Für die Politik der Stärke

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Über den G7-Gipfel und die Nato

Der Ukraine-Krieg überschattet alles - auch den G7-Gipfel im Schloss Elmau. Während sieben der wichtigsten Politiker der Erde über den Krieg und ein bisschen über das Klima und die Zukunft der Globalisierung reden, kommt vom Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg die weitreichendere Nachricht vor dem am Dienstag beginnenden Nato-Gipfel: Die schnelle Eingreifkräfte soll von 40.000 auf mehr als 300.000 Mann erhöht werden.

Dahinter steckt ein neues Konzept, für das deutlich mehr Soldaten in hoher Bereitschaft vorgesehen sind. Gestärkt werden soll vor allem die Nordostflanke. Deutsche Soldaten dürften für Litauen fest eingeplant sein. In der Tat besteht die reale Gefahr einer militärischen Eskalation zwischen Russland und den Nato-Staaten vor allem dort, in den baltischen Staaten und Polen. Im Baltikum leben starke russische Minderheiten, deren Rechte Moskau zum Anlass für einen Angriff nehmen könnte. Martialische Töne, wo man hinhört. Man kann nur hoffen, dass diese sündhaft teure Politik der militärischen Stärke aktuelle wie künftige Despoten davon abhält, mit Gewalt unseren Frieden in Europa zu zerstören. Eine Gewähr dafür, dass Abschreckung immer hilft, hat niemand.

Der G7-Gipfel wirkt dagegen schon fast ein bissschen aus der Zeit gefallen: Die Globalisierung wird von immer mehr Despoten und Europafeinden bedroht. Diese Kräfte finden sich schließlich nicht nur in Moskau, Peking oder Ankara, sondern auch in den USA, in Frankreich und nicht zuletzt in Deutschland. Die herrliche Bergkulisse von Elmau hilft gegen diese Bedrohung nicht weiter. Was man dagegen tun könnte? Funkstille am Berg.

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