Regionale Nachrichten und News mit der Pressekarte
Sie haben kein
gültiges Abo.
Regionale Nachrichten und News
Schließen

Silbern glänzende Skulptur in Freibergs Kunstlandschaft: Was hat es damit auf sich?

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Im Vorfeld des Kulturhauptstadtjahres 2025 in Chemnitz wird Freiberg um eine Attraktion reicher. Der „Trashstone 689“ ist der neueste Zugang auf dem Kunstweg, der die Partnerregionen verbindet.

Freiberg.

Die Silberstadt Freiberg ist um einen Silberbrocken reicher. Am Lomonossow-Platz nahe Nikolaikirche und Theater zieht nun ein modernes Kunstwerk die Blicke auf sich. Der große, silbern glänzende „Trashstone 689“ von Bildhauer Wilhelm Mundt verbindet Historie und Gegenwart der Stadt gleichermaßen - doch seine Bedeutung reicht weit darüber hinaus.

Viele Freiberger weihten am Samstag gemeinsam mit dem Künstler dessen Arbeit ein, die nun am Kunst- und Skulpturenweg Purple Path ihren Platz hat.

Der Kunstweg soll jene Städte und Gemeinden mit Chemnitz verbinden, das im Jahr 2025 Europäische Kulturhauptstadt sein wird.

Freiberg gehört mit 37 weiteren Kommunen zur Kulturhauptstadt-Region, will sich nach den Worten von Oberbürgermeister Sven Krüger auf eigene Weise einbringen. Und so stehe das moderne Kunstwerk an historischem Ort und zugleich für Nachhaltigkeit - denn die Wirkung der Kulturhauptstadt solle weit über das kommende Jahr hinaus strahlen und Besucher in die Region locken.

Doch warum gestaltete Wilhelm Mundt gerade solch einen Trashstone - es ist die insgesamt 820. Skulptur seines Schaffens - für Freiberg?

Bergbau vereint die Region bis heute auch symbolisch

„Er erinnert an die frühen Silberfunde in der Bergbau-Region um Freiberg, die im Jahr 1168 das ,Große Berggeschrey‘, den ,Goldrausch des Erzgebirges‘ auslösten. Neben neuen Siedlern brachte der Silberbergbau auch Künstler, Schriftsteller und Wissenschaftler wie Novalis, Alexander von Humboldt oder Michail Wassiljewitsch Lomonossow in eine Stadt mit einem neuen liberalen Selbstverständnis“, umriss es Alexander Ochs in seiner Laudatio. Der Kurator des Purple Path fügte an: „Die Bergleute waren von Frondiensten und Abgaben befreit. Beides spiegelt sich bis heute im Namen der Stadt wider: Freiberg.“

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, der am Samstag in Freiberg zu Gast war, setzte die Skulptur in Bezug auf das am selben Tag begangene fünfjährige Jubiläum des Welterbetitels Montanregion Erzgebirge. Sie werde lange Zeit Bestand haben und vereine die Menschen an diesem Ort. „So wie es gelungen ist, das Erzgebirge zum Welterbe zu machen, so ist es in ähnlicher Weise gelungen, Chemnitz als Kulturhauptstadt zu etablieren. Die gesamte Region Südwestsachsen gehört dabei zusammen.“

Der Silberbrocken in Freiberg ist bereits das 13. Kunstobjekt am Purple Path. „Und jede Einweihung ist sehr emotional sowie mit viel Arbeit und Herzblut verbunden“, sagte Andrea Pier, Kaufmännische Geschäftsführerin Kulturhauptstadt Chemnitz gGmbH.

Eingebettet in südamerikanische Tangoballaden von Bandoneonspieler Jürgen Karthe, erklärte der 1959 in Grevenbroich geborene Wilhelm Mundt seine Arbeit. Er sei in Rommerskirchen tätig und lehre an der Dresdener Hochschule für Bildende Künste. Mit der Formensprache der 1960er- und 70er-Jahre aufgewachsen, versuche er, diese weiterzuentwickeln. „Es ist eine Sprache der Kunst, die es vorher nicht gegeben hat“, sagte er. Im Inneren des etwa 450 Kilogramm schweren Brockens, der mit einer Aluminiumschicht umhüllt ist, habe er Dinge verborgen, mit denen er sich gerade auseinandersetze. Das beinhalteten ebenso seine anderen Arbeiten - Fragmente alter Skulpturen, Atelierrückstände - aber auch das ausgediente Fahrrad seines Sohnes.

Und was, wenn Kinder auf dem glatten Silberbrocken nun herumkletterten und ihn zerkratzten? Mundt: „Er ist zwar nicht dafür geschaffen, kann aber aufgearbeitet werden.“

Freiberg plant Projekte als Partner der Kulturhauptstadt

Die Stadt Freiberg plant als Partner der Kulturhauptstadt Chemnitz in diesem und dem nächsten Jahr weitere Projekte, wie Peter Kubisch, Sachgebietsleiter Kultur in der Stadtverwaltung, sagt. Dazu gehörten unter anderem am 7. September zur Freiberger Nachtschicht vielfältige Kultur- und Kunstangebote, vorgestellt gemeinsam mit Vertretern der Kulturhauptstadt Chemnitz 2025.

Mit eigenen Projektideen zur Kulturhauptstadt wollen sich demnach das Freiberger „epi-zentrum“, ein Klangkünstler und der Stadtchor beteiligen. Die Ausschreibung für weitere Initiativen laufe noch. Bei einem Jugendaustausch-Projekt mit den Partnerstädten Pribram und Walbrzych diesen Sommer stehe ein Bau- und Kunstprojekt für eine mobile Präsentationsfläche auf dem Programm. Diese solle spätestens im Kulturhauptstadtjahr 2025 in allen Stadtteilen Freibergs bespielt werden. Beteiligen will sich Freiberg demnach am Maker Advent der Kulturhauptstadt Chemnitz 2025, weitere Projekte seien in Vorbereitung. (ar)

Icon zum AppStore
Sie lesen gerade auf die zweitbeste Art!
  • Mehr Lesekomfort auch für unterwegs
  • E-Paper und News in einer App
  • Push-Nachrichten über den Tag hinweg
  • Sie brauchen Hilfe? Hier klicken
Nein Danke. Weiter in dieser Ansicht.

Das könnte Sie auch interessieren