Gefahrenlage unterschätzt

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Die Bewegung der selbsternannten Querdenker wird diesen Demosonntag als Erfolg verbuchen. Und in der Tat werden der Berliner Innensenator und seine Polizei sich fragen lassen müssen, weshalb es den Protestierern gelingen konnte, über weite Strecken ziemlich ungehindert durch die Stadt zu marschieren.

Ein Jahr ist es her, dass die Bewegung zur Großdemonstration nach Berlin kam. Am Rande dieser Proteste versuchte eine Gruppe, das Reichstagsgebäude zu stürmen. Seitdem hat das Land viele dieser oft in Teilen militanten Demos gesehen. Zwei Konstanten waren bei fast allen Versammlungen zu beobachten: Ein bis zur Verachtung reichendes Misstrauen gegen den Staat auf der einen Seite. Und eine Polizei, die sich ein ums andere Mal von der zwischen friedlichen Demonstranten ausbrechenden Aggressivität und Widerständigkeit überraschen ließ. Inzwischen war zwar der Protestbewegung selbst ein wenig die Luft ausgegangen, auch weil sich einzelne Akteure selbst entzaubert hatten. Aber trotzdem ist es gelungen, an einem Tag mitten in den Ferien tausende Menschen aus der Republik zu mobilisieren - und zwar ungeachtet der Tatsache, dass sie ein Verbot übertreten mussten.

Offensichtlich hat die Polizei nicht mit einem entsprechenden Zulauf und also nicht mit der vorhandenen Kraft gerechnet. Ein Fehler, der auf ein gefährliches Problem hindeutet: Auch nach einem Jahr sind die Sicherheitsbehörden nicht in der Lage, die aktuelle Gefährdungslage rund um die neue Bewegung richtig einzuschätzen. (ktb)

Das könnte Sie auch interessieren

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.