Kommentar zum Ende der Ära Löw beim DFB: Danke Joachim

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Über das Ende der Ära Löw als deutscher Bundestrainer

Das war es nun also. Deutschland ist nicht mehr dabei, bei dieser Fußball-Europameisterschaft, die von Nahtod-Erfahrungen eines Spielers auf dem Platz über Debatten um Vielseitigkeit in der Lebensgestaltung eines jeden Menschen bis hin zu spektakulären Fußballfesten in den Achtelfinals alles zu bieten hatte. Das letzte Spiel der DFB-Elf war wahrlich kein schlechtes, die Deutschen haben sich gegen das Ausscheiden gestemmt. Aber am Ende reichte es nicht, weil die Engländer in der Offensive eben doch in den entscheidenden Situationen besser waren.

Und es war auch das letzte Spiel einer DFB-Elf unter Joachim Löw. So heißt der Bundestrainer. Jogi ist sein Spitzname. Dass ihn trotzdem alle so nennen, auch viele Medien, passt irgendwie gar nicht zu diesem eher seriösen und introvertierten Mann, der seit seinem Amtsantritt kaum ein Experiment wagte - mit seiner Frisur und bei seinen Aufstellungen.

Genau diese Charaktereigenschaften sind es, die nicht mehr in die heutige Zeit passen. Löw hat viel erreicht. Sehr viel sogar. Für den WM-Titel 2014, für 124 Siege in 198 Spielen unter seiner Leitung, für viele schöne Momente kann man dem 61-Jährigen nur Danke sagen. Um dann sofort anzuschließen: Reicht jetzt aber auch. Der Fußball und der Sport im Allgemeinen haben sich weiter entwickelt. Auf und neben dem Platz. Es geht um mehr als nur um Ergebnisse. Es geht um Emotionen, die vom Spielfeld zu den Fans transportiert werden sollen. Wer das schafft, dem verzeiht man auch mal einen schlechten Tag.

Löw hat das nie geschafft. Weil er nicht der Typ dafür ist. Er ist keiner, der bei einer Pressekonferenz auch mal einen Spruch raushaut oder einem Spieler auf dem Feld um den Hals fällt. Und wenn man ihn zu einem lässigen Typen basteln wollte, indem man ihn zum Beispiel betont lässig an eine Laterne in Sotschi lehnte, während seine Mannschaft bei der WM 2018 gruseligen Fußball spielte, dann ging das gehörig schief und Löw tat einem leid.

Nun ist Löws Nachfolger Hans-Dieter Flick (Hansi ist nur sein Spitzname!) auch nicht gerade der junge aufstrebende Trainer, der die Fans mit einer erfrischenden Art mitreißen kann. Aber er weckt die Hoffnung, dass auf dem Platz wieder mehr passiert, als dass nur an den üblichen Stammkräften festgehalten und nach dem Prinzip "es gibt keine einfachen Gegner mehr" gespielt wird. Es ist Zeit für frischen Wind im DFB-Team.

 

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