Die Fabelwesen vom "Sommernachtstraum"

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Eine große Bereicherung der Freiberger Inszenierung sind die Stelzenläuferinnen der Gruppe "Las Fuegas" aus Chemnitz. Die "Alte Elisabeth" hat sie stark gefordert.

Freiberg.

An der zauberhaften Stimmung beim "Sommernachtstraum" auf der Alten Elisabeth in Freiberg haben sie einen gehörigen Anteil: die vier Stelzenläuferinnen der Gruppe "Las Fuegas" aus Chemnitz. Zwar agieren sie vielleicht 40 bis 50 Meter von den Zuschauern entfernt. Ihre Wirkung aber ist umso größer. Sie erscheinen wie Fabelwesen oder Traumtänzerinnen. Mitunter kommt es einem vor, als seien sie gar nicht richtig da, sondern eher Fantasiegeschöpfe. Ein toller Effekt in der stimmungsvollen Inszenierung von Schauspieldirektorin Annett Wöhlert.

Katrin Günther ist studierte Soziologin und Sozialpädagogin und in der Stadtverwaltung Chemnitz tätig. Die 43-Jährige ist seit 2005 Mitglied der Gruppe "Las Fuegas", der außerdem Sabine Ludwig, Ina Schaarschmidt und Michaela Rätzer angehören. Beim Freiberger "Sommernachtstraum" stehen jeweils zwei Stelzenläuferinnen auf der Naturbühne hoch über der Stadt. Am heutigen Freitagabend hat Katrin Günther deshalb ihren letzten Auftritt in der Open-Air-Aufführung. "Schade, dass es schon vorbei ist", sagt sie. "Es war eine tolle Zeit."

Die Zusammenarbeit mit den Freiberger Theaterleuten sei sehr angenehm gewesen, berichtet sie. Die Stelzenläuferinnen, die sonst auch mit orientalischen und Fakirtänzen auf privaten und öffentlichen Feiern und Veranstaltungen wie 2019 beim Hutfest in Chemnitz auftreten, haben schon einmal bei einer Inszenierung des Mittelsächsischen Theaters mitgewirkt. Und zwar beim Familienstück "Kleiner August" auf der Seebühne Kriebstein (2019) und auf dem Schlosshof Freiberg (2020).

Als Katrin Günther im Frühjahr von dem neuen Projekt hörte, war sie gleich Feuer und Flamme. "Ich bin Shakespeare-Fan, mag seinen Humor und das Romantische", sagt sie. In Videokonferenzen habe Regisseurin Wöhlert die Pläne vorgestellt. Dazu gehörte auch ein Modell des ausgeklügelten Bühnenbildes von Tilo Staudte. "Ich fand das alles ganz toll. Und als ich zum ersten Mal auf der ,Alten Elisabeth' herumgelaufen bin, war ich hin und weg", so Günther. Sie fügt hinzu: "Da konnte man sich auf etwas Schönes nach der Coronazeit freuen."

Doch so schön die alte Bergbaulandschaft ist - für Stelzenläufer, deren Füße ungefähr 70 Zentimeter über dem Boden sind, stellt sie eine große Herausforderung dar. Denn die Wiese ist huckelig; hinzu kommt die Dunkelheit. "Da ist es nicht einfach, die Balance zu halten", sagt Katrin Günther. "Zudem müssen wir ja unsere Körpersprache auf den Inhalt abstimmen."

Doch das harte Trainieren und Proben haben sich gelohnt. Die Auftritte der Stelzenläufer gehören zu den Höhepunkten des Abends. Auch Katrin Günther sagt: "Es ist schön geworden. Das ganze Ambiente ist klasse, das Licht, die Stege mit den kleinen Lämpchen und auch die Texte."

Gänsehaut hatte sie bei der Rede von Puck (Franka Anne Kahl) am Ende des "Sommernachtstraums" - aber auch, als die Chorsänger von Voice Dance (Leitung: Peter Kubisch) singend an ihr vorbeischritten. Katrin Günther und ihre drei Mitstreiterinnen von "Las Fuegas" erhielten viele positive Rückmeldungen von Zuschauern: "Darüber freuen wir uns riesig." www.mittelsaechsisches-theater.de

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