Freiberg: Bis zu 1000 Menschen am Tag der Deutschen Einheit auf den Straßen

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Nicht nur in Freiberg nutzten Demonstranten den Feiertag, um ihre Unzufriedenheit auszudrücken.

Freiberg.

Update Dienstag, 4. Oktober: 

Wie der stellvertretende Polizeisprecher der Polizeidirektion Chemnitz, Andrzej Rydzik, am Dienstag sagte, zählte die versammlungstypische Veranstaltung bis zu knapp 1000 Teilnehmer. Eine Versammlungsanzeige habe nicht vorgelegen. Ausgangspunkt war der Albertpark. Von dort aus liefen die Teilnehmer auf die Wallstraße, Leipziger Straße, Hainichener Straße, Friedeburger Straße, Paul- Müller- Straße, Friedeburger Straße, Lessingstraße, Chemnitzer Straße, Bebelplatz, Schillerstraße, Erbische Straße, Obermarkt, Petersstraße, dabei nutzten sie von Beginn an die gesamte Fahrbahnbreite. Dadurch kam es laut Polizei zu deutlichen Verkehrsbeeinträchtigungen. "Beide Versammlungen in Freiberg verliefen ohne Straftaten oder erwähnenswerte Zwischenfälle", so Rydzik.

Angemeldete Aktionen gab es laut Landratsamt in Freiberg (knapp 100), Leisnig (110 Teilnehmer), Döbeln (insgesamt 40 Teilnehmer bei zwei Aktionen), Frankenberg (rund 150 Teilnehmer), Roßwein (rund 550) und Mittweida (zirka 100). Hinzu kamen unangemeldete sogenannte "Spaziergänge" in weiteren Städten. In Freiberg zählte dieser Protest laut Polizei bis zu 1000 Teilnehmer. In Penig nahmen nach Angaben einer Kreissprecherin rund 150 Menschen an einer nicht angemeldeten Protestaktion teil, in Waldheim etwa 450, in Burgstädt rund 300 Teilnehmer. Anzeigen wegen Nichtanmeldung einer Versammlung seien erfolgt. Besondere Vorkommnisse gab es bei den Aktionen laut der Behördensprecherin nicht. (hh)

Ursprüngliche Meldung

Der Tag der Deutschen Einheit wurde in zahlreichen Städten Mittelsachsens genutzt, um zu demonstrieren: Laut den Anmeldungen waren die Sanktionen gegen Russland, Waffenlieferungen, aber auch bezahlbare Energie Gründe, auf die Straße zu gehen. In Leisnig, Döbeln, Frankenberg, Roßwein und Mittweida waren dafür Aufzüge oder Kundgebungen angemeldet worden, hinzu kamen noch die sogenannten "Spaziergänge", die unangemeldet in weiteren Städten stattfanden, so auch in Freiberg.

Auf verhaltenes Interesse stieß dort am Feiertag zunächst eine Kundgebung auf dem Obermarkt. Im Gegensatz zu den sogenannten "Montagspaziergängen" war diese angemeldet worden. Unter dem Motto: "Zitate der Schande" versuchte die Bürgerinitiative "Dialog für unsere Zukunft!" mit den Passanten ins Gespräch zu kommen, wobei die angemeldeten 100 Teilnehmer nicht erreicht wurden. Politiker und Journalisten wurden mit ihren Aussagen zitiert, die sie in der Corona-Pandemie geäußert hatten. Damit wollten die Veranstalter laut ihrer Aussage auf die mangelnde Kritik an den Corona-Maßnahmen, aber auch der derzeitigen Energiepolitik aufmerksam machen. Die Ausgrenzung von Menschen, die nicht der Obrigkeit und ihren Regeln folgen, nehme zu, kritisierten sie. Ziel sei, die Menschen auf die Straße zu bringen.

Knapp eine Stunde später folgte der etwa anderthalbstündige, unangekündigte sogenannte Spaziergang ab dem Albertpark durch die Stadt, bei dem Trillerpfeifen, Trommeln, Vuvuzelas und Musik aus Lautsprechern zum Einsatz kamen. Forderungen wurden bei dem Rundlauf hingegen keine skandiert. Nur einzelne Teilnehmer trugen Schilder, Flaggen und Plakate, die unter anderem an den Frieden und die Freundschaft mit Russland appellierten: So war "Druschba gab und gibt uns Sicherheit" etwa zu lesen, die Corona-Pandemie, einst Anlass der sogenannten "Spaziergänge", war als Thema nicht mehr zu erkennen. Der Krieg in der Ukraine, die Haltung zu Russland und die gestiegenen Preise für Gas waren unter den Teilnehmern im Gespräch.

Die Polizei sicherte den Demonstrationszug, dessen Route nicht bekannt war, ab, damit er vom Verkehr nicht gefährdet wurde, damit die Menschen ihr Grundrecht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit wahrnehmen konnten. Dazu nutzten sie die komplette Straßenbreite, der Verkehr wurde kurzzeitig behindert. Laut Polizei hatten sich bei der Anfangszählung circa 950 Personen auf den Weg gemacht, deutlich mehr als in den Vorwochen, besondere Vorfälle verzeichnete die Polizei dabei nicht. Unter den Teilnehmenden kursierte auch eine Zahl von knapp über 1000 Demonstranten.

In Hainichen hingegen blieb die Zahl der Demonstranten überschaubar: 10 bis 15 Leute versammelten sich dort um 19 Uhr. Zahlen aus den anderen Städten lagen der Polizeidirektion Chemnitz bis zum Redaktionsschluss am Abend noch nicht vor. (niem)

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