Die Bildungsminister der Länder haben gemeinsame Ziele und Maßnahmen zur Stärkung der Medienkompetenz in der Schule verabschiedet. (Symbolbild)
Die Bildungsminister der Länder haben gemeinsame Ziele und Maßnahmen zur Stärkung der Medienkompetenz in der Schule verabschiedet. (Symbolbild) Bild: Sven Hoppe/dpa
Panorama
Bildungsminister wollen kritischen Umgang mit Social Media

Freie Presse auf Google News folgen

Schüler sollen Social Media nicht nur konsumieren, sondern verstehen – und sich besser vor digitalen Risiken schützen können. Was die Bildungsminister zum Umgang mit Social Media beschlossen haben.

München.

Während der laufenden Debatte um eine Altersbegrenzung der sozialen Medien hat sich die Bildungsministerkonferenz auf eine Stärkung der Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern verständigt. "Unser Ziel ist es, Kinder und Jugendliche zu einem reflektierten, kritischen und sicheren Umgang mit Social Media zu befähigen, ihre Medienkompetenz zu stärken und sie besser vor negativen Auswirkungen zu schützen", erläuterte die Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, Anna Stolz (Freie Wähler), in München. Es gehe um einen Dreiklang aus sensibilisieren, stärken und schützen.

"Wir wollen junge Menschen stark machen für die digitale Welt voller Chancen, aber auch voller Herausforderungen", betonte Stolz, die auch bayerische Kultusministerin ist. Die zuständigen Ministerinnen und Minister der Länder hätten sich daher in einer Erklärung zum Umgang mit Social Media in den Schulen erstmals auf gemeinsame Ziele, Leitlinien und Maßnahmen verständigt. Im Mittelpunkt stehe dabei die Entwicklung von digitaler Resilienz, der Schutz vor negativen Auswirkungen exzessiver Social-Media-Nutzung sowie die enge Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus.

Empfehlungen zu Altersgrenzen erwartet

Über die Notwendigkeit dieser drei Komponenten bestehe Einigkeit, betonte Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) - "unabhängig davon, ob wir jetzt im Einzelnen für oder gegen ein pauschales Social-Media-Verbot - das ist ja eine sehr vereinfachte Debatte, die hier geführt wird - sind". 

Wie in anderen Ländern wird auch in Deutschland derzeit über Altersgrenzen für soziale Medien diskutiert; aktuell erarbeitet eine Expertenkommission Empfehlungen für konkrete Maßnahmen. Prien kündigte an, dass die Ergebnisse am 24. Juni vorgestellt würden und knapp 50 Empfehlungen enthielten, die sich neben den Schulen auch an Eltern, Kitas und etwa Ärzte richteten.

Aktuell wird in Deutschland auch über Altersgrenzen für soziale Medien diskutiert. (Symbolbild)
Aktuell wird in Deutschland auch über Altersgrenzen für soziale Medien diskutiert. (Symbolbild) Bild: Marcus Brandt/dpa

Schulen müssen Kinder auf digitale Welt vorbereiten

Dessen ungeachtet müssten die Länder die Stärkung von Medienkompetenz in den Schulen noch mehr in den Mittelpunkt rücken, sagte die Bildungsministerin des Saarlandes, Christine Streichert-Clivot (SPD). "Social Media kann verbinden, informieren und inspirieren, aber auch verunsichern, unter Druck setzen oder manipulieren. Deshalb müssen junge Menschen lernen, kritisch hinzuschauen, Informationen einzuordnen und selbstbewusst mit digitalen Medien umzugehen."

Ihre Kollegin Dorothee Feller (CDU) aus Nordrhein-Westfalen ergänzte, Angebote wie "Kompetent im Netz" würden daher weiter ausgebaut. Es werde aber ohne die Einbindung der Eltern nicht funktionieren, die Kinder auf eine Welt vorzubereiten, in der Social Media, künstliche Intelligenz und sonstige digitale Entwicklungen den Alltag prägen. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
Das könnte Sie auch interessieren
14:47 Uhr
4 min.
Von Katharina Witt bis Felix Kummer - Burgstädter Künstler zeichnet zum „Freie Presse“-Geburtstag Prominente aus der Region
 7 Bilder
Von Katharina Witt bis Felix Kummer - Burgstädter Künstler zeichnet zum „Freie Presse“-Geburtstag Prominente aus der Region - Lars Teichmann Burgstädt bezieht sich in seinen Kunstwerken zumeist auf Protagonisten früherer Epochen.
Lars Teichmann hat als Graffiti-Sprayer begonnen und arbeitet jetzt als multimedialer Künstler. Für die „Freie Presse“ ließ er sich auf eine besonderes Abenteuer ein.
Matthias Zwarg
12.06.2026
4 min.
Neues Restaurant im Erzgebirge: Gastronom erfüllt sich Lebenstraum
Neues Restaurant im Erzgebirge: Gastronom erfüllt sich Lebenstraum - Inhaber Frank Niebuhr präsentiert die Backspezialitäten von „Frankys Cafe“ im Bärensteiner Ortsteil Niederschlag.
Für das ehemalige Gästehaus Reichel an der B 95 kurz vor Oberwiesenthal ist ein Nachfolger gefunden. Doch der neue Inhaber kämpft mit Startschwierigkeiten, für die er selbst nichts kann.
Lucy Ullmann
14:45 Uhr
2 min.
Tierisches Orakel und gemeinsam Fußball gucken: Chemnitz groovt sich auf WM ein
Tierisches Orakel und gemeinsam Fußball gucken: Chemnitz groovt sich auf WM ein - Wenn Erdmännchen im Chemnitzer Tierpark Fußball spielen ist wieder WM.
Haben die Erdmännchen im Chemnitzer Tierpark richtig getippt? Am Sonntagabend werden wir es wissen. 19 Uhr startet das erste Spiel der deutschen Männermannschaft bei der WM. Wer nicht zu Hause schauen will, für den gibt es hier noch ein paar Tipps.
Denise Märkisch
31.05.2026
3 min.
Bildungsexperten für Social Media-Verbot an Grundschulen
Bildungsexperten für Social Media-Verbot an Grundschulen - Für Grundschulkinder sehen Wissenschaftler erhebliche Risiken bei der Nutzung sozialer Medien. (Archivbild)
Soll der Social-Media-Zugang für Kinder und Jugendliche eng reguliert werden? Bildungsexperten raten zu einem Verbot sozialer Medien für Grundschüler - und werben für ein neues Bildungsziel.
12.06.2026
4 min.
Im Erzgebirge angekommen: Zahnarzt aus Syrien übernimmt Praxis in Aue
Im Erzgebirge angekommen: Zahnarzt aus Syrien übernimmt Praxis in Aue - Rami Kfoury (links) übernimmt von Ute-Konstanze Meister am 1. Juli die Zahnarztpraxis an der Bahnhofstraße in Aue.
Eine lange und anstrengende Reise liegt hinter Rami Kfoury. Der junge Mediziner aus Syrien möchte sich eine Existenz im Erzgebirge aufbauen. Eine ältere Kollegin unterstützt ihn dabei.
Heike Mann
09.06.2026
2 min.
Lehrer fordern: Plattformen müssen Kinder besser schützen
Lehrer fordern: Plattformen müssen Kinder besser schützen - Der Philologenverband fordert bundesweit verbindliche Regeln für private Smartphones während der Schulzeit. (Symbolbild)
Schüler sollen sich gegen Social-Media-Sog und Push-Nachrichten behaupten? Selbst für Erwachsene sei das schwer, sagt der Philologenverband. Plattformen müssten deshalb stärker reguliert werden.
Mehr Artikel