Kneipenrallye: Feucht-fröhlig Freiberg kennenlernen

Freiberg.

Fast kommt Festival-Stimmung auf. Die Band auf der Bühne spielt laut, besingt Freiberger Bier und Currywürste, die Musik wummert über den Platz. Das Publikum: Vornehmlich junge Leute, ausgestattet mit Regencapes und pfefferminzgrünen OP-Hauben. Sie stehen in kleinen Grüppchen, sie fast alle eint die obligatorische Bier- oder Schnapsflasche in der Hand. Doch diese Szene hat sich am Donnerstag nicht auf einem Festival abgespielt, sondern sie war der Auftakt zur mittlerweile 16. Freiberger Kneipenrallye der Bergakademie.

Es ist die "ultimative Kennenlernveranstaltung für Erstis", erklärt Organisator Carl Wolf am Donnerstag. Knapp 300 Erstsemester haben sich tatsächlich vor der Mensa eingefunden. Sie werden ihren Gruppen, mit denen sie in den kommenden Stunden die Freiberger Kneipenszene erkunden werden, zugelost. Manche kommen zu den "Bubberherzchen", andere zu den "Knuddelmäuschen", wieder andere zu den "Rüsselchen" - um einmal drei Namen der insgesamt 20 Teams zu nennen. Eine ganz besondere Gruppe sind die "Langzeitstudenten", bestehend unter anderem aus Vertretern des Studentenwerkes und TU-Rektor Klaus-Dieter Barbknecht.

Gewinner ist die Gruppe, die über den Abend die meisten Punkte sammeln kann. Und Punkte gibt es nicht nur für erfüllte Aufgaben und Spiele in den Kneipen, sondern auch von den Juroren. Die sind - wie sie am Anfang der Veranstaltung ganz klar machen - bestechlich. Und so buhlen die Teams um deren Gunst. Die "Bumsebienchen" etwa ordern ein Bier, die "Sahneschnittchen" tragen lautstark ihre umgedichtete Version des Steigerliedes vor, gekrönt von einem Eierlikör mit Sahne. Punkte vergebe er aber auch für andere Faktoren wie Stimmung oder Verkleidung, berichtet Paul Brumm, mit Carl Wolf und Christian Schröder Hauptorganisator des Abends.

Schon die regulären Aufgaben haben es in sich: So müssen die Teams unter anderem auf dem Obermarkt das Steigerlied vortragen. Gerade am Anfang scheuen sich viele - doch nach dem ein oder anderem alkoholischen Getränk kommt es dann doch leichter über die Lippen. Bei einem anderen Spiel kommen sich die Kommilitonen sehr nahe: Mit viel Vaseline auf der Nase präpariert, müssen sie sich in einer Reihe aufstellen und Wattebäusche von Nase zu Nase weitergeben. "Das ist eigentlich das beste Kennenlernspiel, da ist die Barriere sofort gebrochen", so Carl Wolf.

Einige Stunden und viele Kneipen und alkoholische Getränke stehen dann die Gewinner fest: Platz eins geht an die Muschibubus, Platz zwei an die Knuddelmäuschen, Bronze geht an die Apfelbäckchen. Sie alle dürfen sich über einen Abend mit Freibier in der Alten Mensa freuen.

Paul Brumms abschließendes Fazit ist rundum positiv: "Alles war sehr friedlich und es ist alles gut über die Bühne gegangen." Um kurz nach drei Uhr ist die Party dann zu Ende. Für Paul Brumm und Carl Wolf endete damit eine Ära: Nach vier beziehungsweise elf organisierten Kneipentouren ist für sie Schluss. (lasc)

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