Marjane Satrapi ist tot. (Archivbild)
Marjane Satrapi ist tot. (Archivbild) Bild: Miguel Oses/AP/dpa
Kultur
"Persepolis"-Autorin Satrapi ist tot

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Marjane Satrapi prägte mit ihren Werken das Bild des Irans weltweit. Nun ist die Autorin und Regisseurin im Alter von 56 Jahren gestorben.

Paris.

Die iranisch-französische Autorin Marjane Satrapi ist tot. Die Illustratorin und Filmschaffende starb im Alter von 56 Jahren, wie der Élysée-Palast in Paris und der Leiter des iranischen Kulturvereins Pouya in Paris, Abbas Bakhtiari, bekanntgaben. Weltberühmt wurde sie mit der autobiografischen Graphic Novel "Persepolis", in der sie ihre Kindheit im Iran, die Erfahrungen von Exil und Migration sowie die Folgen politischer Umbrüche schilderte. 

Satrapi wurde 1969 in der nordiranischen Stadt Rascht geboren und wuchs in Teheran auf. Als Jugendliche wurde sie Mitte der Achtzigerjahre von ihren Eltern nach Wien geschickt, um den politischen Repressionen nach der Islamischen Revolution und dem verheerenden Iran-Irak-Krieg zu entgehen. Später zog sie nach Frankreich und entwickelte sich zu einer der international bekanntesten iranischen Comic-Künstlerinnen ihrer Generation.

Vor knapp einem Jahr war Satrapis Ehemann, Mattias Ripa, gestorben. Auf ihrem Instagram-Account schrieb sie damals in mehreren Beiträgen, die Liebe ihres Lebens verloren zu haben.

Differenzierte, kritische Sicht auf Irans Gesellschaft

Ihr Werk Persepolis wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und 2007 von Satrapi gemeinsam mit Vincent Paronnaud als preisgekrönter Animationsfilm verfilmt. Neben weiteren Comics wie "Broderies" ("Sticheleien") und "Poulet aux prunes" ("Huhn mit Pflaumen") arbeitete Satrapi auch als Filmregisseurin und Drehbuchautorin. Satrapi galt als wichtige Stimme für Meinungsfreiheit, Frauenrechte und eine differenzierte Sicht auf die iranische Gesellschaft. Zu den Protesten im Iran nach dem Tod der Kurdin Jina Mahsa Amini veröffentlichte sie 2023 den Band "Frau, Leben, Freiheit".

Im Januar 2025 machte Satrapi Schlagzeilen, als sie eine Auszeichnung mit dem höchsten Verdienstorden Frankreichs, der Ehrenlegion, aus Protest ablehnte. "Die Revolution der Frauen im Iran zu unterstützen, kann sich nicht darauf beschränken, Fotos mit Opfern oder Prominenten bei den Gedenkfeiern zum Tod von Mahsa Amini zu machen", sagte Satrapi damals auf Instagram. Neben einer fehlenden Unterstützung kritisierte sie auch, dass Frankreich jungen Iranern, Künstlern und Dissidenten Touristenvisa verweigere. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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