Freiberg buhlt mit verborgenen Schätzen um Kulturtouristen

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Marion Ackermann, und Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger unterzeichneten einen Kooperationsvertrag. Was steckt dahinter?

Freiberg/Dresden.

Die Bergstadt Freiberg und ihre teils verborgenen Schätze sollen künftig stärker ins Licht der Öffentlichkeit gerückt werden. Dazu haben die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), Marion Ackermann, und Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) am Mittwoch in Freiberg einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Darin vereinbaren sie gemeinsame kulturhistorische und touristische Projekte, "die die Strahlkraft der Universitätsstadt erweitern und ihre Bedeutung für die sächsische Geschichte verdeutlichen" sollen.

Innerhalb der Kooperation sollen die "Strukturen für die nächsten Generationen" gebaut werden, so Generaldirektorin Ackermann. Und die Professorin fügte hinzu: "Freiberg hat eine so wahnsinnig reiche Geschichte, da muss noch viel erzählt werden." Auch vor dem Hintergrund, dass Freiberg seit vorigem Jahr zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, gelte der Stadt ein Augenmerk.

Dirk Syndram, der Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer des SKD, nickte zustimmend und ergänzte: "Freiberg ist eine Schatzkammer der Renaissance - und zwar europaweit." In der Kooperation sollen Syndram zufolge Strategien entwickelt werden, um Freiberg so bekannt zu machen wie die Stadt es verdient hat. Der Professor, der zudem Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Stadt- und Bergbaumuseums Freiberg ist, ergänzte: "Freiberg soll auf die Karte der Kulturstädte Europas kommen. Für diese Entwicklung wollen wir den Grundstein legen."

Laut der Dresdner Kunstsammlungschefin Ackermann entsteht gerade "eine neue Form von Tourismus". Und das seien individuelle Reisen. Freibergs Oberbürgermeister Krüger fügte hinzu, dass der Kulturtourismus "auf jeden Fall künftig prägend" sein wird. Und das Stadtoberhaupt ergänzte: "Freiberg ist ein guter Platz, um Kultur für sich zu entdecken."

Die ersten Pläne: In der neuen Dauerausstellung des Stadt- und Bergbaumuseums soll OB Krüger zufolge ein Querschnitt der Kunst- und Bergbaugeschichte gezeigt werden. Zudem entstehe ein gemeinsames Besucherzentrum von Dom und Stadt- und Bergbaumuseum. Avisiert ist zudem, dass die kurfürstliche Grablege im Dom regelmäßig besichtigt werden kann - unter Berücksichtigung der Gottesdienste, wie OB Krüger betonte. Auf Anfrage von "Freie Presse" sagte Dompfarrer Urs Ebenauer, gegebenenfalls käme ein gläserner Steg in Frage. Unbedingt geschützt werden müssten die historischen Grabplatten.

Zur kurfürstlichen Begräbniskapelle heißt es auf der Internetseite des Freiberger Doms: "Im Anschluss an den Meissner Dom fand von 1541 bis 1694 die Grablege von neun lutherischen Landesfürsten des sächsisch-albertinischen Fürstenhauses Wettin ihre Fortsetzung im Hohen Chor des Freiberger Domes. Als erster Landesfürst wurde Herzog Heinrich der Fromme 1541 beigesetzt. 1553 folgte sein erst 32-jähriger Sohn Moritz. Dieser lutherische Fürst kämpfte auf der Seite des katholischen Kaisers Karl V. Und errang in der Schlacht bei Mühlberg (Elbe) 1547 gegen den protestantisch-schmalkaldischen Fürstenbund den Sieg. Auf dem Reichstag zu Augsburg wurde ihm dafür 1548 durch den Kaiser die sächsische Kurwürde verliehen. In der Schlacht bei Sievershausen/Niedersachsen wurde Moritz 1553 tödlich verletzt. Antonius van Zerroen aus Antwerpen schuf bis 1563 im Vorchor das marmorne Moritzmonument. In ,luftiger‘ Höhe tragen zehn metallene Greifen eine Marmorplatte mit dem im Gestus der ewigen Anbetung vor dem gekreuzigten Christus knieende Kurfürst Moritz von Sachsen (geboren 1521)."  (hh)

www.freiberger-dom.de

Das könnte Sie auch interessieren

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.