Freiberg
Vermisst: In Oederan verliert sich die Spur

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Die 53-jährige Wilma B. ist vergangenen Donnerstag aus dem Klinikum Chemnitz verschwunden. Möglicherweise hat sie sich zuletzt in Oederan aufgehalten. Die Familie bittet um Hilfe.

Oederan/Chemnitz.

Update: Vermisste Wilma B. aus Chemnitz ist tot

Die Seit Juni vermisste Wilma B. aus dem Chemnitzer Stadtteil Hilbersdorf ist tot. Wie die Polizei mitteilte, wurde die Frau am Montagmorgen leblos in Chemnitz aufgefunden. 
Wilma B. war am 9. Juni aus dem Klinikum Chemnitz an der Dresdner Straße verschwunden und galt seitdem als vermisst. 

Die Ermittlungen zu den Umständen dauern den Angaben zufolge an. (fp)


Ralf B. wirkt am Telefon gefasst. So gefasst, wie jemand sein kann, dessen Ehefrau seit einer Woche verschwunden ist. Ohne ein Zeichen, ohne Brief oder Hinweis. "Wir klammern uns an jeden Strohhalm", sagt B., "für meine Kinder und mich ist das die Hölle."

Ralf B. lebt im Chemnitzer Umland, seit seinem 16. Lebensjahr ist er mit Wilma B. zusammen, die beiden haben zwei erwachsene Söhne. Am Donnerstag, 9. Juni, verließ die 53-jährige Frau das Klinikum Chemnitz in der Dresdner Straße, wo sie in stationärer Behandlung war.

Als Wilma B. nicht wie vereinbart zurückkehrte, verständigten Verantwortliche des Klinikums die Polizei. Die Suche begann, mit Personenspürhunden durchkämmten Fachkräfte den Zeisigwald - ergebnislos.

Erst diese Woche wurde eine neue, mögliche Spur bekannt: Sie führt nach Oederan. Familie und Freunde haben sich jetzt an die "Freie Presse" gewandt. Sie hoffen, dass Leser die Vermisste gesehen haben und weiterhelfen können.

Wilma B. habe schon mehrmals das Klinikum für kurze Spaziergänge in die Stadt verlassen, erzählt der Ehemann, stets sei sie vereinbarungsgemäß und wohlbehalten zurückgekehrt. Die Polizei sagt dennoch, es sei nicht auszuschließen, dass sie sich in einer hilflosen Lage befindet und medizinische Hilfe benötigt.

Die Patientin verließ das Klinikum ohne Handy, ohne Geldbeutel. Sie könne möglicherweise Bargeld mitgehabt haben, vermutet ihr Mann.

Hat Wilma B. sich, wie und warum auch immer, bis nach Oederan durchgeschlagen? Einiges deutet darauf hin: Drei Hinweise sind bei der Polizeidirektion Chemnitz eingegangen, bestätigt Sprecher Ingo Kutsch. Die Zeugen glauben, die Vermisste am vergangenen Donnerstag gesehen zu haben: Beim Autohaus in der Chemnitzer Straße, bei der freiwilligen Feuerwehr am Hofweg und beim Erlebnisbad in der Hainichener Straße.

Die Polizei setzte daraufhin einen Personenspürhund ein. Ob Wilma B. wirklich in Oederan war, könne nicht eindeutig geklärt werden, sagt Sprecher Ingo Kutsch. Jedenfalls ende die Spur am Erlebnisbad. Erschwerend kommt hinzu: Der Donnerstag war ein regnerischer Tag. Wilma B. trägt normalerweise eine Stehfrisur - vom Regen könnte das Haar platt gedrückt, ihr Aussehen verändert sein.

Ihren Ehemann quält vor allem die Frage nach dem Warum. Und wie könnte die Frau die gut 16 Kilometer nach Oederan geschafft haben? Sie nutze selten Bus und Bahn. Und per Anhalter in einem fremden Auto mitzufahren, sei gewiss nicht ihre Art: "Es gibt für mich keine logische Erklärung."

Ihre Familie und Freunde wollen weitersuchen. Die Polizei sagt, wenn weitere Hinweise eingehen, seien auch größere Suchaktionen möglich. Ein Hoffnungsschimmer liegt in den Worten von Polizeisprecher Ingo Kutsch: "Es gibt fast jeden Tag mindestens einen neuen Vermisstenfall in unserem Zuständigkeitsbereich. Der überwiegende Teil wird wohlbehalten aufgefunden beziehungsweise kehrt wieder zurück."

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