte zählte sogar zu den kältesten seit mehr als 40 Jahren. Und was ist mit dem Vogelbeerbaum?

Zschopau/Marienberg.

Wer seinen Heizungsverbrauch, unabhängig von der derzeitigen Energiekrise, schon immer etwas beobachtet hat, der wird sich diesen September sicher gewundert haben. Doch die Ursache für den deutlichen Mehrverbrauch gegenüber anderen Jahren ist schnell ausgemacht: das Wetter. Im Vergleich zum langjährigen Mittel war der September 2022 um 1,1 Grad Celsius kälter. Das klingt nicht viel, macht sich dennoch bemerkbar. Zudem ist die Differenz zu den unmittelbar zurückliegenden wärmeren Septembermonaten mit bis zu 3,4 Grad deutlich krasser. Ein ebenfalls nicht zu vernachlässigender Faktor ist der Sonnenschein, der Häuser und Wohnungen indirekt aufheizt. Auch hier schneidet der zurückliegende Monat mit nur 108 Stunden, was gerade mal 69 Prozent bedeutet, deutlich schlechter ab als seine Vorgänger.

Was war los mit dem September 2022? Zu Monatsbeginn verlief zunächst alles weiter nach dem Muster des scheidenden Sommers. Niederschlag blieb aus, und die Temperaturen lagen, wenn auch moderat, über der Norm. Auch ein Sommertag konnte am 7. September mit 26,0 Grad registriert werden. Doch es sollte der einzige bleiben. Das ist nicht ganz ungewöhnlich, es kommt aber auch schon mal vor, dass es bis zu acht solcher Sommertage über 25 Grad im September gibt, so wie zum Beispiel 2018.

Ab 6. des Monats gesellte sich zu den fallenden Temperaturen nahezu täglich Niederschlag dazu. Auch wenn die Vegetationsperiode des Jahres im Prinzip vorbei war, ist der Regen trotzdem immens wichtig für die Natur und speziell den Wasserhaushalt der Böden. Am 14. fiel mit 28,8 Litern pro Quadratmeter die größte Niederschlagsmenge eines Tages seit dem 4. November 2021. Es folgten weitere fünf Tage mit Mengen über zehn Liter pro Quadratmeter, sodass in Summe am Monatsende über 124 Liter pro Quadratmeter zu Buche standen, was 178 Prozent des Solls entspricht. Allerdings rutschten auch die Temperaturen immer weiter in den Keller. An manchen Tagen lagen sie mit gerade einmal 10 Grad Celsius Höchsttemperatur fast 7 Grad unter dem für die Jahreszeit üblichen Wert. Letztlich also nicht verwunderlich, dass die zweite Monatshälfte, zusammen mit 2008, zur kältesten seit mehr als 40 Jahren zählt. Zusätzlich hatte auch ein kräftiger Sturm über der Biskaya Auswirkungen bis in die hiesige Region. Nach drei Monaten Pause ohne Starkwindtage wehte nun an drei Tagen, vom 17. bis 19. September, der Wind bis zur Stärke sechs durchs Flöhatal.

In einer kurzen Schönwetterphase um den Herbstanfang (23.) stellte sich in insgesamt drei Nächten Bodenfrost ein. Auch das ist an sich nichts Außergewöhnliches. Allerdings passiert das in der Regel in Schönwetterphasen unter Hochdruckeinfluss mit Sonnenschein am Tag mit angenehmen Temperaturen und darauf folgenden klaren und somit kalten Nächten. Bis zum Monatsende ließen aber sowohl Wärme als auch Sonnenschein, die beliebten Zutaten für einen goldenen Herbst, auf sich warten. Es blieb nur die Hoffnung auf Besserung im Oktober.

Ob der vielerorts ungewöhnlich üppig Früchte tragende Vogelbeerbaum (Eberesche) auf einen strengen Winter schließen lässt, so wie es in alten Überlieferungen gern dargestellt wird, bleibt abzuwarten. Möglicherweise beruht der übermäßige Fruchtbehang auch auf den Trockenstress, wie er auch bei einer großen Anzahl anderer Baumgattungen beobachtet wurde - angefangen bei der Fichte im Frühjahr.

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