Corona-Protest: Rund 900 "Spaziergänger" in Freiberg

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Der "Montagsspaziergang" hat erneut mehrere hundert Menschen in Freiberg vereint. Es gab aber auch Gegendemonstranten.

Freiberg.

Am Montagabend haben sich erneut mehrere hundert Menschen vom Freiberger Albertpark aus auf einen "Spaziergang" durch das Wohngebiet Wasserberg begeben. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf etwa 800 Personen, andere Schätzungen gingen von rund 900 Menschen aus. "Es sind etwa so viele Leute wie in der vergangenen Woche", urteilte Polizeirat Andreas Felgner. Das starke Anwachsen der Teilnehmerzahlen an den Montagen zuvor habe sich nicht fortgesetzt, so der Leiter des Freiberger Polizeireviers weiter.

Auch wenn weder Plakate mitgeführt noch Sprechchöre skandiert worden sind - die Montagsspaziergänger in Freiberg eint der Protest gegen die Corona-Politik. In gemächlichem Tempo bewegte sich der Zug ab 18 Uhr entlang der Chemnitzer Straße bis zum "Kinopolis", von dort entlang der Karl-Kegel- bis zur Brander Straße und zurück zum Albertpark. Gegen 19.15Uhr traf die Spitze des Zuges wieder an der Grünanlage ein.

Wie an den vorangegangenen Montagen war der "Spaziergang" nicht als Versammlung angemeldet worden. Laut Polizeirat Felgner hatte die Polizei ungefähr die gleiche Anzahl an Beamten aufgeboten wie vor einer Woche - da seien ungefähr 120Einsatzkräfte vor Ort gewesen. Laut Polizeisprecher Andrzej Rydzik blieb die Veranstaltung bis Redaktionsschluss friedlich. Es seien lediglich die Identitäten von einzelnen Personen festgestellt worden: "Das tragen die Beamten der Bereitschaftspolizei jetzt zusammen und wir werten es später aus."

Parallel zum Spaziergang fand am Bebelplatz eine zweite Versammlung statt - diese allerdings war angemeldet worden, wie André Kaiser vom Landratsamt bestätigte. Zwei Mitglieder der Jungen Union Mittelsachsen hatten sich am Fußweg vom Kaufland zur Petersstraße postiert. "Lauft bitte nicht mit Extremisten - haltet Abstand", war auf ihrem Transparent zu lesen. "Wir behaupten nicht, dass alle Spaziergänger Extremisten sind", erklärte Sven Michael Willems, "aber hier laufen auch Leute der NPD und der 'Freien Sachsen' mit - von denen sollte man sich nicht instrumentalisieren lassen." Darüber wolle man ins Gespräch kommen, so der Kreisvorsitzende der Jungen Union weiter: "Wir wollen auch bald wieder ins Kino und ins Restaurant. Aber ohne Maske und Abstand wird die Inzidenz in Mittelsachsen nicht sinken."

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88 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    3
    Puhan
    14.05.2021

    Respekt vor dem BBM Holger Reuter und seiner Frau. Sie haben den Mut, sich vor Ort ein eigenes Bild von dem rechten Mob in Freiberg zu bilden. Am kommenden Montag sollten in Freiberg & Sachsen nur die Menschen spazieren gehen, die entweder geimpft, genesen oder gesund sind, unter Einhaltung der ...Regeln .Wenn ich an die HOTSPOTS im Vogtland, Bayern oder Thüringen denke... . Dort gehen viel weniger Menschen an der frischen Luft spazieren und haben trotzdem Inzidenzwerte, welche sich zwischen 150 - 300 bewegen. Man muss nicht immer alles verstehen können. Ich persönlich drücke den Freibergern, Sachsen & dem Rest der Republik die Daumen, das spätestens Anfang Juni 2021 Freibäder - Gastronomie - Kultur - Schulen - Sportstätten öffnen werden.
    MfG - Jens Puhan - Oelsnitz/V.

  • 7
    9
    silvio9773
    13.05.2021

    @edilarsen Ich verstehe sie so ,das die Infektionen durch den Spaziergang steigen.Wo sind ihre stichhaltigen Beweise dafür?
    Müssten da nicht von Woche zu Woche weniger Menschen zum Spaziergang kommen weil sie sich infiziert haben?
    Ist aber nicht der Fall.Teilnehmerzahlen steigen bzw sind konstant

  • 6
    4
    Mutwurf
    13.05.2021

    @SteveRodgers
    Das ist schon schlimm genug, aber in der gleichen Menge läuft Baubürgermeister Holger Reuter mit seiner Frau. Ist das für die Stadtführung in Ordnung, dass er sich mit dem rechten Mob solidarisiert?

  • 9
    8
    Edilarsen
    12.05.2021

    Prima. Unser Inzidenzwert sieht ja auch schön Sch..... aus. Warum lockern, wenn wir mit solchen Aktionen verlängern dürfen/können.

  • 38
    39
    Nofretete
    11.05.2021

    ...am Feiertag der werktätigen ging es , soviel ich weiss, weitaus heftiger zu in einigen Großstädten...dem wurde aber weitaus weniger Beachtung geschenkt.

  • 74
    17
    SteveRodgers
    10.05.2021

    In einem Video in der Telegram-Gruppe des Montagsspanziergangs sagt ein Teilnehmer in die Kamera: "Si.. He.. meine Freunde". Ich kann es nicht ausschreiben, weil es ansonsten nicht veröffentlicht wird. 899 Leute laufen daneben und keiner sagt etwas. Das ist das Traurige an all den Teilnehmern. Ihr geht spazieren für Freiheit und Gerechtigkeit aber duldet solche Menschen und Aussagen.

  • 56
    22
    simsalu
    10.05.2021

    Kaum jemand behauptet, dass die Spaziergänger Rechte seien! Am meisten hört man dies aus den Reihen der Spaziergänger selber - sonst hört man hier nix davon.
    Aber es sollte einem zu denken geben, wenn NPD & Co. hier auch mitlaufen - würde ich persönlich nix von halten...

  • 70
    62
    Turteltaube
    10.05.2021

    Wir müßten doch endlich in der Lage sein mit anders denkenden
    Menschen und Meinungen umzugehen. Die Leute die sich zum Spaziergang treffen, sind am aller wenigsten rechts oder auffällig. Das unseren Politikern nur noch wenig Vertrauen entgegen gebracht wird, hat doch Hintergründe.